Das Handy gibt den Ton an

Am letzten Freitag in St. Gallen, die dritte Mahler hat gefallen. Das grosse Orchester spielt excellent, das Handy ist auch im Element. Zwei Natelsolos gleich zu Beginn, hat jemand Sabotage im Sinn? Der Dirigent sucht schnell das Weite,

Drucken
Teilen

Am letzten Freitag in St. Gallen,

die dritte Mahler hat gefallen.

Das grosse Orchester spielt excellent,

das Handy ist auch im Element.

Zwei Natelsolos gleich zu Beginn,

hat jemand Sabotage im Sinn?

Der Dirigent sucht schnell das Weite,

wer wohl die Sache weiterleite?

Der Zwischenfall wird weggesteckt,

der Dirigent die Arme streckt,

bringt engagiert und sehr behende

die Symphonie zum guten Ende.

Die Rückschau folgt am nächsten Tage,

sie führt uns zur zentralen Frage:

Kann das Handy nicht allein

daheim in den vier Wänden sein?

Was hat es im Konzert zu suchen?

Oder wenn Gäste uns besuchen,

find ich es äusserst unsensibel,

ja mit einem Wort: Penibel,

wenn dauernd Klingeltöne stören,

wir dauernd Albernheiten hören

die irgendwer zum Besten gibt

und dies auch noch frisch verliebt.

Wir sollten uns emanzipieren,

auf Fehlverhalten reagieren,

das Handy ruhig zu Hause lassen

und Funkstille walten lassen,

denn das Natel am Ohr ist wie ein Messer am Hals.

Und das darf nicht sein, nein, keinesfalls.

De Gallestei

Der Flawiler Buchautor und Kolumnist Rolf Bollinger alias Dr. Gallestei schreibt in dieser Woche ausnahmsweise am Samstag in der Wiler Zeitung.

Aktuelle Nachrichten