Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Das Pech ist nur Wasser

Heute begibt sich die Stadt Wil ins Mittelalter. Am Hof-Spektakel frönt man dieser Epoche mit Honigwein, Schalmeienklang, Ritterspielen und vielem mehr. Glücklicherweise ist alles nur Kulisse, denn die Neuzeit ist dem Mittelalter in vielerlei Hinsicht vorzuziehen.
Ursula Ammann
St. Gallen - Ursula Ammann Redaktion Wiler Zeitung (Bild: Ursula Ammann)

St. Gallen - Ursula Ammann Redaktion Wiler Zeitung (Bild: Ursula Ammann)

Heute begibt sich die Stadt Wil ins Mittelalter. Am Hof-Spektakel frönt man dieser Epoche mit Honigwein, Schalmeienklang, Ritterspielen und vielem mehr. Glücklicherweise ist alles nur Kulisse, denn die Neuzeit ist dem Mittelalter in vielerlei Hinsicht vorzuziehen.

Kommt jemand am Montag nach dem Fest gerädert zur Arbeit, dann nicht, weil er vom Folterknecht aufs Rad geflochten wurde, sondern weil er zu tief in den Met-Becher geschaut hat. Auch dürften die Besucher hygienische Zustände antreffen – anders als im Mittelalter, wo jeglicher Unrat auf der Strasse landete. Daran erinnert heute in Wil nur noch das «Stinkgässli».

Sollte es am Wiler Hof-Spektakel dazu kommen, dass eine Frau einem Mann einen Korb gibt, trägt der Abgelehnte höchstens seelische Verletzungen davon und keine körperlichen. Im Mittelalter war auch letzteres der Fall. Mochte die holde Maid den Typen unter ihrem Fenster nicht, schickte sie ihm einen Korb mit gelockertem Boden herab, so dass er beim Hinaufziehen hinunterfiel. Wenn sie ihm dann auch noch die Pest an den Hals wünschte, war es um seine Gesundheit schlecht bestellt.

Das Mittelalter mochte durchaus seine romantischen Seiten haben. Zumindest spielten die Männer damals nicht an ihren Smartphones herum, was sie hätte von einem Gespräch mit ihrer Freundin ablenken können. Aber es gab Tricktrack, ein beliebtes Würfelbrettspiel. Wer sich diesem zu exzessiv widmete, hatte wohl bei den Frauen auch nicht unbedingt einen Stein im Brett.

Am Hof-Spektakel zeigt sich das Mittelalter aber von seiner besten Seite. Einzig mit dem Wetter haben die Teilnehmer etwas Pech. Allerdings tropft dieses höchstens in Form von Regen herunter und nicht als heisse schwarze Flüssigkeit wie in mittelalterlichen Zeiten.

ursula.ammann@wilerzeitung.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.