Das Leben schönrechnen

Seitenblick

Hans Suter
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Auffallend vielen Menschen sind Zahlen ein Graus. Trotzdem haben sie eine heimliche Glückszahl oder meiden die eine oder andere Zahl, weil sie angeblich Unglück verheisst. 13 ist in unserem Kulturkreis die wohl prominenteste Unglückszahl. Warum das so ist, kann kaum jemand aus dem Stand beantworten. Dass es so ist, glauben die meisten zu wissen. Es gibt aber auch Menschen, auf die Zahlen eine magische Kraft ausüben, weil sie an die Kraft der Zahlen glauben. «Die Zahlen unseres Lebens können uns Aufschluss über die Bestimmung unserer Seele und unseren Lebensweg geben», heisst es auf einer Website für spirituelle Lebensberatung.

Damit beginnt das grosse Rechnen. Auch für jene, denen Arithmetik alles andere als lieb ist. Da gibt es zum Beispiel die Lebenszahl. Diese ergibt sich aus der Quersumme des Geburtsdatums. Deshalb heisst sie auch Geburtszahl oder Schicksalszahl. Beispiel: 16.12.2017. Wer morgen geboren wird, hat die Geburtszahl 2. Die Formel: 1+6+1+2+2+0+1+7=20=2+0=2.

Doch welche Bedeutung hat die Zahl 2? Laut den Numerologen steht sie für Gleichgewicht, Frieden und Harmonie. Die Zwei macht morgen Samstag Geborene zu einer friedliebenden Persönlichkeit und zum idealen Vermittler mit ausserordentlichem Feingefühl. Morgen werden demnach nur besonders wertvolle Menschen geboren.

In gut zwei Wochen ist Neujahr. Wir schreiben dann das Jahr 2018. Rechnen wir das Muster der Numerologen durch: 2+0+1+8=11=1+1=2. Welch ein Zufall! Das neue Jahr wird also so glücklich verlaufen wie das ganze Leben der morgen Geborenen. Dass Numerologen Menschen mit der Lebenszahl 2 – nebenbei erwähnt – Pessimismus nachsagen, kann man getrost ignorieren.

Hans Suter

hans.suter@wilerzeitung.ch

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