Das Netz wird ab jetzt intelligenter

Die Gemeinde Zuzwil stellt auf ein intelligentes Stromnetz, das sogenannte Smart Power Management um. Die Umsetzung des Projektes hat nun begonnen. Die neue Technologie wird schrittweise bis ins Jahr 2019 flächendeckend eingeführt werden.

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ZUZWIL. An der Bürgerversammlung vom 27. März haben die Stimmberechtigten mit der Genehmigung des EW-Budgets die Zustimmung zur Umsetzung einer ersten Tranche für das Smart Power Management – auch intelligentes Stromnetz genannt – erteilt. In den Jahren 2015 bis 2019 werden aufgrund der anstehenden zweiten Strommarktliberalisierung insgesamt rund 1,39 Millionen Franken für die Erneuerung der Stromzähler respektive des Ablesesystems investiert.

Zähler ersetzen

Der Stromzähler in Privathaushalten hat sich seit seiner Einführung kaum verändert und wurde bis vor wenigen Jahren ausschliesslich zur Abrechnung des Stromverbrauchs genutzt. Mit dem steigenden Anteil an dezentraler Stromerzeugung, der Erhöhung der Energieeffizienz sowie der anstehenden Liberalisierung des gesamten Strommarktes steigen die Anforderungen an die internen Systeme und Prozesse.

Einfachere Handhabung

Damit sich das EW Zuzwil den wandelnden Bedürfnissen und den neuen Anforderungen stellen kann, wird die neuste Technologie schrittweise bis ins Jahr 2019 flächendeckend eingeführt. Neu werden intelligente Zähler, sogenannte «Smart-Meter-Zähler» eingesetzt. Neben vielen anderen Möglichkeiten können Kunden- oder Mieterwechsel einfacher gehandhabt, der Energiebezug mittels Fernablesung abgerechnet sowie Rechnungen zeitnah erstellt werden. Mit dem flächendeckenden Einsatz solcher Stromzähler entfällt die periodische Ablesung vor Ort.

Via Glasfaser ins Rechenzentrum

Das Smart Metering funktioniert einfach. Die Daten des neuen Zählers werden über das vorhandene Stromkabel bis zu den jeweiligen Trafostationen geführt. Dort werden diese gebündelt und mittels Lichtwellenleiter/Glasfaser via Gemeindehaus in das Rechenzentrum geleitet. Der grosse Vorteil beim Einsatz von intelligenten Zählern besteht in der Ermittlung des tatsächlichen Verbrauchs. Dadurch erhält die Kundschaft die Möglichkeit, positiv auf den eigenen Konsum einzuwirken (Spareffekt) und finanzielle Einsparungen durch die Lastverschiebung in Nebenzeiten zu erzielen. Zudem ermöglichen Smart-Metering-Lösungen, die Lastschaltregeln und die zu schaltenden Verbraucher flexibel und ohne grossen Aufwand aufeinander abzustimmen. Solche Ansätze stellen einen zentralen Baustein dar, um die Integration der wachsenden, dezentralen Produktion ins Netz langfristig zu gewährleisten. Der Auftrag für den Bau des Kommunikationsnetzes wurde an die Etavis AG, Zuzwil, und für die Auswechslung der Zähler an die Steinlin + Partner AG, Wil/Zuzwil, erteilt. (gk)