Das Aus für Rock am Freitag: OK will sich auf Rock am Weier konzentrieren

Das Beizenfestival Rock am Freitag wird nicht mehr durchgeführt. Einerseits, weil das Ziel, die Altstadt wiederzubeleben erreicht wurde, anderseits, weil sich das OK auf seinen Hauptanlass konzentrieren will.

Gianni Amstutz
Merken
Drucken
Teilen
Das Rock am Weier ist stetig gewachsen, so dass sich das OK ab sofort ganz auf diesen Grossanlass fokussieren will. (Bild: Claudio Weder)

Das Rock am Weier ist stetig gewachsen, so dass sich das OK ab sofort ganz auf diesen Grossanlass fokussieren will. (Bild: Claudio Weder)

Nach 13 Jahren ist Schluss: Das Beizenfestival Rock am Freitag, das jeweils im Vorfeld des Open Airs Rock am Weier stattfand, ging dieses Jahr zum letzten Mal über die Bühne. Das Organisationskomitee gab dies gestern bekannt. Grund für diesen Schritt ist nicht etwa mangelndes Interesse seitens der Bevölkerung oder der Altstadtlokale.

Im Gegenteil: Die Beizen im historischen Zentrum von Wil organisieren seit einigen Jahren einen eigenen Konzertabend mit einem ähnlichen Konzept. Die Veranstaltung Musik i dä Beiz, die jeweils im Herbst – das letzte Mal am vergangenen Wochenende – stattfindet, bietet ebenfalls lokalen Bands die Möglichkeit für einen Auftritt und den Gästen die Chance, für wenig Geld viele verschiedene Acts an einem Abend zu sehen.

Zusätzlicher Aufwand ist nicht mehr zu stemmen

Da der Ursprungsgedanken des Festival-OK für das Rock am Freitag war, die Altstadt zu beleben und die Musikkultur dorthin zurückzuholen, sieht es das Ziel nun als erreicht an. «Der Entscheid fiel uns trotzdem nicht leicht, da wir viel Aufbauarbeit in das Rock am Freitag investiert haben», sagt OK-Mitglied Marc Bislin. Aber der Umstand, dass es weiterhin ein Beizenfestival in der Altstadt geben werde, habe sie in ihrem Entschluss bekräftigt.

Zudem sei das OK auch an seine Kapazitätsgrenzen gestossen. «Der zusätzliche Aufwand, den wir für die Organisation des Rock am Freitag investiert haben, ist nicht zu unterschätzen.» Zudem sei das Rock am Weier in den vergangenen Jahren beträchtlich gewachsen. Aus einem eintägigen wurde ein zweitägiges Festival, das in diesem Jahr mit rund 17500 Besuchern einen neuen Rekord verzeichnen konnte. Zahlen, welche die Organisatoren freuen, aber eben auch eine Bündelung der Kräfte erfordern. Zumal alle Mitglieder des OK ehrenamtlich tätig sind.

Keine Auswirkungen auf Rock am Weier

«Wir haben entschieden, uns auf unseren Hauptevent zu fokussieren», sagt Marc Bislin. Die Anforderungen in puncto Sicherheit und Infrastruktur seien mit den höheren Besucherzahlen gestiegen. Wolle man die Qualität weiter hochhalten, benötige das OK die Ressourcen, die bisher für das Rock am Freitag aufgewendet worden seien. Grosse Veränderungen beim Rock am Weier seien wegen des Endes des Beizenfestivals deshalb keine vorgesehen, sagt Bislin. Es sei weiterhin ein zweitägiges Festival geplant. Mit der Grösse des Festivals sei man zufrieden und aus Platz- und Sicherheitsgründen könne und wolle man nicht mehr allzu sehr weiterwachsen. Jetzt gehe es darum, das Rock am Weier mit kleineren Veränderungen und Anpassungen weiterzuentwickeln, da und dort an einer Schraube zu drehen, um so die Qualität mindestens zu halten.

Noch offen ist, ob es im Frühling einen Konzertabend in der Altstadt geben wird, da ein solcher nun nicht mehr mit dem Rock am Freitag kollidieren würde. «Die Entscheidung, ob und unter welchem Namen ein Beizenfestival auch im Frühling durchgeführt wird, überlässt der Verein gerne den Lokalbetreibern», sagt Lukas Pelzmann, der in den vergangenen Jahren die Hauptleitung des Rock am Freitag innehatte.