Das Jahr 2014 war um mehr als ein Grad zu warm

Der Wetter-Jahresrückblick zeigt für das Jahr 2014 im Fürstenland zahlreiche markante Werte: Neun Monate waren zu warm, drei zu kalt. Zwei Monate verliefen zu nass, zehn zu trocken. Im ersten Halbjahr war jeder Monat zu sonnig, zu warm und zu trocken. Im ganzen Winter 2013/2014 hatte es keine Schneedecke.

Christoph Frauenfelder*
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NIEDERUZWIL. Das Jahresmittel der Temperatur ergibt 10,3 Grad, damit liegt es im Vergleich mit dem Mittelwert um 1,3 Grad zu hoch – oder fast zwei Grad höher als im Jahr zuvor. Der Temperaturumfang reichte im vergangenen Jahr von minus 13 Grad im Dezember bis 33 Grad im Juni. An 57 Tagen herrschte Frost, und an vier Tagen lag die Temperatur ganztags unter null Grad. An 24 Tagen war es sommerlich warm mit 25 Grad oder mehr.

Die Jahresniederschläge ergaben 96 Zentimeter. Diese Summe liegt rund 20 Prozent zu tief, verglichen mit dem Mittelwert. An 128 Tagen regnete oder schneite es. Das sind 10 Tage weniger als üblich. An 23 Tagen gab es Gewitter. Die Sonne schien während 1535 Stunden, dieser Wert entspricht exakt dem Normalwert. Die höchste Windspitze betrug 99 Kilometer pro Stunde und wurde im Oktober gemessen.

Warmer, trockener Winter

Mit einem markanten Temperaturüberschuss von drei Grad stieg der Januar in die Wetterszene 2014 ein. Kaum ein Tag verlief unter dem langjährigen Mittelwert der Temperatur. Mit 38 Millimeter Niederschlag erreichte die Monatssumme lediglich 55 Prozent. Die Temperaturen bewegten sich im Hochwintermonat zwischen minus 5 und plus 16 Grad. An 18 Tagen herrschte Frost, und während nur eines Tages verlief das Thermometer ganztags unter null Grad. Es gab wie schon im Vormonat keine Schneedecke. Die Sonne schien beinahe 150 Prozent der üblichen Summe.

Es folgte ein ebenso warmer Februar. Kein Tag war zu kalt, vergleicht man mit dem langjährigen Mittelwert. Es wurden 14 Frosttage und kein Eistag verzeichnet. Erstaunlich: Den ganzen Winter über (Dezember bis Februar) gab es im Fürstenland keine Schneedecke.

Frühling wie der Winter

Das milde Wetter wurde auch im März fortgesetzt. Das Temperaturspektrum bewegte sich zwischen minus 2 und frühlingshaften 21 Grad. Ende Monat reichte es für eine dünne Schneedecke, die erste seit fast vier Monaten. Die Sonne schien während 185 Stunden, so viel wie üblicherweise im Juni.

Es folgte ein deutlich zu warmer und zu trockener April mit nur einem Frosttag. Die Temperatur bewegte sich zwischen minus 1 und 21 Grad. Der Mai war ein Wonnemonat. Er brachte in etwa normale Temperaturen. Die Temperaturpalette reichte von 1 bis 28 Grad. Es gab bereits zwei Sommertage mit über 25 Grad. Geringe Niederschläge und etwas mehr Sonne als üblich verhalfen dem Mai zu einem wonnigen Wettercharakter.

Sommer mit viel Regen

Zunächst begann der Sommer verheissungsvoll. Es gab ein warmer, trockener und sonniger Juni. Damit sind die Temperaturmonatsmittel seit Dezember überdurchschnittlich hoch. Die Temperaturen bewegten sich zwischen 6 und 33 Grad. Es wurden bereits drei Hitzetage mit über 30 Grad und zehn Sommertage mit über 25 Grad registriert. Es fehlte damit an Feuchtigkeit, welche die Vegetation in dieser Jahreszeit dringend benötigt. Dafür schien die Sonne 50 Prozent mehr als normal.

Mit dem Juli wurde die siebenmonatige Reihe zu warmer, trockener und sonniger Monate beendet. Viele kühle und regnerische Tage liessen keine Sommergefühle aufkommen. 150 Prozent der «normalen» Regenmenge bestärken die Aussage.

Der August fiel trüb und sonnenarm aus. Zu viel Niederschlag und kühle Temperaturen unterstreichen den «misslungenen» Wettercharakter des letzten Sommermonats.

Goldener Herbst

Der Altweibersommer brachte im September einen Temperaturüberschuss von einem Grad. Das Quecksilber bewegte sich zwischen 4 und 26 Grad. Insgesamt war es um 25 Prozent zu trocken. Zwar blieb die Sonnenscheinsumme defizitär, da es in den Vormittagsstunden viel Nebel und Hochnebel hatte. Doch die Nachmittage verliefen oftmals sonnig und golden bei wonnigen Temperaturen.

Es folgte der «goldene Oktober» – und damit die Fortsetzung des Altweibersommers im September. Die Temperaturen bewegten sich zwischen 3 und 24 Grad. Es fehlten rund 50 Prozent Niederschlag, dafür schien die Sonne überdurchschnittlich viel. Ein Kaltlufteinbruch am 21. Oktober brachte eine Windböe von fast 100 Kilometern pro Stunde – der höchste Wert des Jahres.

Ebenfalls trocken und warm verlief der November. Der Temperaturüberschuss liegt bei zwei Grad. Es wurden noch bis 21 Grad verzeichnet, und zu einem Frost reichte es nur ganz knapp. An 14 Tagen lag Nebel, eine ausserordentlich hohe Zahl.

Auch der Dezember schloss zu warm und zu trocken. Er war zwei Grad zu warm. Die Temperaturpalette reichte von minus 13 bis plus 14 Grad. Und wieder kam es zum klassisch milden Weihnachtswetter. Diese Wettersingularität ist mit 70 Prozent Wahrscheinlichkeit gegeben, so dass Weihnachten im Unterland nur selten weiss ausfallen.

* Der Autor ist Inhaber der Meteotop-Wetterstation Fürstenland in Niederuzwil.