Das Hallenbad wird weggespart

Am Ende hat alles nichts mehr genützt: Der überwiegenden Mehrheit des St. Galler Kantonsrats sind Investitionen von 1,3 Millionen Franken für den Weiterbetrieb des Therapiebads in der Psychiatrischen Klinik Wil zu viel.

Hans Suter
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REGION. 8,5 Millionen Franken fliessen nach Wil. Der Kantonsrat ist einhellig der Auffassung, das 1980 eröffnete Aufnahmegebäude A01 der Psychiatrischen Klinik in Wil genüge den heutigen Anforderungen nicht mehr. Deshalb wird das 36jährige Gebäude voraussichtlich ab nächstem Sommer teilsaniert. Durch die Investition von 8,5 Millionen Franken soll es weitere 15 bis 20 Jahre genutzt werden können. Danach dürfte es einem Neubau weichen.

Kein Geld für Therapiebad

Das Therapiebad im Untergeschoss des Gebäudes wird bereits ab nächstem Sommer/Herbst hingegen für immer geschlossen. Um es weiterbetreiben zu können, wären Investitionen von 1,3 Millionen Franken in die technische Erneuerung notwendig. Zudem beläuft sich das jährliche Defizit auf rund 130 000 Franken. Das ist den meisten kantonalen Parlamentariern zu viel. Den Antrag der SP/Grüne-Fraktion auf Aufstockung des Kredits um 1,3 Millionen Franken für das Hallenbad verwarf der Kantonsrat mit 24 Ja- zu 79 Nein-Stimmen deutlich.

Das Bad wird von der Psychiatrischen Klinik nicht mehr als betriebsnotwendig erachtet. Von den rund 14 000 Besucherinnen und Besuchern entfällt nur noch ein Fünftel auf Patienten der Klinik. Das Bad wird gerne von älteren Personen genutzt. Aus ihren Reihen wurde eine Petition mit 675 Unterschriften eingereicht. Am Ende vermochte auch diese nichts mehr auszurichten.

Ja zu Polizei und Viadukt

Oppositionslos angenommen wurden die Realisierung einer neuen Polizeistation in Wil und die Sanierung des Viadukts Mühle Rickenbach, das Wil als Hauptachse mit dem Toggenburg verbindet. Die heutige Polizeistation an der Lerchenfeldstrasse in Wil genügt den Anforderungen in mehrfacher Hinsicht nicht mehr. Deshalb soll an der Bronschhoferstrasse 69 eine neue Polizeistation entstehen. Der Kredit von gut neun Millionen Franken wurde gutgeheissen. Dazu wird ein Teil des heutigen Swisscom-Gebäudes umgebaut und erweitert. Am selben Ort realisiert der Sicherheitsverbund Region Wil ein neues Betriebsgebäude für Feuerwehr und Zivilschutz.

Diskussionslos angenommen wurde auch der Kredit von 9,5 Millionen Franken für die Instandsetzung des Viadukts Mühle Rickenbach. Aufgrund des schlechten Zustands des Viadukts ist eine umfangreiche Instandsetzung zwingend nötig. Gleichzeitig mit dieser Instandsetzung soll die Fahrbahn verbreitert und damit die Verkehrssicherheit erhöht werden. Beide vom Kantonsrat genehmigen Vorlagen unterstehen dem fakultativen Finanzreferendum.

Das Planungs- und Baugesetz wurde von der bürgerlichen Mehrheit getragen, von der Ratslinken aber abgelehnt. Mit dem Ja zum Nachtrag zum Gesetz über die Spitalverbunde hat das Kantonsparlament den Weg für die Übertragung der Spitalimmobilien an die Spitalverbunde freigemacht.

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