Das Los ist fair

Kommentar zum Losentscheid der Wiler Mädchenschule St. Katharina.

Gianni Amstutz
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Gianni Amstutz

Die Schule ist für Jugendliche ein wichtiger Ort – nicht nur wegen der Bildung. Ein Grossteil der Sozialisation geschieht in diesem Alter zwischen Pausenplatz und Klassenzimmer. Daher ist es verständlich, dass Eltern und Mädchen, die beim Losentscheid den Kürzeren zogen und nicht ins Kathi dürfen, verärgert sind.

Der Entscheid mag willkürlich erscheinen. Doch genau darin liegt seine Berechtigung. Anhand von Begabungen oder eines Motivationsschreibens zu entscheiden, würde gewisse Schülerinnen benachteiligen. Beim Los haben alle die gleichen Chancen. Für die nicht berücksichtigten Mädchen mag das ein schwacher Trost sein. Wäre die Schülerin in einem anderen Jahrgang zur Schule gegangen, bei dem die 70-Prozent-Quote nicht erreicht wurde, hätte sie ins Kathi dürfen. Im Einzelfall hat das System seine Mängel, im Grossen gesehen ist es aber die beste aller schlechten Lösungen.