Das kulturelle Erbe Münchwilens

Am Sonntag fand im Rahmen der Europäischen Tage des Denkmals in der Villa Sutter in Münchwilen die zentrale Veranstaltung für den Kanton Thurgau statt. Für die rund 100 Besucher wurden informative Führungen angeboten.

Rudolf Steiner
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Kultureller Dorfrundgang: Annina De Carli und Hansjörg Brem (Amt für Archäologie Kanton Thurgau) führten Interessierte durch Münchwilen – hier zum renovierten Gerichtsgebäude. (Bild: Rudolf Steiner)

Kultureller Dorfrundgang: Annina De Carli und Hansjörg Brem (Amt für Archäologie Kanton Thurgau) führten Interessierte durch Münchwilen – hier zum renovierten Gerichtsgebäude. (Bild: Rudolf Steiner)

MÜNCHWILEN. Seit etwa 15 Jahren wird im Kanton Thurgau der Tag des Denkmals durchgeführt. Letztes Jahr fand die Veranstaltung in Egnach zum Thema Ernährungsproduktion statt, dieses Jahr war die Reihe an Münchwilen. Die Idee dieser Veranstaltung sei, nicht einfach Figuren oder eigentliche Denkmäler auf einen Sockel in der Landschaft zu stellen, sondern Bauten als Erinnerungs- und Wissensträger, die die Zeitgeschichte abbilden, zu präsentieren, sagte etwa Regierungsrätin Monika Knill. Die Departementsvorsteherin des Amtes für Kultur des Kantons Thurgau begrüsste mit diesen Worten am Sonntagvormittag rund 60 Besucherinnen und Besucher im Park der Villa Sutter. Mit dem Angebot und den diversen Führungen wolle man der Bevölkerung Kulturvermittlung im weitesten Sinn bieten.

Die geschichtsträchtige, renovierte Villa Sutter, die vom Fabrikantenehepaar Alfred und Anneliese Sutter vor 63 Jahren erbaut und bis 2012 auch bewohnt wurde, sei dafür der ideale Ort, sagte Monika Knill.

Sehens- und erlebenswert

Als ihn Hansjörg Brem vom Amt für Archäologie des Kantons Thurgau vor einem Jahr informierte, dass man sich entschieden habe, den Thurgauer Tag des Denkmals in Münchwilen durchzuführen, sei ihm der Schreck gehörig in die Glieder gefahren, sagte Gemeindepräsident Guido Grütter.

«Welche Baudenkmäler gibt es denn in Münchwilen, und kann in der Gemeinde ein Tagesprogramm mit sehens- und erlebenswerten Kulturdenkmälern angeboten werden», habe er sich gefragt. Man kann, wie das Tagesprogramm mit den sieben Führungen zu geschichtsträchtigen Bauten wie dem renovierten Gerichtsgebäude samt Anbau oder dem Pilgerweg gezeigt hat.

Schrecken in Stolz gewandelt

Mittlerweile habe sich sein anfänglicher Schrecken in Stolz gewandelt, sagte Grütter. «Dass wir vor der Villa Sutter den Europäischen Tag des Denkmals eröffnen, hätte ich vor einigen Jahren nicht zu träumen gewagt. Heute haben wir hier ein kulturelles Zentrum», sagte er stolz.