Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Hat das Spital Flawil eine Zukunft? Der Stand der Dinge im Überblick

Nach dem Infoanlass Ende Februar über die Zukunft des Spitals liess die Präsenz in den Medien nach. Im Hintergrund sind die Diskussionen weitergelaufen und Gespräche mit privaten Interessenten im Gange.
Joëlle Ehrle
Die Frage, ob die Türen des Spitals in Flawil noch lange Zeit offen stehen, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht beantwortbar. (Bild: Keystone/Gaëtan Bally)

Die Frage, ob die Türen des Spitals in Flawil noch lange Zeit offen stehen, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht beantwortbar. (Bild: Keystone/Gaëtan Bally)

20. Februar: Selten war der Lindensaal in Flawil derart gut besucht. Rund 800 interessierte Bürgerinnen und Bürger haben sich eingefunden. Alle, um zu erfahren, was der Lenkungsausschuss über die Zukunft des Spitals Flawil zu sagen hat (die «Wiler Zeitung» berichtete). Die offizielle Botschaft an diesem Abend: Ein Entscheid ist noch nicht gefallen, Alternativen werden geprüft.

Gemeinden spannen zusammen

Flawil bekommt diese Mitteilung nicht als einzige St. Galler Gemeinde zu hören. Der Lenkungsausschuss, bestehend aus drei Regierungsräten und zwei Verwaltungsräten des St. Galler Spitalverbundes, tourte seit geraumer Zeit durch den Kanton. Er informierte die St. Galler Bevölkerung seither an bisher acht Anlässen über die Ausgangslage sowie die Zukunft der kantonalen Gesundheitsversorgung und erläuterte dabei die Gründe für eine Weiterentwicklung der Spitalstandorte.

Ein Blick zurück: Im Mai des vergangenen Jahres empfiehlt der Verwaltungsrat des Spitalverbundes, fünf der insgesamt neun kantonalen Spitalstandorte aus finanziellen Gründen zu schliessen. Den Gemeinden Altstätten, Walenstadt, Wattwil, Rorschach und Flawil droht dieses Schicksal. Teilprojektgruppen prüfen betriebliche, wirtschaftliche und rechtliche Fragen zur Spitalplanung des Kantons. Ein Lenkungsausschuss ist dafür zuständig, die zukunftsweisenden Lösungsvorschläge zu erarbeiten.

Seit Juni existiert zudem die Spitalkonferenz der St. Galler Gemeinden – ein Zusammenschluss der Stadt- und Gemeindepräsidenten der von Spitalschliessungen oder -umwandlungen betroffenen Gemeinden. Diese verfolgt den laufenden Arbeitsprozess des Lenkungsausschusses. Die Spitalkonferenz hat es sich zur Aufgabe gemacht, konstruktive Lösungen für die einzelnen Spitalstandorte auszuarbeiten sowie eine unüberlegte Schliessung der regionalen Gesundheitsversorgung zu verhindern. Den bisherigen Bemühungen des Lenkungsausschusses steht die Spitalkonferenz jedenfalls skeptisch gegenüber. Man anerkenne zwar seine Bestrebungen, erwarte jedoch, dass die Ziele keine «Lippenbekenntnisse» seien, wie es in einer Mitteilung heisst. Aus diesem Grund fordert die Spitalkonferenz, dass die standortspezifischen Ideen, Vorschläge und Konzepte vom Lenkungsausschuss baldmöglichst geprüft werden.

Fachkräftemangel im Kanton befürchtet

Laut der Konferenz gefährde die aktuelle Spitaldiskussion nämlich nicht nur wertvolle Arbeitsplätze, sie führe auch dazu, dass kompetente medizinische Fachkräfte nach neuer Anstellung Ausschau halten und dem Kanton so wichtige Spezialisten des Gesundheitswesens unwiederbringlich verloren gehen werden. «Wie deutlich die Bevölkerung die medizinische Versorgung vor Ort und die entsprechenden Arbeitsplätze forderten, zeigen die gut besuchten Bevölkerungsgespräche», bekräftigt die Spitalkonferenz ihre Ansicht.

Im Hintergrund spielt die Musik

Elmar Metzger, Gemeindepräsident von Flawil, ist überzeugt, dass die Vorschläge der Gemeinde vom Lenkungsausschuss nun endlich ernst genommen und auch seriös geprüft würden. Gespräche über die Zukunft des Spitals seien im Gange. «Auch wenn die Diskussionen in der Öffentlichkeit nachgelassen haben, im Hintergrund laufen diese intensiv weiter», sagt Metzger. Der Gemeindepräsident teilte an der vergangenen Bürgerversammlung mit, dass man sich mit allen erdenklichen Mitteln gegen einen Kahlschlag des Spitals Flawil wehren werde.

Interessenten sind Hoffnungsträger

Der Kontakt mit einer privaten Klinikgruppe, welche Flawil die Übernahme und den Weiterbetrieb des Spitals anbietet, sei seit Dezember weiter vertieft worden. Wer genau dahinter steckt, bleibt laut Metzger unter Verschluss. Dem Lenkungsausschuss liege inzwischen eine schriftliche Erklärung dieses Unternehmens vor und Gespräche zwischen dem Ausschuss und dem privaten Anbieter hätten bereits stattgefunden. Zudem ist seit Kurzem ein weiteres privates Unternehmen mit dem Lenkungsausschuss in Kontakt.

Doch wie sieht die Zukunft des Spitals im Moment aus? «Zum jetzigen Zeitpunkt, können wir leider auch nicht mehr sagen», sagt Gemeindepräsident Metzger. Erst im Herbst könnten der Öffentlichkeit voraussichtlich erste Lösungsvorschläge präsentiert werden. Abschliessend über die Ergebnisse entscheiden werde ohnehin der Kantonsrat und, nach einem allfälligen Referendum, der Souverän.

Hinweis: Aktuelles und Fakten rund um die Spitaldiskussion unter: www.spitalzukunft.sg.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.