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Dazwischengefunkt: Gegen das Baugesuch für eine Mobilfunkantenne in Flawil sind Einsprachen eingegangen

Swisscom hat ein Baugesuch für eine Mobilfunkantenne auf dem Dach des Wohnblocks an der Ruhbergstrasse 32 eingereicht. Es sind Einsprachen eingegangen. Auch gestern im Kantonsrat war 5G ein Thema.
Tobias Söldi
Auf dem Dach dieser Liegenschaft will die Swisscom eine Antenne installieren. (Bild: Joelle Ehrle)

Auf dem Dach dieser Liegenschaft will die Swisscom eine Antenne installieren. (Bild: Joelle Ehrle)

Im Grossraum Zürich ballen sich die grünen Punkte zu einer unübersichtlichen Masse, zwischen Winterthur und St. Gallen in der Region Wil herrscht dagegen Leere: Auf einer interaktiven Karte auf der Website des Bundesamtes für Kommunikation, die letzte Woche aufgeschaltet wurde, sind alle 5G-Mobilfunkantennen eingetragen. Die nächstgelegenen Antennen der Region, die in der Lage sind, 5G zu übertragen, befinden sich in Gossau, Felben bei Frauenfeld, Winterthur und beim Weiler Enzenberg im Toggenburg.

Nun hat Swisscom ein Baugesuch für eine acht Meter hohe Mobilfunkantenne auf dem Dach der Liegenschaft an der Ruhbergstrasse 32 in Flawil eingereicht. Handelt es sich dabei um eine 5G-Antenne? Die Baugesuche werden «technologieneutral» gestellt, gibt Esther Hüsler vom Swisscom-Mediendienst auf Anfrage Auskunft, schreibt aber weiter: «Wir optimieren unser Netz laufend; einerseits mit 4G und 4G+, andererseits – seit wir letzte Woche mit der entsprechenden Konzession den Auftrag bekommen haben – mit 5G.» In der Region hat Swisscom gemäss Website St. Gallen und Urnäsch mit 5G erschlossen oder baut dort den Standard auf.

Einsprachen eingegangen

Das Baugesuch für die Mobilfunkantenne in Flawil, welches am 5. April im Mitteilungsblatt der Gemeinde publiziert wurde, war bis vergangenen Montag, 22. April, in der Gemeinde öffentlich aufgelegen. Laut René Bruderer, Geschäftsleiter Bau und Infrastruktur der Gemeinde Flawil, sind Einsprachen eingegangen. «Diese werden nun der Gesuchstellerin zur Stellungnahme zugestellt. Falls keine Einigung möglich ist, wird die Baukommission darüber entscheiden», schreibt Bruderer. Für die Gemeinde Flawil bedeutet ein Baugesuch für eine Mobilfunkantenne dabei keine besondere Behandlung: «Es wird dasselbe Verwaltungsverfahren angewendet, in welchem geprüft wird, ob die gesetzlichen Vorschriften eingehalten werden», erklärt Bruderer. Gemäss Hüsler von der Swisscom dauert es nach Erteilung der Baugenehmigung rund ein halbes Jahr, ehe die Antenne steht und in Betrieb genommen werden kann.

Interpellation und Motion gegen 5G

Der Bau von 5G-Antennen ist teilweise umstritten. Es werden Gesundheitsschädigungen befürchtet. Kantonsräte aus der Region haben gestern im Kantonsrat eine Interpellation sowie eine Motion zum neuen Mobilfunk-Standard eingereicht. Damian Gahlinger (SVP, Niederhelfenschwil), Bruno Dudli (SVP, Sonnental) und Christopher Chandiramani (SVP, Rapperswil-Jona) fragen in ihrer Interpellation, ob ein Moratorium für 5G-Antennen auch im Kanton St. Gallen möglich sei – sie verweisen dabei auf die Westschweiz, wo mehrere Kantone ein Moratorium verlangen, bis Fragen zur Unschädlichkeit geklärt sind. Dario Sulzer (SP, Wil), Guido Wick (Grüne, Wil) und Bruno Dudli (SVP, Sonnental) verlangen in ihrer Motion ebenfalls ein Moratorium. Der Regierungsrat soll analog zu den Kantonen Genf und Jura die gesetzlichen Grundlagen dafür schaffen, wenn er das Moratorium nicht alleine beschliessen könne, schreiben sie. Das Moratorium soll so lange dauern, bis ein entsprechender Bericht des Bundesamts für
Umwelt vorliegt. Bejaht dieser Bericht die Einführung der neuen Technologie aus gesundheitspolitischen Überlegungen, könne man das Moratorium wieder aufheben.

Wie geht man bei der Swisscom mit den Vorbehalten um? «Das ist ein Paradoxon, mit dem wir immer wieder konfrontiert werden», schreibt Esther Hüsler vom Mediendienst. «Fast alle wollen den Mobilfunk nutzen, der Bedarf wächst rasant, aber niemand will eine Mobilfunkantenne in unmittelbarer Nähe haben. Dabei hält sich Swisscom immer an die gesetzlichen Vorgaben, die in der Schweiz zehnmal strenger sind als in den meisten europäischen Ländern.»

Was ist 5G?

5G ist der Mobilfunkstandard der fünften Generation, der das 3G- und 4G-Netz ergänzen wird. 5G wird eine deutliche Erhöhung der Datenübertragungskapazitäten ermöglichen. Wichtig wird das 5G-Netz gemäss Bundesamt für Kommunikation etwa für das Internet der Dinge, selbstfahrende Fahrzeuge oder medizinische Anwendungen. Im Februar ersteigerten die drei Telekom-Anbieter Swisscom, Sunrise und Salt ersteigerten Mobilfunkfrequenzen für zusammen rund 380 Millionen Franken mit dem Ziel, die 5G-Technologie einzuführen. (pd/tos)

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