Das Rennen beginnt von vorn: In einer Wochen wählt Wil den Stadtpräsidenten und den gesamten Stadtrat neu

Alle acht Kandidierenden, die um einen Sitz in der Wiler Regierung kämpfen, haben im zweiten Wahlgang noch Chancen.

Gianni Amstutz
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Einer von beiden wird neuer Wiler Stadtpräsident: Hans Mäder (links) oder Dario Sulzer. Hans Mäder (CVP) ist aktuell Gemeindepräsident von Eschlikon, Dario Sulzer (SP) ist amtierender Wiler Stadtrat.

Einer von beiden wird neuer Wiler Stadtpräsident: Hans Mäder (links) oder Dario Sulzer. Hans Mäder (CVP) ist aktuell Gemeindepräsident von Eschlikon, Dario Sulzer (SP) ist amtierender Wiler Stadtrat.

Bild: PD

Die Ausgangslage vor dem Wahlsonntag in Wil könnte kaum spannender sein. Denn es ist noch nichts entschieden. Welche fünf Personen in den nächsten vier Jahren die Wiler Regierung bilden, entscheidet sich somit erst im zweiten Wahlgang.

Keine neuen Kandidaten

Neue Kandidaten sind nicht hinzugekommen, zwei Personen haben sich jedoch aus dem Rennen verabschiedet. Einerseits Oliver Baumgartner (parteilos), der seine Kandidatur bereits vor dem ersten Wahlgang zurückgezogen hatte, dies allerdings zu spät, weshalb er weiterhin auf der Liste der Kandidierenden aufgeführt war. Ebenfalls ausgeschieden ist Beat Gisler (CVP), der im ersten Wahlgang das schlechteste Ergebnis aller Kandidierenden erzielte.

Ein Zweikampf mit Vorteilen für Hans Mäder

Für das Stadtpräsidium verbleiben zwei Kandidaten. Der Eschliker Gemeindepräsident Hans Mäder tritt für die CVP an, die SP schickt Stadtrat Dario Sulzer ins Rennen. Mäder hatte im ersten Wahlgang etwas mehr als 700 Stimmen Vorsprung auf Sulzer und geht somit als Favorit in den zweiten Wahlgang.

Derjenige, der bei der Wahl für das Stadtpräsidium die meisten Stimmen macht, ist aber noch nicht automatisch gewählt. Zusätzlich muss ihm auch die Wahl in den Stadtrat gelingen. Nur wenn beide Voraussetzungen erfüllt sind, gibt es am Sonntag einen neuen Wiler Stadtpräsidenten. Deshalb treten sowohl Mäder als auch Sulzer zur Stadtratswahl an. Diese Hürde dürften aber beide nehmen, erreichte Sulzer im ersten Wahlgang doch die meisten Stimmen und Mäder die zweitmeisten.

Es könnte zu Abwahlen kommen

Nebst Mäder und Sulzer treten sechs weitere Kandidierende erneut an. Darunter auch die drei amtierenden Stadträte Daniel Meili (Stimmen im ersten Wahlgang: 3362) von der FDP, die parteilose Jutta Röösli (3007) und Daniel Stutz (2457) von den Grünen Prowil. Schneiden Meili und Röösli mindestens so gut ab wie im ersten Wahlgang, in dem sie das dritt- und fünftbeste Resultat erzielten, würde das die Wiederwahl bedeuten. Daniel Stutz hingegen muss sich steigern, will er die Abwahl noch verhindern.

Mit einem guten Gefühl dürfte FDP-Stadtparlamentarier und Kantonsrat Jigme Shitsetsang dem Wahlsonntag entgegenblicken. Er vereinte im ersten Wahlgang 3561 Stimmen auf sich und klassierte sich auf Rang drei. SVP-Stadtparlamentarierin Ursula Egli hatte im ersten Wahlgang nur einen kleinen Rückstand auf den fünften Platz, der zur Wahl reichen würde. Sie holte 2914 Stimmen. Auch der parteilose Andreas Breitenmoser, der 2718 Stimmen erreichte, kann sich noch Chancen ausrechnen.

Zwei von vier Sitzen im Schulrat noch zu vergeben

Im Schulrat brachte bereits der erste Wahlgang einige Entscheidungen. Elmar Meile-Gantner und Evelyne Engeler Mohn erreichten das absolute Mehr. Somit sind noch zwei der vier Sitze im Schulrat zu besetzen, exlusive des Schulratspräsidiums, das von einem der fünf Stadträte übernommen wird. Nachdem Franklin Munishi (CVP) nicht mehr antritt, werden die verbleibenden Sitze unter Regula Huber (parteilos), Daniel Schläpfer (Grüne Prowil), Nathanael Trüb (SVP), Albertina Palushi-Bullakaj (SP) und Donata D‘Augello-Iona (parteilos) ausgemacht. Aufgrund des ersten Wahlgangs gelten Huber und Schläpfer als Favoriten, haben sie von den Nicht-Gewählten doch die besten Ergebnisse erzielt.