Das Spiel in elf Sekunden gedreht

Der EHC Uzwil sieht im 1.-Liga-Auswärtsspiel in Bülach schon wie der sichere Verlierer aus und liegt 37 Sekunden vor der Schlusssirene mit 1:2 im Rückstand. Am Ende haben die Untertoggenburger dank Adrian Stoob mit 3:2 gewonnen.

Simon Dudle
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EISHOCKEY. Es bahnte sich eine bittere Niederlage an für den EHC Uzwil. Er war beim Tabellendritten Bülach über weite Strecken mindestens ebenbürtig und hatte mehr Torschüsse zu verzeichnen, Lohn schien es aber keinen zu geben. Zwar hatte Uzwils Adrian Stoob im Mitteldrittel bei einem Konter das Zuspiel von Renato Locher zum Führungstreffer verwertet, die Zürcher Unterländer antworteten darauf aber im Schlussabschnitt mit zwei Toren von Benjamin Schenk sowie Topskorer Thomas Jost und peilten den zweiten 2:1-Erfolg in Serie an.

Uzwils Trainer Roger Bader blieb nichts anderes übrig, als gut eine Minute vor Schluss sein Time-out zu nehmen und den starken Goalie Ralph Sonder durch einen sechsten Feldspieler zu ersetzen. Eine Massnahme, die oft keine oder gar die gegenteilige Wirkung nach sich zieht und einen weiteren Gegentreffer zur Folge hat. Auch in Bülach lag der heimischen Fangemeinde der dritte Torschrei auf den Lippen, der dazugehörige Schuss aus der Distanz verfehlte das verwaiste Uzwiler Tor aber hauchdünn.

Ohne zwei Leistungsträger

Die Gäste blieben im Spiel und kamen 36,2 Sekunden vor Schluss zum Ausgleich, wiederum erzielt durch Stoob, dieses Mal auf Vorlage von Jan Swart. Die Erleichterung bei den Gästen war riesig, der Torjubel ebenso. Die Konzentration fanden die Gäste danach schnell wieder und knapp elf Sekunden später lagen sie gar in Führung. Ein Zuspiel Rene Stüssis von hinter dem Tor verwertete wiederum Stoob mit seinem siebten Saisontor zum 3:2-Siegtreffer. Es war nur noch eine Vollzugsmeldung, als der dreifache Uzwiler Torschütze nach dem Spiel zum besten Spieler seiner Mannschaft ernannt wurde.

Eine kämpferische Uzwiler Leistung, die besser war als zuletzt gegen Frauenfeld, wurde doch noch mit drei Punkten belohnt und der vorletzte Platz abgegeben. «Die Umstände, wie der Sieg zustande gekommen ist, sind ungewöhnlich. Sie kompensieren aber die Gegebenheit, dass wir bis anhin in dieser Saison mehr Pech als Glück hatten», sagte Bader hinterher. Er hatte sich entschieden, auf die beiden Leistungsträger Simon Scherrer und Yannick Bucher zu verzichten. Angesprochen auf die Gründe, sagte Bader nur: «Sie waren nicht verletzt, sondern überzählig. Punkt.»

Kritik an eigenen Fans

Der EHC Uzwil scheint nach dem schlechten Saisonstart mit sechs Niederlagen den Tritt langsam zu finden und hat in den danach folgenden sieben Partien immerhin zwölf Punkte geholt. So werden plötzlich die Playoffs wieder zum Thema, obwohl der Rückstand auf Platz acht noch sechs Zähler beträgt. «Nach Weihnachten werden die Punkte halbiert. Somit wir der Abstand zum Tabellenletzten kleiner, aber auch jener zum Playoff-Platz. Wir nehmen Spiel für Spiel, die Playoffs sind aber im Bereich des Möglichen. Erste Priorität hat für uns aber der Ligaerhalt», sagte Bader.

Auffällig ist, dass sich die Uzwiler bei Auswärtsspielen in dieser Saison leichter tun als in der heimischen Uzehalle. Von den bisherigen sieben Heimauftritten gewannen die Habichte nur jenen gegen den vormaligen Tabellenletzten Seewen und kassierten sechs Niederlagen. Auswärts ist die Bilanz dank dem Sieg in Bülach ausgeglichen: Drei Siege stehen ebenso vielen Niederlagen gegenüber. Bader sieht als Grund einige der eigenen Zuschauer und sagt: «Die Mannschaft stört sich an fünf oder sechs Herren, die bei Heimspielen direkt hinter der Spielerbank stehen und sich jeweils destruktiv äussern.»

Bülach – Uzwil 2:3 (0:0, 0:1, 2:2) Hirslen – 311 Zuschauer – Sr. Maddaloni (Ehrensperger/Baumann). Tore: 35. Stoob (Locher) 0:1. 45. Schenk (Dittli, Schaufelberger) 1:1. 57. Jost (Korsch) 2:1. 60 (59:24) Stoob (Swart, Uzwil ohne Goalie) 2:2. 60. (59:35) Stoob (Stüssi) 2:3. Strafen: 3× 2 Min. gegen Bülach; 2× 2 Min. gegen Uzwil. Bülach: Zucchetti; Baumgartner, Sägesser, Schneider, Widmer, Hollenstein, Arnold, Basarte, Kobert, Wolf, Schenk, Eisenegger, Auböck, Korsch, Vögeli, Marzo, Jost, Dittli, Schaufelberger, Riatsch. Uzwil: Sonder; Bischof, Stüssi, Klopfer, Hofer, Frenzel, Sturzenegger, Hiltebrand, Berweger, Swart, Hohlbaum, Puntus, Koch, Elsener, Stoob, Tius, Fehlmann, Heid, Locher, Plankl. Bemerkungen: Uzwil ohne Frei (Rapperswil NLA), Scherrer, Bucher (beide überzählig).

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