Das G-Werk in der Warteschlaufe

Auf dem Areal Gebenloo in Bronschhofen soll ein Industrie-/Gewerbepark entstehen. Das erste Projekt, der innovative Büro-/Gewerbekomplex G-Werk, verzögert sich allerdings. Das Baugesuch wird im nächsten Jahr eingereicht.

Philipp Haag
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Die Vorderseite der in modularer Bauweise zu erstellenden Liegenschaft erscheint als viergeschossiger Bürotrakt. (Bild: Visualisierung: pd)

Die Vorderseite der in modularer Bauweise zu erstellenden Liegenschaft erscheint als viergeschossiger Bürotrakt. (Bild: Visualisierung: pd)

BRONSCHHOFEN. Der Startschuss für die Bebauung des vier Hektaren grossen Industrie- und Gewerbeparks Gebenloo in Bronschhofen – ein Gemeinschaftswerk der Stadt Wil, des Kantons St. Gallen sowie des Bundes, das als Zukunftsmodell für gewerbliche innerstädtische Verdichtung gilt – verzögert sich. Das erste Projekt, der Büro-/Gewerbekomplex G-Werk, wird frühestens im nächsten oder übernächsten Jahr realisiert. Ursprünglich plante die Totalunternehmerin Senn aus St. Gallen, das Baugesuch für das G-Werk im Herbst/Winter 2014/2015 einzureichen. Doch nun hat sich die Projektentwicklerin entschieden, mit der Baueingabe ein Jahr zu warten. Als Zeithorizont für die Eingabe des Baugesuchs dient Mitte 2016, wie Johannes Eisenhut, Geschäftsführer der Senn Development AG, auf Anfrage bestätigt.

Noch kein Ankermieter

Den Grund für die Verzögerung macht Eisenhut im schwierigen Umfeld aus. Zwei Hauptgründe sind ausschlaggebend: Einerseits ist noch kein Ankermieter vorhanden. Ein Ankermieter übernimmt einen ansehnlichen Teil der Nutzfläche, tritt quasi als Hauptmieter auf, der die Liegenschaft aufwertet und somit eine Anziehungskraft auf andere Interessenten ausübt. «Leider ist ein hochpotenzieller Ankermieter, ein Elektronikunternehmen, abgesprungen, um sich auf einem Nachbargrundstück im Gebenloo einen eigenen Bau zu erstellen», sagt Eisenhut. Allgemein habe es sich herausgestellt, dass ortsansässige KMU, für die das G-Werk besonders geeignet wäre, es bevorzugen, eine eigene Liegenschaft zu bauen oder eine bestehende zu erweben, als sich einzumieten, wie Eisenhut sagt. Vor allem bei Gewerbebetrieben in Familienbesitz, welche die finanziellen Ressourcen aufweisen, habe Eigentum Priorität. «Und gegenwärtig sind die Zinsen dafür ja äusserst attraktiv. Dennoch glauben wir an das Potenzial eines flexiblen Arbeitsstandorts im Gebenloo, der es Unternehmen ermöglicht, sich zu entwickeln.»

Entwicklung braucht Zeit

«Uns ist bewusst geworden, dass die Entwicklung des Standorts noch etwas mehr Zeit benötigt», sagt Eisenhut. Er vermisst ein wenig die Dynamik. Eisenhut hofft, das G-Werk führe gemeinsam mit der Ansiedlung des Elektronikunternehmens zu etwas mehr Bewegung bei der Niederlassung neuer Betriebe im Gebenloo. Den Standort mit der Nähe zur Stadt Wil und zum Autobahnanschluss erachtet er als attraktiv. Eisenhut hält denn auch am G-Werk-Projekt fest. Sollte sich ein Ankermieter finden, kann er sich vorstellen, das Baugesuch bereits gegen Ende dieses Jahres einzureichen. Bedingung ist allerdings, der Mieter würde um die 6000 der 12 000 zur Verfügung stehenden Quadratmeter übernehmen. An weiteren kleineren Interessenten mangelt es nicht. «Wir sind mit einigen in Kontakt», sagt Eisenhut. Mit einem 6000-Quadratmeter-Ankermieter sowie kleineren Nutzern würde die kritische Masse erreicht, um die Baueingabe vorzunehmen.

Kosten: 38 Millionen Franken

Veränderungen am Projekt, das 38 Millionen Franken kostet, werden vorerst keine vorgenommen. Das G-Werk mit Bürotrakt sowie Werkhalle/Lager und einer Verladerampe wird in modularer Bauweise erstellt. Dadurch ist eine Anpassung an die Bedürfnisse der Nutzer möglich. Das G-Werk ist als Schwesterprojekt des Baus Noerd in Zürich-Oerlikon konzipiert, in dem die Firma Freitag, die mit ihren Taschen aus LKW-Planen weltweit Erfolge feiert, ihren Hauptsitz hat.

Bilder und Informationen: www.senn.com/gwerk

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