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Das Fahrrad wird digital - sind auch die lokalen Händler dabei?

Beim Velofahren braucht es immer öfters neben Muskelkraft auch Strom aus der Steckdose. Die Flawiler Fahrradhändler befassen sich neben dem Trend zum E-Bike auch mit dem Onlinehandel.
Tobias Bruggmann
Die Flawiler Fahrradhändler verkaufen immer öfters Fahrräder mit elektronischer Unterstützung (Bild: KEYSTONE/Martial Trezzini)

Die Flawiler Fahrradhändler verkaufen immer öfters Fahrräder mit elektronischer Unterstützung (Bild: KEYSTONE/Martial Trezzini)

Ob kurz zum Einkaufen oder durch die Berge flitzen: Das Velo ist für viele Menschen ein täglicher Begleiter. Wer vor dem Bikecenter in Flawil kurz auf die Bremsen drückt, bemerkt das grosse Schild, das auf einen Lagerausverkauf hinweist. Das Ladengeschäft in Flawil bleibe jedoch bestehen, sagt der Geschäftsführer Roman Untersee. «Wir haben schon öfters solche Ausverkäufe gemacht.» Denn jetzt kämen neue Produkte auf den Markt:

«Obwohl ein Velo immer zwei Räder hat, verändert sich doch einiges. Die Schaltungen werden besser und die Funktionalität dadurch grösser.»

Immer häufiger hilft aber ein Motor beim Pedalen. E-Bikes, also Velos mit einem Motor, sind populär. «Wir verkaufen im Moment zu 80 Prozent E-Bikes und es ist kein Ende des Trends in Sicht», sagt Untersee. Auch beim Fahrradgeschäft Rüegger Bike-Sport verkaufen sich E-Bikes gut:

«Es ist ein neues Produkt, das einen riesigen Hype ausgelöst hat. Ich glaube allerdings, dass es ein längerfristiger Trend ist»

sagt Sven Rüegger. Es sei möglich, dass eines Tages das E-Bike das klassische Velo ablösen könnte, ergänzt Rüegger. «Doch das klassische Velo wird nicht aussterben. Vielleicht kommt es mal soweit, dass man ein E-Bike für längere Strecken nutzt und das klassische Rad für kürzere Distanzen.»

Kinder müssen auch weiterhin ohne motorisierte Unterstützung Velo fahren. Im Gesetz heisst es: «Das Mindestalter für das Führen von Elektrofahrrädern beträgt 14 Jahre.»

Gefährliche Konkurrenz im Netz

Der stationäre Detailhandel bekommt Konkurrenz von Online-Shops. Die Schweizer Velofachhändler haben darum gemeinsam eine eigene Online-Plattform lanciert, die Velohändler, Lieferanten und Kunden miteinander vernetzt. So sollen zukünftig Accessoires oder Ersatzteile, die nicht an Lager sind, unkomplizierter bestellt werden können – sowohl vom Kunden als auch vom Händler (Ausgabe vom 11. Oktober).

Die beiden Flawiler Fahrradgeschäfte sind bei der neuen Plattform nicht mit an Bord.

«Wir beobachten die Situation, sind aber im Moment noch nicht interessiert»,

sagt Sven Rüegger. Für Roman Untersee vom Bikecenter eignet sich der Online-Handel für Fahrräder nur bedingt: «Gerade mit den E-Bikes ist es unglaublich komplex, dass die Einzelteile auch zusammenpassen und miteinander funktionieren.»

Auch ganze Fahrräder im Netz

Mittlerweile können auch ganze Fahrräder online eingekauft und dann selber zusammengebaut werden. Den tiefen Preis bezahlt man aber an anderer Stelle:

«Ein Fahrrad zusammenzubauen, ist schwierig. Unterläuft einem dabei ein Fehler, kann das schnell gesundheitliche Folgen haben»

sagt der Geschäftsführer des Bikecenters. Dazu sei auch die Beratung wichtig, damit das Velo zu seinem Besitzer passt. Für Sven Rüegger ist das Fahrrad ebenfalls sehr komplex: «Jedes Bike sollte individuell auf den Fahrer angepasst sein, dazu braucht es Abstimmungen.»

Der Anteil vom Handel im Netz beträgt bei der Online-Konkurrenz momentan zwölf Prozent. Es wird jedoch erwartet, dass sich dieses Volumen bis in wenigen Jahren verdreifacht. Und auch der grösste Verkäufer von Velozubehör handelt ebenfalls ausschliesslich im Internet: Es ist die Migros-Tochter Galaxus mit einem einstelligen Millionenbetrag.

Schönes Wetter bringt Radfahrer auf die Strasse

Der Verkauf von Velos sei abhängig vom Wetter, sagt Untersee. «Die ganz hohen Temperaturen im Sommer waren nicht optimal, da es vielen Leuten zu heiss zum Radfahren war.» Generell hätten die vielen Sonnentage aber geholfen. «Wir können uns nicht beklagen», ergänzt der Geschäftsführer. Auch für Sven Rüegger war das Wetter im Sommer ein Glücksfall:

«Die Wärme ist für das Geschäft positiv. Die Kunden steigen lieber auf das Velo, wenn es warm ist.»

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