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Das Motto von Luc Kaufs Amtszeit als Präsident des Wiler Stadtparlaments: «locker und speditiv»

In wenigen Tagen endet das Amtsjahr von Luc Kauf. Er wollte der erste Wiler Parlamentspräsident werden, der am «Frauenfelder» teilnimmt, daraus wurde nichts. Dafür hielt es angenehme Überraschungen bereit.
Adrian Zeller
Im vergangenen Januar durfte Luc Kauf (Mitte) das Parlamentspräsidium von Vorgängerin Ursula Egli übernehmen. In rund zwei Wochen gibt er es nun wieder ab und zwar an den bisherigen Vizepräsidenten Marc Flückiger (links). (Bild: Hans Suter)

Im vergangenen Januar durfte Luc Kauf (Mitte) das Parlamentspräsidium von Vorgängerin Ursula Egli übernehmen. In rund zwei Wochen gibt er es nun wieder ab und zwar an den bisherigen Vizepräsidenten Marc Flückiger (links). (Bild: Hans Suter)

Kurzfristig bat Luc Kauf, das vereinbarte Bilanzinterview mit der «Wiler Zeitung» zu seinem Präsidialjahr um 24 Stunden verschieben zu können. Er musste einen wichtigen Termin wahrnehmen: Sein Sohn Céderic Noger fuhr den Weltcup-Riesenslalom in Saalbach-Hinterglemm. Morgens um 4 Uhr stieg der 60-Jährige ins Auto, um im Bundesland Salzburg mitzuerleben, wie sein Sohn einen Karrieresprung auf den Ski an die erweiterte Weltspitze machte. Ein Grund zum Vaterstolz? «Eher Freude. Es freut mich vor allem für ihn.» Er habe viel Zeit und Energie in seine Laufbahn investiert, da sei es ihm zu gönnen, dass dies nun Früchte trage.

Eine weitere Überraschung, mit der er nicht gerechnet hatte, fiel in seine Amtszeit: «Die Bundesratswahlen und der darauf folgende Empfang bleiben mir unvergesslich. Dass genau in meinem Präsidentenjahr eine Wilerin zu Bundesrätin gewählt worden ist, bedeutete für mich ein hohes Privileg und hat mir einen höchst interessanten Einblick in die höher angesiedelte Politik gegeben. Dafür bin ich äusserst dankbar.» Und noch ein persönliches Highlight fiel in die Schlussphase seines Präsidialjahres, der Vater dreier Kinder wurde zum dritten Mal Grossvater.

Das Tun zeigt Wirkung

Wie geht sein politisches Jahr als höchster Wiler zu Ende, ist er eher erleichtert oder eher wehmütig? «Ich spüre beides, Erleichterung, dass ich das Jahr ohne grossen Fauxpas hinter mich gebracht habe, etwas Wehmut, weil ich doch viele interessante und auch heitere Begegnungen hatte und ich in dieser Beziehung jetzt wieder kürzertreten muss.» Er wurde an viele Anlässe und Orte eingeladen. Hat sich dadurch sein Bild von der Stadt verändert und erweitert? «Verändert hat es sich nicht, sondern bestätigt, dass ich in einer Stadt mit vielen engagierten und interessierten Bürgerinnen und Bürger lebe. Dass ich dieses Bild nicht ändern muss, freut mich und motiviert mich, weiter politisch tätig zu sein. Denn ich weiss, dass unser Tun sich nicht irgendwo in nichts auflöst, sondern Wirkung zeigt.»

Es wurde von Unternehmerseite schon kritisiert, der Parlamentsbetrieb sei ineffizient und überflüssig. Luc Kauf streicht seinerseits die positiven Aspekte heraus: «Durch die fünf Fraktionen fühlt sich ein Grossteil der Bevölkerung mit ihren Anliegen einigermassen vertreten. In einer Bürgerversammlung wäre dies weit weniger der Fall.»

Das Resümee seines Amtsjahres fällt nicht nur positiv aus: «Eher schwierig war der Formalismus während der Sitzungen. Selbstverständlich braucht es gewisse Vorschriften für die Abläufe im Parlament. Trotzdem, etwas mehr Spontanität und Flexibilität hätte ich mir von gewissen Politikern schon erhofft.»

Es sei unmöglich, stets alle Erwartungen der Parlamentarierinnen und Parlamentarier gerecht zu werden, sagt Luc Kauf Es gebe zwangsläufig immer Personen, die mit der Amtsführung nicht restlos zufrieden seien. Dies liege in der Natur des Amtes. Doch ins Kreuzfeuer der Kritik kam er nicht. «Ich konnte viele positive Rückmeldungen entgegennehmen. Das war ja auch nicht so wahnsinnig schwierig. Als Präsident habe ich ja betreffend politischer Meinungsäusserung quasi ein Sabbatical eingezogen, und so habe ich auch keine grossen Angriffsflächen geboten und konnte mich vielfach ausgleichend und konsenssuchend einbringen.»

Einsatz für umweltgerechte Zukunft leisten

Luc Kauf sitzt seit 13 Jahren im Parlament. Über die Gründe für sein politisches Engagement meint er: «Weil ich sehe, dass wir so vermutlich nicht mehr lange weitermachen können. Mein Lebensmodell entspricht nicht unbedingt der allgemeinen Entwicklung der vergangenen 20 Jahre, und so hoffe ich, dass ich einen kleinen Beitrag leisten kann, um aufzuzeigen, dass weniger Konsum und ein entschleunigter Lebensstil erstrebenswerte Ziele sind.» Seine Anliegen sieht er bei den Grünen Prowil am besten vertreten. «Wir haben in der Fraktion sehr konstruktive Diskussionen und wir funktionieren auch ausserhalb der politischen Arbeit gut miteinander.»

Mit dem Ende der Amtszeit kann er seine Prioritäten wieder anders setzen. «Ich freue mich, dass ich wieder mehr Zeit haben werde für meine Hobbys wie Skitouren, Wandern oder Joggen, und natürlich für meine Grosskinder. Diese Schar ist in diesem Jahr nochmals grösser geworden. Und das nächste Jahr werde ich für den ‹Frauenfelder› keine Ausrede mehr haben, wobei dieses Jahr wirklich eine Verletzung der Grund war, dass ich meine Vorbereitungen für den Marathon abbrechen musste. Es wäre ehrlich gesagt aber auch ohne Verletzung sehr knapp geworden.»

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