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Das Wiler Steckliträge: Eine Tradition lebt weiter

Die Ursprünge des Steckliträge gehen zurück bis ins 15. Jahrhundert. Noch heute bildet der Anlass zum Auftakt des Schlussschiessens eine Brücke zwischen Stadtschützen und der Jugend.
Gianni Amstutz
Das Steckliträge ist vor allem bei Kindern sehr beliebt. (Bild: PD)

Das Steckliträge ist vor allem bei Kindern sehr beliebt. (Bild: PD)

Wil ist eine Stadt reich an Traditionen. Fastnachtsbräuche werden hier ausgiebig zelebriert wie auch der Laternenumzug zu Silvester, der auf eine alte Brandschutzverordnung zurückgeht. Eine weitere Tradition, welche die Zeit ebenfalls überdauert hat, ist das sogenannte Steckliträge. Der Anlass findet jeweils Ende September oder Anfang Oktober anlässlich des Auftakts zum Schlussschiessen der Stadtschützen Wils statt. Kinder tragen dabei symbolisch an Stecken gebundene Gaben für die Schützen durch die Gassen der Altstadt und die Obere Bahnhofstrasse. Heutzutage wollen die Stadtschützen mit dem Anlass eine Brücke zur Jugend schlagen, wie es in der Einladung heisst.

Erste Erwähnung reicht ins 15. Jahrhundert zurück

Die Wurzeln des Steckliträge reichen aber weit zurück. Wie weit genau weiss niemand. Nicht einmal Stadtarchivar Werner Warth konnte die Entstehung auf einen exakten Zeitpunkt zurückdatieren. Das liegt einerseits daran, dass nur wenig über den Anlass überliefert ist, anderseits verändern sich Traditionen im Laufe der Zeit. So gab es bereits im 15. und 16. Jahrhundert regelmässig sogenannte Vergabungen, bei denen die Stadtschützen vom Schultheiss, dem Vorsitzenden der Stadtregierung, mit Wein beschenkt wurden. Dies könne durchaus als Vorläufer der heutigen Tradition betrachtet werden, schreibt Warth in seinen Ausführungen. Über die Gründe für das Steckliträge ist ebenfalls nur wenig bekannt.

Erste Nachweise über einen Umzug finden sich aber erst 1665. Obwohl es schon damals ein festlicher und fröhlicher Anlass war, achteten die Stadtschützen akribisch darauf, wer ihnen welche Gaben zukommen liess. Gefragt waren vor allem Sachspenden, doch auch Geldspenden wurden gerne entgegengenommen.

Gaben waren beinahe Pflicht

Die Hauptsache war jedoch, dass man den Stadtschützen überhaupt etwas schenkte. Denn die Schützen listeten die Gaben und die Gründe für die Spenden im Detail auf. Wer sich nicht beteiligte, zog den Unmut der Schützen auf sich. Personen, von denen eigentlich Gaben erwartetet wurden, aber keine Spenden kamen, wurden auf einer unrühmlichen Liste unter dem Titel «Von den sämtlichen, persönlich durch den Schützenrath beglückwünschten haben einzig nichts verabreicht» vermerkt. Auf dem Dokument von 1853 sind zudem mit Bleistift hinzugefügte Notizen geschrieben, die zeigen, wie übel den Personen, die nichts spendeten ihr «Vergehen» genommen wurde.

Heutzutage nehmen es die Schützen mit den Gaben, die von Vereinsmitgliedern und Gönnern stammen, nicht mehr ganz so streng. Geblieben sind jedoch die Grundzüge des Umzugs. Angeführt vom zotteligen Wiler Bären, den Stadtschützen, der Stadtharmonie, den Stadttambouren und der Trachtengruppe laufen die Kindergärtler und Schüler durch die Gassen der Altstadt und die Obere Bahnhofstrasse. Auch das Verteilen von Butterbrezeln auf der ganzen Umzugsroute ist ein Überbleibsel des ursprünglichen Festakts. Damals wurden diese allerdings noch als gesottene Ringe oder Butterringe bezeichnet, wie in einer Wiler Chronik nachzulesen ist.

Hinweis
Das Steckliträge beginnt am Freitag um 18 Uhr auf dem Hofplatz.

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