Das Kreuz mit der Fairness

«Es hat sich gelohnt, fair zu spielen», darf der FC Uzwil morgen Samstag sagen, wenn sowohl er als auch der FC Bazenheid gewonnen haben. Dann steigen nämlich die Uzwiler auf.

Urs Nobel
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Ob Michael Hürlimann (im Vordergrund) für den FC Uzwil auflaufen kann, ist bis kurz vor Spielbeginn noch offen. (Bild: Urs Nobel)

Ob Michael Hürlimann (im Vordergrund) für den FC Uzwil auflaufen kann, ist bis kurz vor Spielbeginn noch offen. (Bild: Urs Nobel)

FUSSBALL. Bei Punktgleichheit zählt die Tordifferenz und entscheidet allenfalls über Aufstieg oder Verbleib in der Liga. Der FC Uzwil verfügt über gleich viele Punkte wie der FC Bazenheid, jedoch über das bessere Torverhältnis. 61 Treffer haben die Untertoggenburger bisher erzielt, nur 23 erhalten. Im Vergleich der FC Bazenheid: Dieser hat bisher zwar einen Treffer weniger kassiert, dafür aber «nur» 49 geschossen. Keine Frage, bei Punktgleichheit nach dem morgigen Spiel darf Uzwil aufsteigen.

Fairness soll belohnt werden

Diese Regel gilt hingegen nicht mehr. Das Torverhältnis ist nichts mehr wert. Dem Verband ist es egal, ob ein Team mehr oder weniger Tore geschossen hat, es muss in erster Linie fair geblieben sein. Im Falle des FC Uzwil ist dieser fairer als der FC Bazenheid. Die Mannschaft von Trainer René Benz kassierte bisher in der Fairnesswertung 46 Strafpunkte, jene von Trainer Heris Stefanachi 62. Auch dank dieser Regelung kann also bei Punktgleichheit der FC Uzwil nach 14 Jahren Zugehörigkeit in der regionalen 2. Liga wieder in die 2. Liga inter zurückkehren. Und alle dürfen sich auf die Schultern klopfen und sagen: «Es hat sich gelohnt, fair zu spielen.»

Zu viele unnötige Strafen

Der FC Bazenheid wäre bei Punktgleichheit in dieser Saison auch mit der Tordifferenz-Regel nicht aufgestiegen. Doch das braucht ihn nicht zu ärgern. Es zählt die Fairnesswertung, und da muss sich der Trainer und die Mannschaft den Vorwurf gefallen lassen, zu viele unnötige Strafen kassiert zu haben. Zu oft fehlte es den Spielern in gewissen Situationen an der nötigen Disziplin. Dies könnte nun dazu führen, dass der FC Bazenheid auch in seinem dritten Anlauf zur Rückkehr in die 2. Liga inter scheitert und mit dem ungeliebten zweiten Tabellenrang vorliebnehmen muss. Aber, zuerst müssen der FC Uzwil und der FC Bazenheid morgen Samstag beide gewinnen, ehe definitiv abgerechnet werden kann. Und möglicherweise spielen dann weder die Punkte oder irgendwelche Reglemente noch eine Rolle.

Abschied vom FC Henau

Der Partie zwischen Henau und Uzwil kommt morgen Samstag besondere Bedeutung zu. Nach nur einer Saison Ligazugehörigkeit müssen die Henauer wieder in die 3. Liga zurückkehren. Der Verein blickt auf eine intensive Saison zurück. In der Meisterschaft fehlte oft nur wenig zu einem Erfolg. Viele knappe Resultate verlangten nach Geduld. Dem Trainer und der Mannschaft wurde immer wieder das Vertrauen ausgesprochen. Es hat trotzdem nicht gereicht. In der zu Ende gehenden Saison gab es jedoch nicht nur viele negative Aspekte zu verdauen. Der FC Henau stand immerhin im Schweizer Cup und kam dort bis in die zweite Hauptrunde. Die Partie gegen den FC Wil geriet zu einem Fussballfest, an welches man sich noch lange gerne erinnert.