Das Unglück bleibt unvergesslich

Vor 30 Jahren, im April 1985, wurde die Eissporthalle der Gemeinde Uzwil übergeben. Die vom Eishockeyclub langersehnte Überdachung der Kunsteisbahn wurde überschattet durch den Einsturz der Dachträger. Ein Bauarbeiter starb an den Folgen seiner schweren Verletzungen.

Armin Benz
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Ein Bild der Verwüstung: Die eingestürzten Dachträger im Juni 1984.

Ein Bild der Verwüstung: Die eingestürzten Dachträger im Juni 1984.

UZWIL. Mannschaft, Vorstand und Trainer des EHC Uzwil dürften sich von der Saison 2014/15 in der 2. Liga mehr erhofft haben als den 10. Rang. Auch vor 30 Jahren – damals in der 1. Liga unter Trainer Mike Zettel – blickte der Eishockeyclub auf eine wenig erfolgreiche Saison zurück. Ab dem 22. Oktober 1984 – also just 25 Jahre nach der Eröffnung der Kunsteisbahn Uzwil – konnte die neue gedeckte Halle benützt werden. Doch die Überdachung wurde überschattet von jenem Unglück am 15. Juni 1984, bei dem es zwei Verletzte und einen Todesfall zu beklagen gab.

Dachträger hielten nicht

Der Unglücksfall bleibt vielen Uzwilern unvergesslich. In der «Ostschweiz» wurde damals berichtet: «Am Donnerstagmorgen wurde mit der Montage der Dachträger für die Kunsteisbahn Uzwil begonnen. Für die grosse Spannweite von rund 54 Metern mussten die 13 Träger, deren Gesamtgewicht pro Stück 12 Tonnen beträgt, in jeweils zwei Hälften hergestellt werden. Doch die Montage verlief nicht wie geplant. Es kam zu einem Unfall, bei welchem zwei Bauarbeiter schwer und einer leicht verletzt wurde, nachdem die vier montierten Dachträger am Freitagabend um circa 17 Uhr einstürzten. Inzwischen ist ein 23jähriger Zimmermann aus Steinach, der in Uzwil arbeitete, den Folgen seiner Verletzungen erlegen.»

Die schweren Dachträger – verleimte Holzkonstruktionen – seien aus noch nicht abgeklärter Ursache mit grossem Krachen eingestürzt, drei mit der Montage beschäftigte Arbeiter mit sich reissend, wie ein Augenzeuge berichtete. Einer der drei Verletzen wurde mit dem Helikopter der Rettungsflugwacht ins Spital geflogen, die anderen wurden mit dem Krankenauto in das Spital gebracht. «Die Träger sind zum Teil zersplittert. Die Betonstützen, auf denen sie montiert waren, sind durch das schwere Gewicht der Träger durch deren Sturz schief gerissen worden. Das Ganze bot ein Bild der Verwüstung. Es wird nun Sache der mit der Untersuchung der Einsturzkatastrophe Beauftragten sein, die Ursachen des Unglücks abzuklären», berichtete die Zeitung weiter.

Für Hans Mahler brach damals eine Welt zusammen. Er war der Architekt für die Überdachung der Kunsteisbahn und gleichzeitig Präsident des EHC Uzwil. Er verfolgte die Arbeiten mit dem damaligen Trainer Fredy Leuenberger vom benachbarten Schein-Sportplatz aus, als die Dachträger einstürzten.

Rücktritt als Präsident

Leuenberger bereitete der Anblick der verunglückten Arbeiter einige unruhige Nächte, und für Hans Mahler muss dieses Unglück ein GAU gewesen sein. Als Vater der Eishalle hatte er jahrelang viel Herzblut in die Realisierung dieses langersehnten Ziels vergossen, und in der Folge mussten er und andere am Bau Beteiligten sich jahrelang mit langwierigen Gerichtsverhandlungen herumschlagen. Kein Wunder, trat er dann an der Hauptversammlung 1985, nach der Einweihung der Uzehalle, als Präsident des EHC zurück.

Zehn Wochen Baustop

Nach dem tragischen Unglück kam es einstweilig zu einem Baustop. Dies aufgrund einer Verfügung des Bezirksgerichts Untertoggenburg, welches Expertisen in Auftrag gab. Ende August dann gab es grünes Licht für den Wiederaufbau. Bei den folgenden Arbeiten wurden strengste Sicherheitsvorkehrungen getroffen.

Ansicht der 1984 überdachten Uzehalle von der Sportstrasse aus. Rechts das 2010 erbaute Bistro. (Bilder: Armin Benz)

Ansicht der 1984 überdachten Uzehalle von der Sportstrasse aus. Rechts das 2010 erbaute Bistro. (Bilder: Armin Benz)

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