Wachsende Auflagen machen Fasnachtsumzüge aufwendiger: «Das Vertrauen in die Vereine fehlt»

Eric Thaler hat den Vorsitz des Fasnachtskomitees von Niederwil übernommen. Er tritt in die Fussstapfen von Michael Köpfli.

Interview: Zita Meienhofer
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Eric Thaler hat das Präsidium des Fasnachtskomitees Niederwil übernommen.

Eric Thaler hat das Präsidium des Fasnachtskomitees Niederwil übernommen.

Bild: Zita Meienhofer

Nach fast zehn Jahren hat Michael Köpfli das Amt des Präsidenten des Fasnachtskomitees (Fako) Niederwil an Eric Thaler übergeben. Der 23-Jährige Sanitärinstallateur steht einem elfköpfigem Team vor, dessen Durchschnittsalter bei etwa 25 Jahren liegt. Thaler ist ein begeisterter Fasnächtler, der für die Organisation des Anlasses eine Woche Ferien nimmt.

Eric Thaler, was hat Sie motiviert, das Amt des Fako-Chefs zu übernehmen?

Eric Thaler: Ich mache es, weil es sonst niemand machen wollte. Mittlerweile sehe ich es auch als eine persönliche Herausforderung.

Wie sind Sie zum Fako gekommen?

Als die beiden langjährigen Bau-Verantwortlichen Milio Karrer und Gust Fischbach in «Pension» gingen, wurden Marco Lustenberger und ich ihre Nachfolger. Das war vor fünf Jahren.

Was gefällt Ihnen an der Niederwiler Fasnacht?

Schön ist, dass ein Grossteil der Bevölkerung des Dorfes am Anlass dabei ist, alle gute Laune haben und für eine ausgelassene Stimmung sorgen. Noch schöner wäre es, wenn alle dabei wären.

Was sind die Herausforderungen bei der Organisation eines solchen Anlasses?

Die Auflagen des Kantons, die umgesetzt werden müssen, sind eine Herausforderung. Diese werden von Jahr zu Jahr anspruchsvoller.

Ein Beispiel?

Der Brandschutz. Es ist mir zwar bewusst, dass gewisse Kontrollen sein müssen, aber da wird schon etwas übertrieben. Wir mussten auflisten, welche Holzart wir für die Konstruktion der Zubi-Bar verwenden. Zudem musste wir die genaue Vermassung der Bauten wieder einreichen, obwohl sich seit dem Vorjahr nichts geändert hat. Ebenso dürfen für die Verkehrsregelung nicht mehr die Feuerwehrleute eingesetzt werden. Diese Info bekamen wir zwei Wochen vor dem Anlass. Ich bin der Ansicht, dass da das Vertrauen in die Vereine fehlt.

Die Sicherheit ist wichtig. Sind da gewisse Auflagen nicht einfach notwendig?

Das ist so. Doch irgendwann genügen diese Vorschriften. Uns ist es doch auch sehr wichtig, den Anlass so zu organisieren, damit nichts passieren kann.

Die drei Dorfvereine, die Jugend, die Musikgesellschaft und der Turnverein organisieren den Anlass. Sollten mehr Vereine für die Mithilfe motiviert werden?

Nein. Die drei Vereine verfügen über mehr als 200 Mitglieder. Wenn alle ihren Einsatz leisten, reichen die Mitglieder dieser drei Vereine.

Weshalb wurde das Motto «Rund um die Welt» gewählt?

Aus aktuellem Anlass. Und, weil es ein Thema ist, das den Gruppierungen am Umzug sowie den Maskierten am Lumpenball viele Möglichkeiten offen lässt.

Was bedeutet Ihnen die Fasnacht?

Meine Eltern sind begeisterte Fasnächtler und ich war bereits als Baby an einem Umzug. Als Schüler nahm ich jedes zweite Jahr mit der Schule am Umzug teil. Die Vorbereitungen waren der Höhepunkt des Jahres. Da ging ich sogar freiwillig am Mittwochnachmittag zur Schule, um zu basteln. Leider nimmt die Primarschule Niederwil seit einigen Jahren nicht mehr am Umzug teil. Das ist sehr schade.

Worauf freuen Sie sich während der zwei Fasnachtstage?

Auf viele Besuchende und eine gute Stimmung.