Das wahre Gesicht zu erkennen geben

Die Tonhalle in Wil war am Samstagabend Tournée-Haltestelle für die Rumänische Staatsoper Brasov. Sie führte das Werk «Don Pasquale» von Gaetano Donizetti auf. In dieser sogenannten komischen Oper ging es um Familie, Geld, Liebe und Intrigen.

Jonas Lüdi
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WIL. Auf dem Programm stand mit «Don Pasquale» eine Opera buffa, die im Gegensatz zur Opera seria eine komische Oper darstellt. Gaetano Donizetti hatte seinerzeit mit diesem Werk ein Paradebeispiel für eine komödiantische Oper komponiert. Donizetti galt als wahnsinnig schneller Komponist und schrieb unglaubliche 70 Opern in seinem Leben. In der Tonhalle war unter der Bühne der Orchestergraben geöffnet worden, somit konnte man bereits beim Eintreten in die Tonhalle dem chaotischen Einspielen des Orchesters lauschen. Als der Vorhang zur Seite schwebte, wurde dem Publikum zum ersten Mal ein Blick auf das schöne Bühnenbild gewährt. Im Mittelpunkt stand ein grosser Brunnen mit Statuen, welche diesen mit Wasser füllten. In einer einführenden Szene löste sich dann die Illusion auf, dass die in einer Muschel sitzende Statue auch eine solche war. Plötzlich begann sie sich zu bewegen, und zwei Männer aus dem Dorf begannen sich um die Tänzerin zu streiten.

Pure Intrigen

Der alte, wohlhabende Don Pasquale ist mit der Wahl seines Neffen Ernesto, die mittellose Norina zu heiraten, nicht einverstanden. Als ein Freund des Hauses, Doktor Malatesta, Don Pasquale seine Schwester Sofrina als Frau vorschlägt, ist dieser vor Freude kaum zu halten. In der Folge droht Don Pasquale seinem Neffen, ihn zu enterben, falls er nicht von seinem Vorhaben abkomme, Norina zu heiraten. Ernesto fühlt sich gezwungen, seiner Norina einen Abschiedsbrief zu schreiben. Als Norina diesen verzweifelt liest, eilt Malatesta hinzu und weiht sie in seinen Plan ein. Er möchte, dass sie sich als Sofrina ausgibt, um sich die Hälfte von Don Pasquales Vermögens überschreiben zu lassen und schliesslich doch noch mit Ernesto zusammenleben zu können. Als während der inszenierten Hochzeit zwischen Don Pasquale und Norina plötzlich Ernesto hinzukommt, droht das gesamte Vorhaben zu scheitern. Malatesta vermag jedoch Ernesto noch im letzten Moment in seine Intrige einzuweihen.

Merklich hohes Niveau

Nachdem Norina das Ehegelübde abgelegt hat, legt sie auch ihre Maskerade ab und beginnt sich gegenüber Don Pasquale unmöglich zu benehmen. Sie gibt sein ganzes Vermögen für Schmuck und Kleidung aus und zieht ihn ins Lächerliche. Die Geschichte endete schliesslich damit, dass Norina ihr wahres Gesicht zu erkennen gibt und Don Pasquale zu erschöpft ist, um sich noch gegen das Zusammensein seines Neffen mit Norina wehren zu können.

Das gesanglichen Können der Staatsoper Brasov und das schauspielerische Niveau waren unverkennbar hoch. Vor allem die Intrigen wurden dem Publikum durch die beiden Gesichter der jeweiligen Persönlichkeit sehr schön zugänglich gemacht, womit auch der tosende Applaus zum Schluss zu begründen wäre.

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