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Das gefährliche Spiel mit dem Faktor Zeit

Ein Kommentar zur Abstimmung über den Hochwasserschutz in der Gemeinde Zuzwil

Beim Ausbau des Dorfbachs geht es um viel: um den Schutz vor Überflutungen, um Dorfbild-Veränderungen und um Geld. Das Wie will gut überlegt sein. Die Grundlagen dafür wurden am 25. Juni offiziell erläutert, die Unterlagen zwei Monate später auf der Gemeindewebsite publiziert: Projektbeschriebe, Situations- und Profilpläne, technische Berichte und Kostenberechnungen für beide Ausbauvarianten: Gerinneerweiterung mit oder ohne teilweisen Entlastungsstollen. Jetzt sind die baulichen Eingriffe auch im Gelände markiert.

Fünf Wochen vor der Abstimmung üben sich die Parteien noch in Zurückhaltung: FDP, CVP und SP wollen die zwei öffentlichen Bachbegehungen und die neuerliche Informationsveranstaltung abwarten, bevor sie ihre Parolen fassen. Die SVP lehnt beide Sanierungsvarianten ab und empfiehlt am 20. Oktober ein doppeltes Nein in die Urne zu legen. Zu viele Fragen seien offen, lautet die Begründung. Zweimal Nein sagt auch das Ad-hoc-Komitee zur Rettung des Dorfbachs: Man will mehr Zeit.

Noch offene Fragen – dieses Argument funktioniert immer, wenn Entscheide aufgeschoben, Projekte verzögert werden sollen. Denn egal wie oft und wie umfassend informiert wird, bleiben Fragen unbeantwortet. Doch kann man sich im konkreten Fall den Aufschub leisten? Die Antwort liegt in der Zukunft.

Überschwemmungen gibt es nicht alle Jahre. Wann die nächste eintrifft, ist unklar, dass sie eintreffen wird jedoch gewiss. Die wirklich entscheidende Frage ist deshalb: Welche Risiken will man zu Gunsten möglicherweise besserer Alternativen eingehen? Risiken, die primär jene Grundeigentümer tragen, die nicht «alle verhältnismässigen Massnahmen» zum Schutz ihrer Bauten gegen Überschwemmungen umgesetzt haben. Denn die Kulanz der Versicherer bei der Regulierung von Hochwasserschäden hat abgenommen. Insbesondere im Kanton St.Gallen, dem einzigen in der Schweiz, in dem die obligatorische Gebäudeversicherung seit 2017 darüber hinaus einen «gefährdungsabhängigen Selbstbehalt» kennt: eine im Nachhinein fällige Risikoprämie. Das heisst: Hausbesitzer werden im Schadenfall auch dann zur Kasse gebeten, wenn private Schutzvorkehrungen unzumutbar sind, sie also kein Verschulden trifft.

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