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«Das Leben ist ein Training»: Silvan Jung, Spieler der Faustballgemeinschaft Rickenbach-Wilen, im Porträt

Silvan Jung ist Captain der NLA-Mannschaft von Rickenbach-Wilen. Mit seinem Willen gelingt es dem 27-jährigen Niederhelfenschwiler, die Mitspieler mitzureissen. Der Ehrgeiz des Polizisten entwickelte sich schon in seiner Kindheit. Am Samstag stehen für ihn und das Team zwei wegweisende NLA-Heimspiele an.
Tim Frei
Im Wiler Turm: Diese Treppe rennt Silvan Jung jeweils in der Saisonvorbereitung hoch. (Bilder: Ralph Ribi)

Im Wiler Turm: Diese Treppe rennt Silvan Jung jeweils in der Saisonvorbereitung hoch. (Bilder: Ralph Ribi)

Mit breiter Brust bewegt sich Silvan Jung auf dem Spielfeld zur Seite des Gegners, um dort den Faustball zu holen und ihn fürs Anspiel auf die Seite seiner Mannschaft zu bringen. «In unserem Sport versuchen viele Teams, ihre Gegner zu verunsichern», sagt Jung.

«Umso wichtiger ist es, dass ich als gutes Beispiel vorangehe, und meiner Mannschaft aufzeige, dass wir uns den Schneid nicht abkaufen lassen.»

Der 27-Jährige führt seine Equipe nicht nur durch ein selbstbewusstes Auftreten an. Eine zentrale Rolle spielt sein Ehrgeiz, der genauso gross wie vielfältig ist. Der Niederhelfenschwiler verfügt etwa über einen stark ausgeprägten Siegeswillen.

«Ob Training, Match oder ob wir aussichtslos zurückliegen – ich will immer gewinnen.»

Ein Wettkampftyp

Verliert er ein Trainingsspiel gegen Teamkollegen, könne es schon vorkommen, dass er sich ärgert, sagt sein Bruder und Mitspieler Philipp Jung: «Er nimmt jeden Wettkampf sehr ernst». Dieser bestätigt: «Ich bin ein Wettkampftyp».

Dieser Siegeswille kann aber auch zu seiner Schwäche werden. «Wenn daraus ein falscher Ehrgeiz entsteht», sagt Silvan Jung. Er erinnert sich etwa an seine Juniorenzeit, in der er oft ans Aufhören dachte, nachdem er ein Trainingsspiel verloren hatte.

Als jüngstes Kind musste er sich von Anfang an durchsetzen

Der Ehrgeiz von Jung manifestiert sich auch in seinem Trainingsaufwand. Während der Vorbereitung trainiert er rund acht Stunden wöchentlich. Oft joggt er etwa zum Wiler Turm, ehe er diesen in vollem Tempo hochrennt. Dazu sagt er:

«Die eigenen Grenzen zu suchen, treibt mich an.»

Das zeigte sich bereits in seiner Kindheit. Schon damals, mit drei Geschwistern auf einem Bauernhof aufgewachsen, reizte es ihn, irgendwo hochzusprinten und die eigenen Grenzen auszuloten. «Mein Ehrgeiz kommt daher, dass ich mich als jüngstes Kind von Anfang an gegen andere durchsetzen musste.» Ob im Sport oder im Beruf: Dies setzte sich später fort, und hält bis heute an.

Ein Verfechter der direkten Kommunikation

Der Weg zum Faustball als Fünfjähriger folgte ebenfalls über die Familie – sowohl der Vater als auch die zwei Brüder und die Schwester betrieben den Sport. Und dies erst noch erfolgreich. Über die Zeit sind mehrere EM-Titel zusammengekommen. Silvan Jung gewann etwa 2012 mit der A-Nationalmannschaft Gold.

Jung fordert von sich und seinen Mitspielern viel. Er sagt:

«Ich habe ein Problem damit, wenn jemand zu wenig Einsatz zeigt.»

Wenn man etwas nicht richtig mache, könne man es ja gleich lassen. Das passt zu ihm, der ein Freund der direkten Kommunikation ist – und deshalb auch nicht zurückschreckt, Probleme anzusprechen.

Im Fitnesscenter baut er den Stress ab

Mittlerweile scheinen seine Ansprachen anzukommen, man müsse ins Krafttraining investieren. «Viele haben einen grossen Schritt vorwärts im Muskelaufbau und in der Fitness gemacht.» Die Bedingungen bei Rickenbach-Wilen sind ideal: Beim Sponsor Update-Fitness haben alle Spieler ein Abonnement.

Jung selber ist oft im Fitnesscenter anzutreffen. «Es hilft mir, den Stress im Job abzubauen. Im Faustball ist das für mich nicht möglich, da immer auch ein Erfolgsdruck besteht.»

Entscheid nach intensiver Buchlektüre

Jung arbeitet seit 2013 als Kantonspolizist, aktuell in Rickenbach. Auch hier war der Weg schon früh vorgespurt. Als Kind sei ihm immer gesagt worden, ein Polizist habe zu jeder Frage eine fundierte Antwort parat. «Das hat mich geprägt», sagt der gelernte Elektroinstallateur.

Verbunden mit diesem prägenden Erlebnis ist der Wissensdurst, der das ganze Leben von Jung begleitet. Bei ihm ist das nicht einfach eine Floskel, sondern es geht viel tiefer. So trifft er etwa einen wichtigen Entscheid erst, wenn er mehrere Sachbücher zum Thema gelesen hat. Derzeit steht er kurz davor, mit seiner Freundin ein Haus zu erwerben. Wissen dazu angeeignet hat er sich durch die Lektüre von zehn Büchern.

Nächstes Training: Praktikum bei der Kriminalpolizei

Lesen ist für Jung also weit mehr als ein Hobby. Ihn interessieren insbesondere Sachbücher zu Aktien- und Börsengeschäften und zur Persönlichkeitsentwicklung.

Sein Drang, sich vertieft zu informieren, erklärt er wie folgt: «Das Leben ist ein Training.» Bald beginnt er bei der Kriminalpolizei ein Praktikum. Das nächste Training steht also unmittelbar bevor.

Wegweisende NLA-Runde am Samstag

Die erste Equipe von Rickenbach-Wilen trifft am Samstag in der zweitletzten NLA-Runde auf dem Wilener Sportplatz Ägelsee auf Neuendorf und Oberentfelden. Die wegweisenden Spiele beginnen ab 15 Uhr. Das fünftplatzierte Rickenbach-Wilen hat nur vier Punkte Rückstand auf das drittklassierte Neuendorf und ist punktgleich mit dem viertplatzierten Oberentfelden. Je nach dem wie die Hinterthurgauer abschneiden, bleiben ihre Chancen auf die Final-Four-Runde intakt. (hbr)

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