Das Wiler Stadtparlament wird jünger und ein bisschen linker

Sitzverschiebungen gab es bei den Wiler Parlamentswahlen kaum, trotzdem ändert sich einiges an der Zusammensetzung. Während einige altgediente Parlamentarier abgewählt wurden, schafften mehrere Jungpolitiker den Sprung in die Wiler Legislative.

Gianni Amstutz
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Meret Grob steht sinnbildlich für die Änderungen im Wiler Stadtparlament. Mit ihr zieht eine junge, linke Stimme in den Rat ein.

Meret Grob steht sinnbildlich für die Änderungen im Wiler Stadtparlament. Mit ihr zieht eine junge, linke Stimme in den Rat ein.

Bild: PO

Fast alle Parteien haben im Vorfeld der Wahlen auf Sitzgewinne im Stadtparlament gehofft, erreicht haben dieses Ziel nur die Juso. Sie traten zum ersten Mal überhaupt bei einer Stadtparlamentswahl mit einer eigenen Liste an und schafften gleich auf Anhieb den Einzug in die Wiler Legislative.

Nur eine Gewinnerin bedeutet im Umkehrschluss, dass auch nur eine Partei verloren hat. Erneut hat es die CVP getroffen, die sich seit Jahren in einem Abwärtstrend befindet. Sie kommt jedoch weiterhin auf acht Sitze und bleibt sowohl für die Ratslinke als auch die -rechte eine essenzielle Partnerin für Mehrheiten im Parlament.

Drei neue Parlamentarier unter 30

Claudio Altwegg, Parteipräsident der FDP Wil, wird ab Januar im Wiler Stadtparlament politisieren.

Claudio Altwegg, Parteipräsident der FDP Wil, wird ab Januar im Wiler Stadtparlament politisieren.

Abgesehen von dieser minimen Verschiebung ins linke Lager war der Wahlsonntag vor allem ein guter Tag für die Jungen. Mit Prend Berisha (CVP) wurde zwar auch ein junges Parlamentsmitglied abgewählt, dafür sind gleich mehrere Neugewählte noch unter 30 Jahren. So ziehen mit Claudio Altwegg (FDP), Meret Grob (Junge Grüne), Timo Räbsamen (Juso) und Dominik Egli (SVP) drei Junge ins Parlament ein.

Die Verjüngung des Parlaments wurde auch durch die Abwahl zahlreicher altgedienter Parlamentsmitglieder begünstigt. Mit SP-Politiker Mark Zahner traf es dabei sogar den zweitdienstältesten Parlamentarier. Zahner ist seit 1997 und somit 23 Jahre für die SP im Stadtparlament.

Auch bei der CVP traf es einen prominenten Namen. Erwin Schweizer politisiert seit 2003 in der Legislative. Mit Erika Häusermann (GLP) verlässt per Ende Jahr ein weiteres bekanntes Gesicht das Stadtparlament. Sie tut dies aber auf eigenen Wunsch und trat bei den Wahlen gar nicht mehr an. Die GLP verteidigte ihren Sitz mit Harry Huber erfolgreich. Ebenfalls Abschied nehmen muss Eva Noger (Grüne Prowil).

Urs Etter (FDP) kann darauf hoffen, weiterhin im Stadtparlament zu verbleiben.

Urs Etter (FDP) kann darauf hoffen, weiterhin im Stadtparlament zu verbleiben.

Bild: PD

Ausgeschieden ist auch Urs Etter (FDP). Er darf sich allerdings noch Hoffnungen machen, vom ersten Ersatzplatz nachzurücken. Dies, wenn Parteikollege Jigme Shitsetsang im zweiten Wahlgang in den Stadtrat gewählt wird.

Auch Marco Albrecht und Christina Rüdiger, beide Kandidierende der SVP, dürfen sich noch Hoffnungen machen, von Ersatzplätzen nachzurücken. Dafür müssten die gewählten Stadtparlamentsmitglieder Ursula Egli in den Stadtrat und Nathanael Trüb in den Schulrat gewählt werden.

Keine Änderung brachte die Wahl bezüglich Frauenanteil. Dieser bleibt bei mageren 25 Prozent. Bei der CVP steigt er durch die Wahl von Sandra Lusti auf 37,5 Prozent, womit die Partei in dieser Hinsicht hinter der SP (66,6 Prozent) auf dem zweiten Platz liegt.

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