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Das Leben zurückgewonnen

Rochus Braun war Inhaber eines erfolgreichen Floristikfachgeschäftes. Irgendwann wurde ihm das Leben als Unternehmer jedoch zu stressig. Heute lebt der ehemalige Gewerbetreibende einen völlig veränderten Alltag.
Adrian Zeller
Rochus Braun mit seinen zwei Söhnen. (Bild: PD)

Rochus Braun mit seinen zwei Söhnen. (Bild: PD)

«Ich sage immer: Mit dem Verkauf meines Geschäftes habe ich mir mein Leben zurückgewonnen.» Rochus Braun führte während Jahren gemeinsam mit seiner damaligen Lebenspartnerin eine Firma mit diversen Lehrlingen und Mitarbeitenden, zu dem unter anderem ein Ladenlokal an der Weierstrasse und eine Gärtnerei in Wil gehörten.

Namhafte Firmenkunden

Für einige Zeit war ein Blumengeschäft im Warenhaus Globus in Zürich Teil des Unternehmens. Wie der 59-Jährige erzählt, hatte die Firma neben der Privatkundschaft einige namhafte Firmenkunden im Portfolio. Dazu gehörten unter anderem der Rückversicherer Swiss Re, das Institut am Rosenberg, das Internat Lyceum Alpinum in Zuoz und die Mineralwasserfirma Henniez.

Eine fordernde Arbeit

Konstant auf einem sehr hohen Qualitäts- und Anspruchsniveau einer gehobenen Kundschaft zu arbeiten, sei auf Dauer sehr fordernd gewesen. Eine weitere für ihn deutlich spürbare Herausforderung waren auch die Gartenabteilungen der Grossverteiler in der Region, denn diese zogen Kunden ab. Das Geschäftsumfeld habe sich für produzierende Gärtnereibetriebe sehr verändert, so Braun. Er hatte den Betrieb einst von seinen Eltern übernommen. Diese hätten deutlich andere Marktbedingungen gehabt als er. «Um als Blumen- und Gartenfachgeschäft erfolgreich bestehen zu können, muss man heutzutage eine Nische finden», sagt Braun.

Im Jahr 2010 veräusserte er seinen Geschäftsbetrieb. Er zog sich danach aber nicht abrupt aus dem Arbeitsleben zurück, wie er betont. Er wirkte an der stilvollen Sanierung einer historischen Liegenschaft an der Tonhallenstrasse mit, deren Eigentümer er ist. Das ansprechende Ergebnis wurde 2012 mit dem Prix Casa des Vereins Wil Tourismus ausgezeichnet.

Kunststudium in Grossbritannien

Bald danach schrieb er sich an der Universität Newcastle für ein vierjähriges Kunststudium ein. Diese Ausbildungsstätte zählt gemäss Braun zu den drei renommiertesten auf diesem Gebiet in Grossbritannien. «Ich habe mich im Milieu mit Kunstschaffenden und im Austausch mit ihnen schon immer sehr wohlgefühlt.»

Mit der Geburt seiner zwei Söhne und dem Entscheid, die Kinderbetreuung gemeinsam zu übernehmen, muss die Kunst sich zurzeit in die zweite Reihe stellen. Das Formen der Kinder sei ja in einem übertragenen Sinn auch eine Art, bildhauerisch tätig zu sein: Vorhandenes erkennen und Raum gestalten für Neues.

Um an einer zufriedenstellenden Karriere im Kunstbetrieb arbeiten zu können, müsse man sehr engagiert und kontinuierlich künstlerisch tätig sein können, sagt Braun. «Zudem gibt es viele Kunstschaffende, die sehr gute Werke produzieren.» Da komme schon die Frage auf, ob der eigene Beitrag zum Kunstbetrieb wirklich nötig sei. Gleichwohl ist der ehemalige Unternehmer kreativ tätig. Im Moment beschäftigt er sich mit den Ausdrucksmöglichkeiten von Silikon.

Silikonskulptur in der Kunsthalle Wil zu sehen

Derzeit zeigt er in der Kunsthalle Wil im Rahmen der Ausstellung «sieben mal 20», die vom Künstlerkollektiv Ohm 41 initiiert wurde, eine Silikonskulptur. Zum Thema seiner Kreation möchte er nicht viel sagen, um die Betrachtenden in ihrer Wahrnehmung der Arbeit nicht im Voraus zu beeinflussen und in eine Richtung zu lenken. Seit zwei Jahren lebt Rochus Braun mit seiner Familie in Paradiso bei Lugano. Seine aus Schottland stammende Frau arbeitet in der Südschweiz als Anästhesieärztin, während er vor allem für die Betreuung der Kinder und für die Haushaltführung zuständig ist. «Für mich ist es wie der zweite Teil eines Lebens in meinem Leben. Es geht mir sehr gut dabei.»

Vernissage am 1. Juni

Die Ausstellung «sieben mal 20» in der Kunsthalle Wil dauert vom 2. Juni bis zum 14. Juli; Vernissage am Samstag, 1. Juni ab 18 Uhr.

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