Das Gewerbe im Wandel: Digitalisierung steht bei Neujahrsbegrüssung der FDP Flawil im Zentrum

Im Mittelpunkt der Neujahrsbegrüssung der FDP Flawil stand eine Podiumsdiskussion um das örtliche Gewerbe und dessen Zukunft. Dabei wurde klar, dass die Digitalisierung die grösste Herausforderung darstellt.

Philipp Stutz
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Erwin Thalmann, Rodolfo Ruggiero und Ernst Hess (von links) diskutierten über die Zukunft des Gewerbes. (Bild: Philipp Stutz)

Erwin Thalmann, Rodolfo Ruggiero und Ernst Hess (von links) diskutierten über die Zukunft des Gewerbes. (Bild: Philipp Stutz)

«Wenn sich Flawil neu als Stadt bezeichnen würde, hätte das kaum grosse Veränderungen zur Folge», beantwortete Erwin Thalmann, Gemeinderat und Mitinhaber der Benz AG, eine entsprechende Frage der beiden Moderatoren Erich Baumann und Markus Lichtensteiger. Über die Einführung eines Stadtparlaments würde sich wahrscheinlich die Linke freuen, fügte er ironisierend hinzu. Thalmann führt einen Betrieb mit neun Mitarbeitern, die namentlich im Bereich Haushaltgeräte tätig sind. «Als gestandene Praktiker wissen wir, was Kunden wünschen, und können als Kleinbetrieb flexibel reagieren.» Die Benz AG stelle Qualität vor Wachstum. Kontinuität führt seiner Meinung nach zu Kundentreue und -zufriedenheit. In seiner Branche herrsche ein ruinöser Preiskampf, gestand Thalmann. Und deshalb sei man froh, auf eine gute Stammkundschaft zählen zu dürfen.

Administrativer Aufwand stark gestiegen

Bei Ernst Hess, Geschäftsführer der Botsberg-Garage Hess AG, dreht sich alles ums Auto. Diese Branche habe schon viele Veränderungen erlebt. Nun komme die Digitalisierung hinzu. «Die Geschäftstätigkeit ist zufriedenstellend, aber die Kosten wachsen», betonte Hess. Besonders der administrative Aufwand sei stark gestiegen. Zum Kundenservice gehöre auch eine schnelle Abwicklung der Aufträge.

Zufrieden mit dem Geschäftsgang zeigte sich auch Rodolfo Ruggiero, Geschäftsführer von Di Cristo + Ruggiero GmbH. Er führt zusammen mit Pino Di Cristo ein Fotostudio mit angeschlossenem Fachgeschäft. Der Betrieb sei saisonalen Schwankungen ausgesetzt und könne bei Bedarf auf ein Netz von Freelancern zurückgreifen. Heute nenne sich die Berufsbezeichnung Fotofachmann mit Fachrichtung Fotografie.

Analoge durch digitale Fotografie ersetzt

Ruggerio setzt auf Kompetenz und Nischenqualität. Zu seinen Kunden zählen Private wie auch Firmen. «Wichtig ist mir der persönliche Bezug zu Menschen.» Und deshalb porträtiert er gerne Personen, führt auch Workshops durch. Als Fotograf hat Ruggiero die Digitalisierung schon früh zu spüren bekommen. Gehört doch die analoge Fotografie längst der Vergangenheit an. Immer wichtiger werden bewegte Bilder sowie Multimedia. Ernst Hess erwähnte, dass gute Fachleute, etwa Mechatroniker, nach wie vor gefragt seien. Der Trend in der Automobilbranche gehe eindeutig in Richtung Elektrifizierung der Fahrzeuge.

Neugestaltung des Marktplatzes beschäftigt

Roland Roos, Präsident der FDP, brachte an der gut besuchten Veranstaltung einige lokalpolitische Themen zur Sprache. Die Neugestaltung des Marktplatzes bezeichnete er als Generationenprojekt, das die Flawiler auch in den kommenden Jahren beschäftigen werde. Das Strassenprojekt Wiler-/St. Gallerstrasse gehe leider nicht so schnell voran wie erwartet. «Der Kanton hat Mühe, die vielen Einsprachen zügig abzuhandeln, und wir sind froh, dass sich der Gemeinderat dagegen wehrt.» Bis allerdings die ersten Schaufeln Erde bewegt würden, werde es noch geraume Zeit dauern. Auch die Zukunft des Spitals ist in aller Munde. Vor allem der Gemeinderat beschäftige sich mit dem neuen Konzept der St. Galler Spitäler. Die FDP habe Ideen für den Fortbetrieb des Spitals gesammelt, die der Gemeindepräsident direkt aufgenommen habe. Am 20. Februar treffe sich der Lenkungsausschuss mit der Bevölkerung zum Gespräch. Auch die Umzonung des Flawa-Areals von der Industriezone in Wohn- und Gewerbezonen habe für Gesprächsstoff gesorgt, sagte Roos: «Schön, dass auf dem Gelände Neues entstehen kann und das Zentrum aufgewertet wird.» Und schliesslich gehe es mit der Sanierung des Lehmtobels und dem Entwässerungsprojekt im Töbeli weiter.