Das Bachtobel in Flawil ist von Altlasten befreit

Die Arbeiten zur Sanierung der Deponie Lehmtobel und Ausbau des Lehmtobelbachs stehen vor dem Abschluss.

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Die Wurzelstöcke dienen als Unterschlupf für Kleintiere. Bis April 2020 wird auch der obere Teil (hinten im Bild) noch aufgeforstet.

Die Wurzelstöcke dienen als Unterschlupf für Kleintiere. Bis April 2020 wird auch der obere Teil (hinten im Bild) noch aufgeforstet.

Bild: PD

Bis vor wenigen Jahrzehnten war es üblich, dass in Gemeinden der Kehricht und andere Abfälle an Orten wie ehemaligen Kiesgruben, Geländemulden oder in einem Bachtobel deponiert wurden. So geschehen auch in Flawil. Das Lehmtobel wurde während mehrerer Jahrzehnte, von 1910 bis 1960, als Ablagerungsplatz und Kehrichtdeponie genutzt. Dabei wurde der Bach eingedolt und das Tobel teilweise aufgefüllt.

Eine Sanierung wurde notwendig, weil die Sickerwässer mit Schadstoffen aus der Deponie belastet waren. Diese Sickerwässer gelangten von der Deponie in den Lehmtobelbach. Ausserdem war die Böschung in Richtung Bach instabil, und die Eindolung unterhalb der Deponie drohte einzubrechen.

Baubeginn im Dezember 2018

Im Frühling 2010 hatte die Bürgerschaft für die Sanierung der Deponie Lehmtobel und für den Ausbau des Lehmtobelbachs einen Bruttokredit von 2,57 Millionen Franken gesprochen. Das Baudepartement des Kantons St.Gallen genehmigte das Projekt im März 2016. Erkenntnisse aus der Detailprojektierung machten im Jahr 2018 einen Nachtragskredit von 781000 Franken notwendig. Da gegen den Nachtragskredit das Referendum nicht ergriffen wurde, konnte im Dezember 2018 endlich damit begonnen werden, das Projekt umzusetzen.

Nach etwas mehr als einem Jahr Bauzeit stehen die Arbeiten zur Sanierung der Deponie Lehmtobel sowie zur Offenlegung und zum Ausbau des Lehmtobelbachs vor dem Abschluss. Die Bauarbeiten seien wie geplant verlaufen, teilt die Gemeinde mit. Auch der bewilligte Kredit könne voraussichtlich eingehalten werden. Bereits jetzt dürften die Altlastensanierung als geglückt und der Ausbau des Lehmtobelbachs als sehr gut gelungen bezeichnet werden.

Einheimische Blumen, Büsche und Bäume

Ein grosser Teil der Renaturierungsarbeiten ist ausgeführt. Wurzelstöcke, Asthaufen und Steinhaufen dienen als Unterschlupf für Kleintiere. Der Übergang von der Blumenwiese zum Wald erfolgt mittels Strauchsaum (Pfaffenhütchen, Liguster, Haselnuss, Schwarzer Holunder) und niedrig wachsender Bäume (Traubenkirsche, Mehlbeere, Feldahorn und Wildapfel). Im Wald sind vornehmlich Laubbäume (Stieleiche, Bergahorn, Linde und Flatterulme) gepflanzt worden. Damit entsteht im Lehmtobel ein farbiges Netz aus einheimischen Blumen, Büschen und Bäumen.

Noch ausstehend sind die Aufforstung im oberen Teil sowie die Instandstellung des Parkplatzes bei der Tennisanlage. Diese Arbeiten sollen bis April abgeschlossen sein. (rkf/red)