Das Geschäft mit dem Tod

Viele Menschen wollen nicht mehr auf einem gewöhnlichen Friedhof begraben werden. Der Trend geht in Richtung Natur und weg von den Friedhofsmauern. Die Firma Waldesruh bietet deshalb Baum- und Naturbestattungen an.

Simone Greuter
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Nicht jeder muss sich auf einem Friedhof begraben lassen; immer mehr Menschen wünschen sich eine Naturbestattung. (Archivbild: St. Galler Tagblatt)

Nicht jeder muss sich auf einem Friedhof begraben lassen; immer mehr Menschen wünschen sich eine Naturbestattung. (Archivbild: St. Galler Tagblatt)

Region. Ein Grab hinter Friedhofsmauern ist nicht jedermanns Sache. Immer häufiger wollen Menschen ihre «letzte Ruhe» unter einem Baum, in einem Fluss oder auf dem Gipfel eines Berges finden. Das ist in der Schweiz kein Problem, denn es ist legal. Die Asche wird nach der Kremation den Angehörigen überlassen. Diese können dann die Asche verstreuen, wo sich der Verstorbene seine Ruhestätte wünscht.

Wichtig zu wissen ist, dass in jedem Fall nur das Streuen des Sediments zulässig ist, nicht die Bestattung mit der Urne.

Der Wiler Fritz A. Staible hat sich seit zehn Jahren auf das Geschäft mit dem Tod spezialisiert. Er bietet mit seiner Firma Waldesruh Baum- und Naturbestattungen in der gesamten Schweiz an. «Viele Menschen wollen zurück zur Natur und weg von den Friedhofsmauern.

Eine weitere Erklärung könnte auch sein, dass sich einige nicht mehr mit der Kirche identifizieren können und deshalb nicht auf einem Friedhof begraben sein wollen», erklärt sich Fritz A. Staible den wachsenden Trend zu Naturbestattungen.

99 Jahre geschützt

«Einige Menschen fragen sich nun; warum soll ich für eine Bestattung in der freien Natur Geld ausgeben, wenn ich die Asche auch gratis verstreuen kann? Die Antwort ist einfach; wir bieten nicht nur die Streuung der Asche, sondern die ganze Bestattungshilfe bis zur Beerdigung an», sagt Fritz A.

Staible. Ein weiterer Grund sei, dass der Baum, welcher für die Ruhestätte ausgesucht wurde, durch das Grundbuchamt rund 99 Jahre geschützt ist. Ebenfalls seien die rund vierzig Waldparzellen, welche die Firma Waldesruh besitzt, windgeschützt und haben eine schöne Aussicht.

95 Prozent von Fritz A. Staibles Kunden suchen ihren Baum bereits zu Lebzeiten aus. «So setzen sie den Angehörigen ein klares Zeichen, dass sie eine Naturbestattung wollen.

Viele suchen sich den Baum vor ihrem Tod aus, weil sie den Hinterbliebenen keine Anstrengung sein wollen», erklärt Fritz A. Staible.

Baum bedeutet Kraft

«Wenn jemand gestorben ist und derjenige sich für eine Naturbestattung entschieden hat, geht alles sehr einfach», versichert Fritz A. Staible. Die Asche des Verstorbenen wird in den Bodenbereich eines jungen oder neu gepflanzten Baumes oder Strauches eingebracht. «Viele Mensch fühlen sich von Bäumen angezogen.

Der Baum steht für das Symbol Kraft», sagt der Firmeninhaber von Waldesruh GmbH und fügt hinzu: «Das Wachstum des Baumes tröstet die Angehörigen über den Verlust des Verstorbenen hinweg.»

Die Möglichkeit, in einem Waldesruh-Platz seine letzte Ruhestätte zu finden, ist so individuell wie für die Menschen, die den örtlichen Friedhof vorziehen. «Es gibt Familienbäume, die einer Einzelperson oder ganzen Familien als Ruhestätte dienen. Oder Gemeinschaftsbäume, unter denen bis zu acht Menschen ihre letzte Ruhe finden.

Weiter gibt es noch den Freiheitsbaum, speziell für nicht leistungsfähige Familien, bei welchen die Bestattung kostenlos ist», sagt Fritz A. Staible.

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