Das Einmaleins der Demokratie: Wie Partizipation an der Wiler Oberstufe Sonnenhof gelebt wird

An der Oberstufe Sonnenhof wurden eine Schülerratspräsidentin und ein Schülerratspräsident gewählt.

Gianni Amstutz
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Sie bilden das neue Schülerratspräsidium der Oberstufe Sonnenhof: Jack und Hana.

Sie bilden das neue Schülerratspräsidium der Oberstufe Sonnenhof: Jack und Hana.

Bild: Gianni Amstutz

Nur wenige Tage bevor die Gesamterneuerungswahlen anstehen, wurde in Wil bereits gewählt. Und zwar an der Oberstufe Sonnenhof, wo es das Schülerratspräsidium neu zu besetzen galt. Dabei gab es einige Parallelen zu den bevorstehenden Wahlen vom nächsten Sonntag zu beobachten.

Wahlkampftechnisch standen die Schülerinnen und Schüler den Kandidierenden für das Stadtpräsidium in nichts nach. In selber produzierten Videos, die den Wahlkampfauftritten der Politikerinnen und Politiker, welche derzeit in den sozialen Medien zu sehen sind, beinahe das Wasser reichen konnten, präsentierten sich die sieben Kandidatinnen und Kandidaten für das Schülerratspräsidium.

Ähnlich wie die Profi-Politiker hielten sie sich dabei mit konkreten Versprechungen zurück und betonten stattdessen ihre Teamfähigkeit, ihren Willen, Verantwortung zu übernehmen oder ihren Wunsch, die Schule aktiv mitzugestalten.

Dass diese Ziele aber mehr sind als leere Worte, hat der seit mehreren Jahren bestehende Schülerrat bereits unter Beweis gestellt. So wurde auf Ansinnen des Gremiums beispielsweise ein Pausenraum für die Schülerinnen und Schüler geschaffen.

Ein weiteres Projekt des Schülerrats ist die Einführung des «Casual Friday», an dem Schüler etwas legererer Kleidung tragen dürfen. Der Schülerrat kann aber nicht nur selber Projekte und Ideen einbringen, er wird von der Schulleitung und dem Lehrerteam auch beratend beigezogen. Dies zum Beispiel, wenn es um die anstehende Raumgestaltung im Schulhaus geht.

Internationale Studie mit «Sonnenhof»

Diese Form der Partizipation weckte auch das Interesse einer internationalen Forschungsgruppe. Ziel des Projekts, das im gesamten Bodenseeraum stattfindet, ist es herauszufinden, wo in Schulen Partizipation stattfindet und wie Demokratie in Schulen gelernt werden kann. Denn je früher der Kontakt mit demokratischen Prozessen gemacht wird, desto höher ist später das Vertrauen in diese Institutionen.

Drei Frauen des Studienteams waren deshalb an den Schülerratswahlen zugegen – sozusagen als Wahlbeobachterinnen. Ihre Wahl fiel dabei auf den «Sonnenhof», da dort bereits viel in diesem Bereich gemacht wird und die Schule anderen als Vorbild dienen könnte, war von den Studienleiterinnen zu erfahren.

Die Schülerinnen bei der Stimmabgabe.

Die Schülerinnen bei der Stimmabgabe.

Bild: gia

Die Schülerratspräsidiumswahl selbst entwickelte sich dann zu einem echten Krimi. Während bei den Mädchen die Schülerratspräsidentin bereits nach einem Wahlgang feststand, erreichte bei den Knaben keiner der drei Kandidaten das absolute Mehr im ersten Wahlgang. D

ie Entscheidung musste also im zweiten Wahlgang fallen. Schliesslich wählten die Schülerinnen und Schüler Hana zu ihrer Präsidentin und Jack zu ihrem Präsidenten.