Das Bauerndorf war einmal

Oberbüren wandelt sich. Bauernhäuser, die lange Zeit das Ortsbild prägten, verschwinden. Im Dorfkern befinden sich zwei seit Jahren leerstehende Bauernhäuser. Ihre Tage sind gezählt. Sie müssen neuen Wohnüberbauungen weichen.

Urs Bänziger
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Abbruchobjekt: Das Bauernhaus an der Strasse Richtung Niederbüren soll einem Mehrfamilienhaus weichen.

Abbruchobjekt: Das Bauernhaus an der Strasse Richtung Niederbüren soll einem Mehrfamilienhaus weichen.

OBERBÜREN. Unterdorf, im Dorf, Neudorf: alles Quartiernamen in Oberbüren. Namen, die vom Ursprung zeugen. Oberbüren ist ein Bauerndorf – oder vielmehr war mal ein Bauerndorf. Denn das Dorf hat sich in den vergangenen Jahrzehnten und Jahren stark gewandelt. Am Dorfrand entlang der Autobahn haben sich zahlreiche Firmen angesiedelt, und im Dorfkern weichen Bauernhäuser neuen Wohnüberbauungen. Oberbüren – aus dem Bauerndorf ist ein Wohn- und Industrieort geworden.

Einsprachen eingegangen

Und diese Entwicklung setzt sich fort. Im Dorf, an der Niederbürerstrasse neben dem Gasthof Frohsinn, stehen Bauvisiere um ein altes Bauernhaus. Seine Tage sind gezählt. Die Manser Invest AG aus Arbon will ein Mehrfamilienhaus mit Wohnungen und Gewerberäumen erstellen. Die Bauauflage läuft. So schnell dürfte sich das Vorhaben nicht realisieren lassen, denn es sind Einsprachen eingegangen. Dabei handle es sich um privatrechtliche Einwände, sagt der Oberbürer Bausekretär Jean-Luc Lapp. Das Bauernhaus ist seit Jahren unbewohnt. Früher habe es dort eine Wirtschaft und einen Saal gegeben, der ein Treffpunkt im Dorf gewesen sei, erzählen ältere Einwohner von Oberbüren. Die Liegenschaft gehörte einer Erbengemeinschaft, welche das Wohnhaus mit Scheune an die Investfirma verkauft hat.

Das leerstehende Bauernhaus befindet sich zwar in der Ortsbildschutzzone, gehört aber nicht zu den geschützten Objekten und kann deshalb abgebrochen werden. Das geplante Mehrfamilienhaus soll nach den Worten des Bausekretärs in ähnlichem Stil erstellt werden. Trotz Neubau soll zumindest im Dorfkern von Oberbüren der bäuerliche Charakter erhalten bleiben.

Bauland wird knapp

Gleichzeitig ist das Bauvorhaben mitten im Dorf ein Zeichen dafür, dass auch in Oberbüren die innere Verdichtung immer mehr Einzug hält. Das Bauland wird knapp. Ausser ein paar wenigen Parzellen stehe kein bebaubares Land mehr zur Verfügung, sagt Jean-Luc Lapp.

Eine der letzten Baulandreserven in Oberbüren befindet sich im Gebiet Unterzil an der Strasse Richtung Niederwil. Auch dort ist eine Überbauung geplant. Die Firma Devaron AG in Teufen will fünf Mehrfamilienhäuser erstellen, mit 30 Eigentumswohnungen. Auch im Unterzil wird bald ein altes, seit Jahr leerstehendes Bauernhaus von der Bildfläche verschwinden. Das Haus mit Scheune und das Land dazu hat die Bauherrschaft aus dem Appenzell ebenfalls von einer Erbengemeinschaft gekauft.

Neues Quartier entsteht

Die öffentliche Auflage ist durch. Wie der Bausekretär sagt, sind gegen dieses Vorhaben keine Einsprachen eingegangen. Er geht davon aus, dass im Herbst mit den Bauarbeiten begonnen wird. Mit den 30 geplanten Wohneinheiten entsteht am östlich Dorfrand ein neues Quartier.

Abbruchobjekt: Auf dem Land des alten Bauernhauses im Unterzil entstehen 30 neue Eigentumswohnungen. (Bilder: Urs Bänziger)

Abbruchobjekt: Auf dem Land des alten Bauernhauses im Unterzil entstehen 30 neue Eigentumswohnungen. (Bilder: Urs Bänziger)