Das Sortiment ist unklar

Die Gemeinde Sirnach startet im September die Erschliessung des Gewerbegebietes Ebnet. Ob dort dereinst ein Einkaufscenter oder ein Fachmarkt stehen wird, kann die Bauherrin noch nicht sagen.

Olaf Kühne
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Der Wegweiser steht, das Einkaufscenter hingegen noch lange nicht. (Bilder: Olaf Kühne)

Der Wegweiser steht, das Einkaufscenter hingegen noch lange nicht. (Bilder: Olaf Kühne)

SIRNACH. «Wir stecken mitten in Verhandlungen mit potenziellen Interessenten», sagt Miklos Hedrich. Der Pressesprecher der Regensdorfer Projektentwicklerin Rimaplan AG spricht über den Bau, der dereinst das Bild Sirnachs prägen könnte. Unmittelbar an der Autobahn, im gleichnamigen Industriegebiet, plant die Rimaplan, mit der Horner Rimaprojekt AG als Bauherrin, das «Einkaufscenter Sirnach Ebnet».

Was Kunden darin in frühestens drei Jahren konsumieren werden, ist derzeit unklar. Je nachdem, wen man als künftige Mieter gewinnen könne, so Hedrich, werde der Bau mit 18 000 Quadratmetern Verkaufsfläche ein klassisches Einkaufscenter oder ein Baufachmarkt sein. Von der Marktausrichtung des Centers hängt denn auch die Dauer der Bauarbeiten ab.

Eröffnung voraussichtlich 2018

«Ein Einkaufscenter hat ganz andere Ausbaustandards», sagt Hendrich. «Entsprechend länger dauert dessen Bau.» Auf ihrer Website benennt die Rimaplan den Eröffnungstermin aktuell mit «voraussichtlich 2018». Bereits zu Beginn des kommenden Jahres will das Unternehmen das Segment des Centers benennen können.

Schon nächsten Monat beginnt die Erschliessung des Gebietes Ebnet Formen anzunehmen. Wie die Gemeinde Sirnach gestern mitteilte, hat sie die erforderlichen Arbeiten der Frauenfelder H. Wellauer AG vergeben – für 1,7 Millionen Franken. «Den Hauptharst übernehmen die Landeigentümer, nebst der Rimaplan zwei Private», sagt Gemeindepräsident Kurt Baumann. «Sirnach wird rund 100 000 Franken an die Erschliessung zahlen, weil danach die Zufahrt zum Fussballplatz Kett viel einfacher ist.» Baumann rechnet mit einer Bauzeit von «über einem Jahr», das Ebnet dürfte also Ende 2016 fertig erschlossen sein.

Seit 13 Jahren ein Thema

Nur ein weiteres Kapitel einer sehr langen Geschichte. Geht doch das Center auf ein Vorprojekt im Jahre 2002 zurück. Vier Jahre später wehrten sich die Sirnacher gegen das Vorhaben. 1700 unterzeichneten eine Petition. Sie befürchteten übermässigen Verkehr und schlechtere Luft. Folglich wurde das Projekt redimensioniert, 220 Parkplätze gestrichen. Aktuell sieht die Rimaplan Platz für 648 Autos vor; ebenerdig und auf zwei unterirdischen Parkgeschossen. Zwar gingen auch gegen die überarbeitete Version Einsprachen ein. Letztlich bestätigte aber auch das kantonale Baudepartement die Baubewilligung. Diese ist denn auch seit vergangenem Oktober rechtskräftig.

Die Frage, ob es zwischen Wil und Winterthur ein Einkaufscenter braucht, werden frühestens 16 Jahre nach Planungsbeginn die Kunden beantworten.

Kurt Baumann Gemeindepräsident Sirnach

Kurt Baumann Gemeindepräsident Sirnach