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«Das führt zu Heimatvertreibung»

An der Bürgerversammlung stimmt die Zuzwiler Bevölkerung über eine Steuerfusssenkung von 100 auf 95 Prozent ab. Gegen diese stellt sich die SVP Zuzwil. Ein tieferer Steuerfuss sei nicht nur unnötig, sondern sogar schädlich.
Ursula Ammann
Walter Kerschbaumer Vorstandsmitglied SVP Zuzwil (Bild: uam)

Walter Kerschbaumer Vorstandsmitglied SVP Zuzwil (Bild: uam)

ZUZWIL. «Die Wohlhabenden sind die Nutzniesser, die Arbeiterklasse und der Mittelstand aber merken kaum etwas davon», sagt Walter Kerschbaumer. Das Vorstandsmitglied der SVP Zuzwil spricht damit die vom Gemeinderat beantragte Steuerfusssenkung von 100 auf 95 Prozent an. In den Augen der SVP Ortspartei ist diese nicht nur unnötig, sondern sogar schädlich. Ein tiefer Steuerfuss ziehe die Reichsten an, was wiederum die Immobilienpreise in die Höhe treibe, so Kerschbaumer. «Mit einem Handwerkerlohn lassen sich die Wohnungen und Liegenschaften nicht mehr bezahlen», fügt er an. «Das führt zu Heimatvertreibung unserer Dorfjugend.» Zuzwil sei bereits eine Elite-Gemeinde, was die Steuern betreffe. «Wir müssen nicht noch mehr reduzieren», betont Kerschbaumer. Seine Partei sei zwar für schlanke Steuern, aber diese dürften nicht zur Magersucht führen. Auch sei Vorsicht geboten, zumal sich die Steuerkraft angesichts der wirtschaftlichen Lage künftig verschlechtern könnte.

Antrag auf Ablehnung

«Statt die Steuern zu senken, sollten mit dem Gewinn Schulden abgezahlt werden», sagt Walter Kerschbaumer. Berücksichtige man künftige Investitionen wie die neue Turnhalle oder die Sanierung des Dorfbachs und der Weierenstrasse, bewege sich die Gemeinde Zuzwil auf einen Schuldenberg von rund 38 Millionen Franken zu. Im argen Gegensatz zur geplanten Steuersenkung stehe auch die Tatsache, dass die Gemeinde den Schülern das Busgeld streiche und dass Eltern für jedes Kind 100 Franken fürs Skilager zu entrichten hätten, so Kerschbaumer. Auch habe der Gemeinderat kein Gehör dafür, die Verkehrssicherheit der Schulkinder mit einer Unterführung zum Schulhaus Züberwangen zu verbessern.

Am 23. März wird die Zuzwiler Stimmbevölkerung über die Steuersenkung befinden. Die SVP Zuzwil stellt den Antrag auf Ablehnung. Eine Steuersenkung dürfe nicht als Propagandamittel hinsichtlich der Gemeinderatswahlen im Herbst verkommen.

Investitionen tragbar

Der Entscheid zur Steuersenkung sei vom Gemeinderat sehr bewusst getroffen worden, sagt Gemeindepräsident Roland Hardegger. Zum Vorschlag der SVP, Schulden abzuzahlen statt den Steuerfuss zu senken, sagt er: «In den vergangenen vier Jahren konnten wir direkte Abschreibungen in der Höhe von knapp vier Millionen Franken machen und unser Eigenkapital trotzdem auf 7,5 Millionen Franken steigern.» Der Gemeinderat sei zudem überzeugt, dass künftige Investitionen wie zum Beispiel der Bau der Turnhalle auch mit einem Steuerfuss von 95 Prozent tragbar seien. Dies unter Berücksichtigung der Tatsache, dass der Zuzug in den nächsten zwei, drei Jahren stagniere, so Hardegger. Im Vergleich zu den Vorjahren sind derzeit weniger Überbauungen bezugsbereit, was weniger neue Steuerzahler und damit kurzfristig weniger Steuerertrag mit sich bringt. Auch habe man einberechnet, dass sich die wirtschaftliche Lage aufgrund der Aufhebung des Euromindestkurses verschlechtern könnte, erklärt Hardegger. Das Zuzwiler Gewerbe sei zum Glück aber nicht sehr exportabhängig.

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