Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Das Betreuungs- und Pflegezentrum Wolfgang in Oberuzwil wirkt der Sommerhitze mit altbewährten Mitteln entgegen

Um die Sommerhitze erträglicher zu machen, wird im Betreuungs- und Pflegezentrum Wolfgang auf Altbewährtes gesetzt. Ausserdem spendet die 120-jährige Buche Schatten und ist gleichzeitig ein Kraftort. Mehr zu schaffen machen hingegen die Wintermonate.
Angelina Donati
Die 97-jährige Bewohnerin Maria Rütsche hat ein Mittel gegen die Hitze: Arme und Füsse kurz ins kalte Wasser halten. (Bilder: Angelina Donati)

Die 97-jährige Bewohnerin Maria Rütsche hat ein Mittel gegen die Hitze: Arme und Füsse kurz ins kalte Wasser halten. (Bilder: Angelina Donati)

Als Paradebeispiel für ein «lauschiges Plätzchen» können wohl die Sitzgelegenheiten unter der Buche im Garten des Betreuungs- und Pflegezentrum Wolfgang genannt werden. Die über 120 Jahre alte Dame, wie die Hängebuche bezeichnet wird, ist die Schattenspenderin schlechthin. Mehr noch: «Die Buche wird gleichzeitig als Kraftort wahrgenommen», sagt Patrick Schätti. Zusammen mit seiner Frau Liselotte führt er das Heim in der zweiten Generation. Auch die Jungmannschaft sei bereits auf dem besten Weg, dereinst in die Fussstapfen des Oberuzwiler Familienbetriebs zu treten. Drei der vier Kinder sind im Heim tätig, während der Jüngste noch die Oberstufe besucht.

Die Hängebuche spendet willkommenen Schatten.

Die Hängebuche spendet willkommenen Schatten.

Doch zurück zu der Schattenspenderin. Kann ein Baum mit diesen Dimensionen bereits ausreichen, um der Sommerhitze zu entkommen? «Selbst wenn es richtig heiss ist, lässt es sich hier, im Naturschatten, angenehm Verweilen.» Daneben setzt die Heimleitung auf altbewährte Mittel, ja beinahe Rituale, wenn man so will. So lassen sich beim Spazieren in der riesigen Gartenanlage eine Nische für Fussbäder sowie ein Kneipp-Brunnen entdecken.

Bewohnerin Maria Rütsche zeigt gleich, wie erfrischend solche Bäder sein können – kniet an den Brunnenrand und hält ihre Arme ins Wasser. «Die Arme und die Füsse kurz kalt abzuduschen, ist das beste Mittel gegen die Hitze», so die 97-Jährige. Jeden Abend lasse sie kaltes Wasser über die Füsse laufen. Tags zuvor habe ihr ausserdem ein kalter Lappen auf dem Nacken geholfen, sich zu erfrischen. Nach ihrem Empfinden waren die Temperaturen in diesen Monaten noch nicht unangenehm. «Im Sommer 1947, als ich geheiratet habe, war es richtig heiss.»

Eine Frage des individuellen Wohlbefindens

Patrick Schätti, Leiter Betreuung- und Pflegezentrum Wolfgang.

Patrick Schätti, Leiter Betreuung- und Pflegezentrum Wolfgang.

Auch Patrick Schätti erinnert sich an Hitzesommer, die mit ihren Temperaturen den diesjährigen Sommer bildlich gesprochen in den Schatten stellen. Zu schaffen machen nämlich vor allem heisse Sommernächte, dann, wenn es auch in den Abendstunden nicht merklich abkühlt. «Bislang gab es erst eine oder zwei solche Nächte», sagt der Heimleiter.

Selbst dann aber gebe es viele Mittel, durch die der Kreislauf angekurbelt wird und Hitzestauungen vermieden werden könnten. Etwa kalte Umschläge, Fussbäder, eine noch längere Siesta, Ventilatoren und viel, viel trinken. Wobei alles eine Frage des individuellen Wohlbefindens sei. Auch kämen dann Wolldecken anstatt die üblichen Bettdecken zum Einsatz, und das Küchenteam verköstigt die rund 50 Bewohnerinnen und Bewohner mit leichteren Mahlzeiten. Einige Zutaten stammen aus der eigenen Gartenanlage.

Ein Jahr ist es nun her, seit Familie Schätti-Rütsche den Aussenbereich erneuert, und damit zusätzliche Sitzgelegenheiten geschaffen hat. Gleichzeitig wurde im Anbau des Gebäudes das öffentliche Café «Weingartenstube» eröffnet. Eine Begegnungszone, die sich in den Sommermonaten auf die grosse Terrasse nach draussen verlagert.

Licht und Anlässe in den düsteren Monaten

Beschäftigung finden die Bewohner im täglichen, vielseitigen Aktivierungsprogramm. Und auch Langweile im Garten mit all seinen Facetten und den zahlreichen Tieren, etwa Geissen, Kaninchen, Meerschweine und den Vögel in den Volieren, scheint hier nicht aufzukommen. Nur Hauskater «Tiger» läuft an diesem Morgen etwas verloren den Weg zwischen den Sträuchern ab.

Im «Wolfgang» wird viel Wert darauf gelegt, dass es die Leute wenn immer möglich nach draussen, in die Natur, zieht. «Wichtig ist, dass sie sich bewegen», sagt Patrick Schätti. So auch im Winter. Diese eher düsteren Monate zwischen November und Februar seien denn auch herausfordernder als der Sommer. Sie nämlich können sich auf das Seelenleben niederschlagen. Mit Lichtelementen wird dieser Gefahr im «Wolfgang» entgegengewirkt. Und auch die zahlreichen Veranstaltungen sollen zum Wohlfühlen beitragen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.