Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Das Rosenrätsel

Hallo, mein Name ist Tom. Ich bin 13 Jahre alt und lebe in der Altstadt von Bischofszell. In unserem Haus wurde früher Leinwand hergestellt, aber das ist lange her. Mit mir wohnt auch noch meine Schwester Sonja, mein Bruder Alec und meine Eltern.
Yannik Mosimann, 14 Jahre
Yannik Mosimann Züberwangen (Bild: PD)

Yannik Mosimann Züberwangen (Bild: PD)

Hallo, mein Name ist Tom. Ich bin 13 Jahre alt und lebe in der Altstadt von Bischofszell. In unserem Haus wurde früher Leinwand hergestellt, aber das ist lange her. Mit mir wohnt auch noch meine Schwester Sonja, mein Bruder Alec und meine Eltern.

Aber jetzt zu meinem unglaublichen Erlebnis, das mich seit einem guten Monat beschäftigt. An meinem ersten Ferientag übte ich wieder einmal eine neue Art des Schatzsuchens, das Geocaching, aus. An der Thur entlang gab es ein paar nahe Caches. Deswegen war ich heute am Ufer unterwegs. Als ich am markierten Ort angekommen war, entdeckte ich ein sehr offensichtliches Versteck, aber leider war da nichts ausser einer kleinen Dose, die sozusagen direkt neben dem Versteck lag. Zuerst kam es mir so vor, als ob nichts drin wäre. Deswegen warf ich sie weg. Als sie am Boden aufschlug, öffnete sich mit einem schrillen Geräusch eine Klappe am Rand des kleinen Döschens. Ich dachte mir nur: «Was zur Hölle?!», und holte den darin liegenden Zettel heraus. Unglücklicherweise stand da nichts drauf. Als ich auf dem Nachhauseweg war, fing es an zu regnen. Der Regen prasselte erbarmungslos auf mich nieder.

Nachdem ich endlich dem Regen in mein Haus entflohen war, legte ich den Zettel zur Seite und zog mich frisch an. Nachdem ich mich ein paar Minuten ausgeruht hatte, surfte ich ein bisschen im Internet. Da stach mir ein Video ins Auge, in dem Geheimschriften behandelt wurden. Darin waren so viele Geheimschriften beschrieben und wie man sie sichtbar macht, dass ich den Zettel nahm und ein bisschen herumprobierte. Und tatsächlich, als ich den Zettel erhitzte, kam eine Botschaft zum Vorschein.

Lieber Finder

Hast du Lust auf eine Rätseljagd? Dann komm am nächsten Mittwoch zum Museumsgarten! Wenn du dort ankommst, werde ich dir ein Rätsel zukommen lassen. Die Lösung des Rätsels ist der Ort, an dem du das nächste Rätsel immer eine Woche später finden wirst. Viel Glück.

Unterzeichnet: Anonym

«Wow, das ist krass! Eine Rätseljagd, Hammer!« Ich freute mich sehr über diese Nachricht, weil meine zwei Hobbies, Rätseln und Geocaching, verbunden wurden. Also begab ich mich durch die Marktgasse zum Museumsgarten. Und tatsächlich, als ich am Museumsgarten stand, kam ein kleiner Junge zu mir, gab mir wortlos einen Zettel und schlenderte davon. Ich machte mich auf den Weg nach Hause und sah mir das Rätsel an.

Gesucht ist ein hellpinkes Haus mit schönen Verzierungen. Weisse Geländer und vergoldete Rosen. Eine Tür mit sehr auffällig italienischem Look. Ein Haus, in dem früher über Leben und Tod entschieden wurde. Diesen Mittwoch wirst du dort erwartet. Bis zum nächsten Mal.

Unterzeichnet: Anonym

Für einen Einwohner der Altstadt ist ganz klar, dass das beschriebene Haus das Rathaus sein muss. Am Mittwochmorgen in der Früh machte ich mich auf den Weg Richtung Rathaus. Ich lief durch das enge, malerische Zitronengässchen zur prachtvollen Marktgasse. Auf der Marktgasse kam mir ein sehr komischer Typ entgegen, aber ich beachtete ihn nicht und lief unbeirrt meinen Weg. Auf der Treppe des Rathauses lag ein Zettel, auf dem ein Bild mit dem komischen Typ von vorher darauf war. «Mist!» Ich sprintete los, um ihn einzuholen. Schlussendlich sah ich ihn gerade noch durchs Zitronengässchen verschwinden. Er voraus, ich hinterher, rannten wir in Richtung Barocker Rosengarten, wo ich ihn endlich einholte und den mürrisch gestimmten Kerl dazu überreden konnte, mir das Rätsel zu übergeben. Gut gestimmt machte ich mich auf den Heimweg.

Wie ich sehe, hast du meinen Überbringer eingeholt. Gratulation. Rosen sind rot, Wachturm ist tot. So schwarz, so stark, heute kann man aber nur noch gering das erkennen, was du einst für Bischofszell getan hast. Rest in Peace, mein starker Freund.

Unterzeichnet: Anonym

Irgendwie fand ich das schon ein bisschen traurig, dass der schwarze Turm nicht mehr existierte. Aber ich liess mich nicht beeindrucken und ging am nächsten Mittwoch wieder zum Treffpunkt, wo ich einen Zettel auf der Ruine des schwarzen Turms fand und las.

Weil du bis jetzt immer alles geschafft hast, habe ich das Rätsel ein bisschen schwieriger gestaltet: Unheilbare Krankheit, Kapelle mit Bescheidenheit, einmal im Jahr, Stadtbesuch es ist wahr, verloren und vergessen, einfach zu wenig zu essen! Viel Spass

Unterzeichnet: Anonym

Ich war ahnungslos, wo das sein könnte. Nach stundenlangem Knobeln gönnte ich mir eine Pause und schlief erst einmal darüber. Als ich am Morgen in der Frühe mit Bauchschmerzen und Hunger aufwachte, erinnerte ich mich, dass an diesem Tag früher die Aussätzigen aus dem Verlooraloch in die Stadt hinauf gekommen waren. «Ah, das Verlooraloch!», sagte ich zu mir. Das war des Rätsels Lösung.

Am Mittwochmittag lief ich sehr gespannt Richtung Verlooraloch. Es war ein gutes Gefühl, das Rätsel gelöst zu haben. Angekommen am Verlooraloch, fand ich zuerst nichts. Dafür achtete ich darauf, welche Personen kamen und gingen. Ich stand neben dem Altersheim Bürgerhof und beobachtete dabei, wie jemand einen Zettel auf den Boden legte, einen Stein zum Beschweren nahm und sich dabei ganz aufgeregt umsah. Danach rannte die Person weg. Diesen Zettel sah ich mir nun genau an:

Lieber Tom

Lange habe ich dir zugesehen und gewünscht, dass ich weitermachen könnte. Leider finde ich nicht mehr genug Zeit, die Rätsel auszudenken. Deswegen wird dich das letzte Rätsel zu mir führen. Ich habe mir sehr viel Mühe gegeben, es schwierig zu gestalten. Es wird das letzte Mal sein, dass du auf diese Weise von mir hörst. Aber ich will dir das Rätsel nicht vorenthalten. Wer hat über die Stadt gewacht, bei Tag und bei Nacht? Wer kennt alle Wege und Gänge dieser Stadt, so als wenn er sie selbst gebaut hat? Dies ist ein Rätsel, das ich über mich geschrieben habe, wenn du es lösest, wirst du mich finden. Bis dann… Tom…

Einen Tag und eine Nacht rätselte ich an diesem Gedicht herum, bis ein Schatten durch mein Zimmer huschte. Mitten in der Nacht konnte das nur eine Person sein! «Der Nachtwächter», sagte ich zu mir und machte mich am nächsten Morgen Richtung Tor. Leider hatte der Nachtwächter nicht die geringste Ahnung, wovon ich redete. Er sagte:« Ich bin erst seit einer Woche hier tätig.» Ich erfuhr, dass der alte Nachtwächter seinen Job hatte aufgeben müssen, weil er bereits 79 Jahre alt war und schwer erkrankt war. Auch erfuhr ich, dass man ihn im Altersheim Bürgerhof finden konnte.

Ich bin nun zu Hause und weiss nicht, ob ich den alten Nachtwächter besuchen soll, weil er mich vielleicht nicht mehr erkennt. Und wer weiss, ob er überhaupt noch lebt. Vielleicht sollte ich doch gehen, aber ich will irgendwie doch nicht. «Vielleicht morgen dann », sage ich mir immer. Vielleicht ist morgen der richtige Tag. Vielleicht morgen… Vielleicht…

Yannik Mosimann aus Züberwangen hat an der zweiten «Schreiblust & Lesenacht» im Bistro zu Tisch in Bischofszell beim Jurypreis den 2. Platz erhalten. Diesen teilt er sich mit Noah Salvisberg, Gewinner der «Goldenen Schreibfeder», aus Niederhelfenschwil, dessen Geschichte die Wiler Zeitung bereits vergangene Woche publiziert hat. Beide besuchen die Oberstufe Sproochbrugg.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.