«Das ist schwer zu beweisen»

NIEDERHELFENSCHWIL. Seit zwei Wochen vermisst Ursula Kümin ihre Katze Mauzi – und befürchtet ein Verbrechen. Die Polizei kann in solchen Fällen nur selten etwas unternehmen.

Benjamin Pelzmann
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Entlaufene Katzen sind keine Seltenheit, Missbräuche zum Glück schon. (Archivbild: Nana do Carmo)

Entlaufene Katzen sind keine Seltenheit, Missbräuche zum Glück schon. (Archivbild: Nana do Carmo)

Ursula Kümin vermisst ihre Mauzi. Die schwarzweisse Katze kam plötzlich nicht mehr nach Hause, wie sie im jüngsten Mitteilungsblatt der Gemeinde schreibt. Sie befürchtet Schlimmes: «Seit zwei Wochen habe ich nichts mehr von ihr gehört», sagt sie auf Anfrage. Sie habe bei der Suche in der Nachbarschaft ungeheuerliche Geschichten gehört. «Einmal wurde eine tote Katze vor einer Haustüre abgelegt, tiefgefroren», sagt sie. Und erst kürzlich musste ein Nachbar mit seinem Tier zum Tierarzt – wegen schwerer Schnittwunden, die sie sich nicht selbst zugefügt hat.

Nur wenige Fälle

Ursula Kümin vermutet, dass jemand ihrer Katze etwas angetan haben könnte. Nur: Was müsste in so einem Fall getan werden? «Bei Tiermisshandlungen kann Anzeige erstattet werden», sagt Hanspeter Krüsi von der Kantonspolizei St. Gallen. Nur sei es in den meisten Fällen aufgrund weniger Hinweise schwierig, Verdächtigungen zu beweisen. «Konkrete Anzeigen mit Verdacht gegen eine bestimmte Person haben wir nicht viele pro Jahr», sagt Krüsi. «Man kann die Fälle an einer Hand abzählen.»

Hoffnung nicht aufgeben

Alexander Jung ist seit einem Jahr Tierschutzbeauftragter der Gemeinde. «Ich habe von der entlaufenen Katze gehört, die Leute sind aber nicht auf mich zugekommen», sagt er. Das passiere ohnehin sehr selten. Drei Mal musste er in seiner Amtszeit erst ausrücken. Ursula Kümin gibt die Hoffnung jedenfalls noch nicht auf: «Jemand hat mir gesagt, dass meine Katze noch lebt», sagt sie. Sie werde sich noch einmal auf die Suche machen. «Vielleicht ist auch alles halb so schlimm und sie hat sich in einer Scheune versteckt.» Mit dem Aufruf im Gemeindeblatt wollte sie vor allem sensibilisieren. «Vielleicht hat der Täter meinen Aufruf gelesen und verstanden, wie viel Schmerz und Leid er uns zufügt», sagt sie.