Das Pilgerhaus wird saniert

Die Kirchbürger von Katholisch-Wil sprachen einen Kredit über 1,5 Millionen Franken für die Modernisierung des Riegelhauses bei Maria Dreibrunnen. Sie genehmigten überdies 284 000 Franken für den Ersatz der Heizanlagen.

Philipp Haag
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Das Restaurant Pilgerhaus erhält unter anderem eine neue Küche sowie einen IV-Zugang. (Bilder: Philipp Haag)

Das Restaurant Pilgerhaus erhält unter anderem eine neue Küche sowie einen IV-Zugang. (Bilder: Philipp Haag)

WIL. Leichte Spannung lag in der Luft: Am Freitagabend legte der Verwaltungsrat der Katholischen Kirchgemeinde Wil den Kirchbürgerinnen und Kirchbürgern einen Kredit über 1,5 Millionen Franken für die Sanierung des Pilgerhauses beim Wallfahrtsort Maria Dreibrunnen vor. Die Anspannung beim Kirchenverwaltungsrat rührte nicht primär vom Projekt, dieses schien unbestritten zu sein, sondern angesichts des ansehnlichen Betrags von 1,5 Millionen Franken von den Erfahrungen des letzten Herbsts. Damals lehnten die Stimmberechtigten einen 4,35-Millionen-Franken-Kredit für die Neugestaltung des Wallfahrtsorts wuchtig ab.

Als aber alle 239 Kirchbürgerinnen und Kirchbürger im Pfarreizentrum die Hand hoben und somit den Kredit ohne Gegenstimme genehmigten, legte sich die Nervosität augenblicklich. «Nun können wir die Planung für die Modernisierung des Pilgerhauses weiter vorantreiben», freute sich Kirchenverwaltungspräsident Jürg Grämiger. Er machte nochmals deutlich, wie ausgewiesen «nach 40 Jahren ununterbrochenem Betrieb ohne grundlegende Erneuerungen» der Investitionsbedarf in die Restaurantinfrastruktur ist. Die Küche sei zu ersetzen, ausserdem Sanitär-, Lüftungs- und Kühlanlage zu erneuern. Es sei ein IV-Zugang anzulegen sowie ein Kinderspielplatz zu erstellen.

Lift ist zu teuer

Im ersten Obergeschoss wird ein Sitzungszimmer für Treffen und Workshops eingerichtet, nutzbar sowohl von der Wirtin als auch von den Seelsorgemitarbeitenden. Ein Wermutstropfen: Für handicapierte Personen sind die WC-Anlagen im Untergeschoss schwierig erreichbar. Der Einbau eines Lifts hätte den finanziell zumutbaren Rahmen gesprengt, begründete Grämiger den Verzicht. Aus diesem Grund müssen (geh-)behinderte Personen weiterhin die Toilettenanlage bei der Kapelle nutzen.

Gemäss Grämigers Aussage besteht von Behördenseite die Auflage, die Küche und die Anlagen bis spätestens Ende des nächsten Jahres zu ersetzen. Bis zum Abschluss der Bauarbeiten kann die neue Pilgerhauswirtin Susanne Schmid mit einer bereits vorliegenden provisorischen Bewilligung wirken. Weder für die Sanierung des Pilgerhauses, die über das Finanzvermögen getragen wird, noch für den Ersatz der Heizungsanlagen im Pilgerhaus, im Pfarrhaus sowie in der Wallfahrtskirche ist eine Steuerfusserhöhung notwendig. Den Kredit über 284 000 Franken für die Erneuerung der Heizung bewilligen die Kirchbürgerinnen und Kirchbürger ebenfalls diskussionslos. Der Handlungsbedarf bei den bald 40 Jahre alten Ölheizanlagen sei vorhanden, sagte Grämiger. Das Heizen mit Öl sei nicht nur umweltbelastend, es schade auch den Kunstdenkmälern und der Orgel in der Wallfahrtskapelle. Der Kirchenverwaltungsrat entschied sich in Absprache mit den Technischen Betrieben Wil (TB Wil) für eine Heizanlage mit Erdgasanschluss.

Rickenbacher verabschiedet

Die Kirchbürgerversammlung war die erste ordentliche der mit Rickenbach vereinigten Kirchgemeinde Wil. Aus diesem Grund stand die Versammlung auch im Zeichen von Verabschiedungen: Monika De Simone, Monika Eicher und Roman Gschwend von der Kirchenvorsteherschaft Rickenbach legten ihre Ämter nieder. Präsident Hans Imbach nahm in den Wiler Kirchenverwaltungsrat Einsitz. Ebenfalls seinen Abschied genommen hat Urs Bachmann, seit dem Jahr 2000 Pfarreiratspräsident und Mitglied des Kirchenverwaltungsrat sowie seit 2007 Ratsschreiber. Seit dem 1. Februar 2015 arbeitet er als Gemeindeschreiber von Wattwil. Grämiger dankte allen für ihr Engagement.

Ebenfalls einen Dank sprach Stadtpfarrer Roman Giger aus. Er präsentierte den Kirchbürgerinnen und Kirchbürgern eine eindrückliche Zahl: 1056 Personen leisten in der Kirchgemeinde Wil Freiwilligenarbeit. «Und ich bin mit Zählen noch nicht am Ende.»

Kirchenverwaltungsratspräsident Jürg Grämiger (r.) verabschiedet den ehemaligen Ratsschreiber Urs Bachmann.

Kirchenverwaltungsratspräsident Jürg Grämiger (r.) verabschiedet den ehemaligen Ratsschreiber Urs Bachmann.

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