«Das Konzerterlebnis steht im Mittelpunkt»

WIL. Nach dem Erfolg beim 25-Jahr-Jubiläum im Jahr 2014 organisiert der Gare de Lion am 6. August wieder ein Festival. Programmchef Michael Sarbach erklärt, weshalb es auf dem Platz Wil zwei Sommer-Open-Airs verträgt und das Silo-Festival kein Konkurrenz-Event zum «rockamweier» ist.

Philipp Haag
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Michael Sarbach, Programmchef Gare de Lion. (Bild: pd)

Michael Sarbach, Programmchef Gare de Lion. (Bild: pd)

Herr Sarbach, im Jahr 2014 führte der Gare de Lion zum 25-Jahr-Jubiläum ein Festival durch. Weshalb kommt es in diesem Sommer zu einer Wiederholung?

Michael Sarbach: Es herrschte eine ausgezeichnete Stimmung und eine einmalige Atmosphäre hinter dem Silo. Wie sich zeigte, eignet sich das Areal vorzüglich für ein kleines Musikfestival. Obwohl organisatorisch neben 70 bis 90 regulären Anlässen ein grosser Lupf für Vorstand, Betriebsgruppe und für die unzähligen Helfenden nötig war, hat es uns allen auch grossen Spass gemacht. Angespornt wurden wir auch durch die unzähligen positiven Feedbacks jeglicher Altersgruppen.

Wird das Sommerfestival eine einmalige Veranstaltung sein, oder ist eine alljährliche Durchführung geplant?

Sarbach: Weitere Ausgaben sind vorerst nicht geplant. Wir sehen das Festival als Testlauf. Der Erfolg des letzten Festivals stimmt uns zuversichtlich – nun möchten wir in Erfahrung bringen, ob auch ohne Jubiläum und ohne Gratiseintritt eine ausreichende Nachfrage besteht. Als grösster Konzertveranstalter der Region wäre es naheliegend, beispielsweise alle zwei Jahre ein Sommerfestival durchzuführen. Wir verfügen über die nötigen Kompetenzen und Erfahrungen und können Synergien mit dem Betrieb im Gare de Lion nutzen.

In Wil gibt es bereits das Sommer-Gratis-Open-Air «rockamweier». Ist das Silo-Festival als Konkurrenz oder als Ergänzung zu verstehen?

Sarbach: Das Open Air «rockamweier» hat sich zu einem Grossanlass entwickelt. Inzwischen ist es ein tolles Volksfest, welches längst nicht mehr nur Musikfans anzieht. Das Rahmenprogramm bietet neben Kinderprogramm, Marktständen und Sömmeribar beispielsweise auch ein Zelt für Clubbing mit elektronischer Musik. Ein Gratis-Festival für ein breites Publikum muss aber auch Kompromisse in der Programmgestaltung und beim Rahmenprogramm eingehen. Wir verfolgen mit dem Silo-Festival ein anderes Konzept. Es soll ausdrücklich kein Konkurrenzanlass sein. Wir planen ein Festival für Musikliebhaberinnen und Musikliebhaber. Das Konzerterlebnis steht im Mittelpunkt. Dabei wird es nicht um grosse Namen oder möglichst massentaugliche Musik gehen, sondern primär darum, aktuelle Musik und neue, aufstrebende Acts zu präsentieren. Da darf es auch Platz geben für Liebhaberthemen und Experimente. Unsere Gäste sollen auch neue Musik für sich entdecken können.

Bietet Wil und Umgebung genügend Publikum für zwei Open Airs im Sommer?

Sarbach: Davon sind wir überzeugt. Zudem können wir bei Konzerten während der Saison auch auf Publikum aus der ganzen Schweiz und dem nahegelegenen Ausland zählen – das wird auch beim Festival so sein.

Wird das Festival gratis angeboten?

Sarbach: Nein, wir werden einen dem Programm und den Kosten angemessenen Eintritt erheben, der voraussichtlich zwischen 30 und 40 Franken betragen wird. Auf diese Einnahmen sind wir zwingend angewiesen. Zudem darf qualitativ hochwertige Live-Musik auch etwas kosten.

Wird wie beim Jubiläum-Event mit einer Open-Air- und einer Club-Bühne gearbeitet?

Sarbach: Ja. Zusätzlich zur Club-Bühne stellen wir wieder eine Open-Air-Bühne auf.

Können schon Namen des Line-ups genannt werden?

Sarbach: Nein, den ersten Teil des Programms geben wir im März bekannt.

Wird auch regionalen Bands eine Plattform geboten?

Sarbach: Natürlich werden wir nach Möglichkeit auch Künstler aus der Ostschweiz berücksichtigen. Für Newcomerbands bieten wir aber genügend passendere Plattformen wie BandXost.

Kann bereits etwas zum Rahmenprogramm gesagt werden?

Sarbach: Ein eigentliches Rahmenprogramm wird es nicht geben. Die Konzerte, die abwechselnd auf der Club-Bühne und auf der Open-Air-Bühne stattfinden, stehen klar im Mittelpunkt des Festivals. Unser Dekoteam wird aber wiederum für eine einmalige Atmosphäre sorgen mit selber gebauten Sitzmöglichkeiten, gebastelten Wegweisern, heimeliger Arealbeleuchtung. Und anstatt eines normalen Festzeltes wird wieder ein grosses Zirkuszelt aufgebaut.

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