DEFIZIT: «Befriedigend ist die Situation nicht»

An der Generalversammlung des Klosters Fischingen standen die schlechten Finanzen im Fokus. Vereinspräsident Roman Müggler betonte aber auch das Positive. Der Vorstand wird mit zwei Neuen ergänzt.

Christoph Heer
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Direktor Werner Ibig (links) und Vereinspräsident Roman Müggler mussten an der Generalversammlung einen hohen Verlust für das Jahr 2016 verkünden. (Bild: Christoph Heer)

Direktor Werner Ibig (links) und Vereinspräsident Roman Müggler mussten an der Generalversammlung einen hohen Verlust für das Jahr 2016 verkünden. (Bild: Christoph Heer)

Christoph Heer

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108 von 410 Mitgliedern des Vereins Kloster Fischingen versammelten sich in der Klosterbibliothek und verfolgten die musikalisch umrahmte Generalversammlung. «In den Jahren 2011 bis und mit 2015 konnten wir stets neue Mitglieder aufnehmen. Wir wuchsen kontinuierlich. Seit 2015 stagniert diese Zahl aber bei etwas über 400», sagte Klosterdirektor Werner Ibig am Freitagabend. An Durchhalteparolen mangelte es nicht. Die roten Zahlen drücken auf das Gemüt (diese Zeitung berichtete am 31. Mai). Aufgeben will der Verein aber nicht.

Hinter schlechten Zahlen stecken gute Leistungen

«Jahre kommen, Jahre gehen und mit ihnen die Sorgen und Probleme, aber auch die Freuden», sagte Vereinspräsident Roman Müggler. Trotz des Wellengangs, dem das Vereinsschiff ausgesetzt ist, herrscht keine Tristesse. Müggler betonte die guten Leistungen verschiedener Personen. So sagte er, dass hinter schlechten Zahlen grossartige Leistungen von vielen Personen stecken können. «Befriedigend ist die Situation aber beileibe nicht. So sei noch einmal betont, dass wir weder von kirchlichen noch von staatlichen Institutionen in irgendeiner Form einen Betriebsbeitrag erhalten. Das ist eine unbefriedigende Situation.» Ibig erörterte das Wesentliche aus der Jahresrechnung 2016, welche mit einem Defizit von 600000 Franken abgeschlossen hat. «Seit Jahren beschäftigt uns ein strukturelles Defizit im Bereich von 400000 Franken. Im Jahr 2016 liegt es leider noch einmal höher. Setzt man dieses Defizit in das Verhältnis zum Eigenkapital, zeigt sich deutlich, dass es uns gelingen muss, die finanzielle Gesamtsituation zu verbessern.» Das Eigenkapital beträgt neu 1,6 Millionen Franken. Die Gründe für das hohe Defizit liegen im Verfehlen der finanziellen Ziele in den Bereichen Seminarhotel und Schreinerei. Es wurde an der Versammlung betont, dass (noch) keine personellen Massnahmen getroffen werden müssen. Ibig sagte: «Um Arbeitsplätze geht es noch nicht, aber wir brauchen Unterstützung.»

Zehn Wiedergewählte und zwei neue Mitglieder

Der Vorstand des Vereins besteht aus zehn Personen, die sich allesamt für eine weitere vierjährige Vorstandstätigkeit zur Verfügung stellten. Einstimmig wurden diese sowie Stefanie Neumeister Peter (Oberuzwil) und Bruno Hubatka (Wilen) als Ergänzungsmitglieder gewählt. Seit 1879 besteht der Verein und setzt sich ein für die Erhaltung und Belebung des Benediktinerklosters, die Führung von Schulen und weiteren Betrieben. Im Kloster selbst sind 120 Mitarbeitende angestellt. Das Kloster, ein Kulturgut, dank dem der Hinterthurgau ein positives Ansehen weit über die Kantonsgrenzen hinaus geniesst.