Das Stromnetz wird verkauft

In Lütisburg haben die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger dem Verkauf des Elektrizitätsnetzes der Elektra an die Regionalwerk Toggenburg AG (RWT) zugestimmt. Sie folgten damit dem Antrag des Gemeinderates.

Larissa Flammer
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Mit einer deutlichen Mehrheit und diskussionslos stimmte die Bürgerschaft von Lütisburg dem Verkauf des Elektrizitätsnetzes der Elektra zu. (Bilder: lsf.)

Mit einer deutlichen Mehrheit und diskussionslos stimmte die Bürgerschaft von Lütisburg dem Verkauf des Elektrizitätsnetzes der Elektra zu. (Bilder: lsf.)

LÜTISBURG. «Der grosse Aufmarsch zeigt, dass es heute um eine sehr wichtige Sache geht», begann Imelda Stadler, die Lütisburger Gemeindepräsidentin, die ausserordentliche Bürgerversammlung. Die Abstimmung über das Gutachten betreffend des Verkaufs der Elektra war geplant. Bereits in den Vorversammlungen haben sich der Gemeinderat und die Bürgerinnen und Bürger intensiv mit dem geplanten Verkauf des Elektrizitätsnetzes der Elektra an die RWT befasst.

Dank Erlös Steuerfuss senken

Imelda Stadler betonte, dass mit dem Verkaufserlös von 4,21 Millionen Franken die Schulden der Gemeinde getilgt werden könnten und es nach den aktuellen Informationen auch möglich sei, den Steuerfuss von aktuell 147% auf unter 140% zu senken. Sollte die Bürgerschaft dem Verkauf nicht zustimmen, müsste der Steuerfuss in nächster Zukunft wieder erhöht werden.

In der anschliessenden Abstimmung fiel das Ergebnis deutlich aus: Mit 86 Ja- zu 3 Nein-Stimmen wurde dem Verkauf des Elektrizitätsnetzes zugestimmt. Das zweite Traktandum, über das abgestimmt werden musste, war die Anpassung der Gemeindeordnung, da der Gemeinderat die Elektra nun nicht mehr führt. Auch dieser Antrag wurde mit 86 Ja-Stimmen angenommen.

Perle sorgsam behandeln

Rudenz Egli, Verwaltungsratspräsident der RWT, sprach gleich nach der Bekanntgabe des Resultats zur versammelten Gemeinde: «Ich kann Ihnen versichern, dass wir das Versorgungsgebiet Lütisburg optimal betreuen werden.» Obwohl ihn die 4,21 Millionen Franken ein wenig schmerzen, habe die RWT einen Vorteil errungen: Das Versorgungsgebiet von Kirchberg und Bütschwil sei nun komplett.

Auch Viktor Hollenstein, Präsident der Dorfkorporation Lütisburg, zeigte sich erfreut über die regionale Lösung. Imelda Stadler zeigte zum Schluss das Bild einer Perle und schloss mit den Worten: «Ich hoffe, dass die RWT weiterhin so sorgsam mit unserer Perle umgeht.»

Rudenz Egli und Imelda Stadler.

Rudenz Egli und Imelda Stadler.