Das Geheimnis ist gelüftet

WIL. Die neue Präsidentin der Wiler SVP heisst Ursula Egli und kommt aus Rossrüti. Somit steht der Äbtestädter Volkspartei erstmals überhaupt eine Frau vor. Ex-Präsident Klaus Rüdiger bleibt dem Vorstand weiterhin treu.

Simon Dudle
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Frisches Blut: Die neue Präsidentin der Wiler SVP, Ursula Egli, im Gespräch mit dem neuen SVP-Stadtparlamentarier Benjamin Büsser. (Bild: Simon Dudle)

Frisches Blut: Die neue Präsidentin der Wiler SVP, Ursula Egli, im Gespräch mit dem neuen SVP-Stadtparlamentarier Benjamin Büsser. (Bild: Simon Dudle)

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit bestimmten die Mitglieder der SVP Wil an einer ausserordentlichen Versammlung über die personelle Zukunft. Traktandiert war die Wahl der neuen Präsidentin Ursula Egli, die ohne Gegenstimme zur ersten Frau an der Spitze der Wiler Orts-SVP ernannt wurde. Gegenkandidaturen gab es nicht.

Seit drei Jahren im Parlament

«Ich habe mir diesen Entscheid mehrfach und gut überlegt, da es ein Amt mit grosser Verpflichtung ist», sagt Ursula Egli, die seit knapp drei Jahren dem Wiler Stadtparlament angehört und im September aus der Geschäftsprüfungskommission ausgetreten ist. Die Verpflichtung ist auch darum gross, weil es in jüngerer und mittelfristiger Vergangenheit immer wieder zu Querelen gekommen war. Eine innere Zerreissprobe war im Sommer der Fall Sarah Bösch. Die Stadtparlamentarierin fuhr betrunken Auto und beschimpfte dann einen Polizisten, was ihr nationale Medienpräsenz einbrachte. Schliesslich trat sie aus dem Stadtparlament und der Ortspartei aus. In dieser Phase war Ortspräsident Klaus Rüdiger bereits zurückgetreten. Offiziell, um die Ressourcen anders zu bündeln. Es erstaunte aber nicht, wenn der Entscheid auch mit innerparteilichen Vorgängen in Zusammenhang stünde.

Noch kein Vizepräsident

Bäuerin Egli will Ruhe und Konstanz in die Partei bringen. Die 45jährige vierfache Mutter sagt: «Da ich bisher nicht im Vorstand war, habe ich viel nur von aussen mitbekommen. Wir wollen neue Mitglieder gewinnen, Unterstützung aus der Wirtschaft holen und das Wahlergebnis vom 18. Oktober als Auftrag aus der Bevölkerung verstehen.» Im Vorstand gibt es keine personellen Änderungen. Dem siebenköpfigen Gremium gehören weiter auch Mario Schmitt, Regierungsrat Stefan Kölliker und Klaus Rüdiger an. Wer Vizepräsident wird, ist noch offen. Bisher hatte Schmitt das Amt inne.