Das Geld liegt bereit

Seit fünf Jahren gibt es in Sirnach keinen Gewerbeverein mehr. Der Gemeinderat möchte dies ändern und schreibt eine Neugründung bis 2019 in seine Legislaturziele.

Olaf Kühne
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Kurt Baumann Gemeindepräsident Sirnach (Bild: Olaf Kühne)

Kurt Baumann Gemeindepräsident Sirnach (Bild: Olaf Kühne)

SIRNACH. Das Angebot klingt verlockend: Für einen neuen Sirnacher Gewerbeverein liegen 65 000 Franken bereit – das Vereinsvermögen der einstigen Vereinigung Sirnacher Firmen. Das Geld liegt seit nunmehr fünf Jahren brach und wird von der Gemeinde treuhänderisch verwaltet. Die Statuten der Vereinigung sahen vor, dass das Vereinsvermögen bei einer allfälligen Auflösung des Vereins an eine vergleichbare Nachfolgeorganisation übergehen soll.

Keine Ansprechpersonen

Die Vereinigung ist längst Geschichte, doch in den vergangenen fünf Jahren kam aus dem Sirnacher Gewerbe kaum Initiative für eine Neugründung – zum Leidwesen des Gemeinderates. «Uns fehlen oftmals in wichtigen Fragen Ansprechpersonen», sagt Gemeindepräsident Kurt Baumann. Als aktuelles Beispiel benennt er die Spange Hofen, eine Umfahrung Sirnachs mit entsprechender Neugestaltung zweier Strassen im Dorfteil Hofen, über die am 18. Oktober an der Urne befunden wird. «Hier wollten wir unbedingt das Gewerbe mit einbeziehen, um beispielsweise die Zufahrten und Anlieferungen zu den Betrieben berücksichtigen zu können.» Nur stand eben kein Gewerbeverein zur Verfügung, die Gemeinde musste das Gespräch mit den einzelnen Firmen suchen. Was in anderen Gemeinden eine Selbstverständlichkeit ist, soll nun in den kommenden Jahren auch in Sirnach wieder entstehen. «Wir als Gemeinde können natürlich keinen Gewerbeverein gründen», sagt Baumann. Die Initiative müsse schon aus dem Gewerbe selber kommen. Dennoch hat der Gemeinderat die Angelegenheit zur Chefsache erklärt.

Interessenten vorhanden

In den Legislaturschwerpunkten bis 2019 setzt sich der Gemeindepräsident unter dem sinnigen Titel «Eigenverantwortung fördern» selber das Ziel: In der Gemeinde hat es wieder einen eigenständigen Gewerbeverein. «Es gibt einige interessierte Gewerbler, mit denen ich im Gespräch bin», sagt Baumann. Namen will er indes nicht nennen. «Als Gemeinde könne man vor allem Unterstützung anbieten, alle Firmen anschreiben und die Personen an einen Tisch bringen.»