Das Akkordeon hat es ihnen angetan

Samstagabend. In der Aula im Lindenhof tröpfeln die ersten Besucher schon zeitig in den Saal. Erwartungsfrohe Gesichter, denn das Akkordeon-Orchester Wil hat zu einem abwechslungsreichen Programm geladen.

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Eine gelungene Mischung: Das Akkordeon-Orchester Wil mit der Buuremusig aus Sirnach. (Bild: che.)

Eine gelungene Mischung: Das Akkordeon-Orchester Wil mit der Buuremusig aus Sirnach. (Bild: che.)

Samstagabend. In der Aula im Lindenhof tröpfeln die ersten Besucher schon zeitig in den Saal. Erwartungsfrohe Gesichter, denn das Akkordeon-Orchester Wil hat zu einem abwechslungsreichen Programm geladen. Unter der Leitung von Bruno Thomann will es heute abend sein musikalisches Menu präsentieren. Dieses ist bekannterweise geprägt von einer Klangvielfalt, die die Akkordeonspielerinnen und -spieler ihren Instrumenten entlocken. Den Szenekennern ist bewusst, wie enorm gross die Bandbreite eines Akkordeons ist, speziell, wenn das Instrument in den Händen der Mitglieder des Akkordeon-Orchesters Wil ist.

Jakob Niederer ist aus Happerswil nach Wil gekommen. Worauf er sich an diesem Abend besonders freut, diese Frage beantwortet er gern: «Also in erster Linie will ich einfach ein paar gemütliche Stunden verbringen. Ich kenne den Dirigenten Bruno Thomann schon lange Zeit. Ich bin gespannt auf das musikalische Repertoire des Akkordeon-Orchesters.»

Sprungvoller Auftritt

Bruno Thomann ist nicht nur der musikalische Leiter des Akkordeon-Orchesters. Er ist mit Leib und Seele auch Entertainer. Immer wieder vermag er das Publikum mitzureissen, zum Lachen zu bewegen und für Unterhaltung zu sorgen.

Während die Musiker bereits auf der Bühne Platz genommen haben, wagt er es mit einem Sprung auf besagte Erhöhung. Mit einem kleinen Stolpern gelingt es auch: Und der erste kleine Applaus gehörte nur ihm. Danach jedoch sitzen die Bewegungen des Dirigenten. «Variazioni in Blue», so der erste Titel und zugleich das erste Highlight des Abends. Zumindest für Frank Anders aus Berikon, nahe Birmensdorf. «Gleich das erste Stück hat es mir angetan», sagt der Gast, der aus dem Kanton Zürich angereist ist. Nach «Doctor Schiwago – Lara's Theme», kommt auch Evelyn Mattli aus Halde bei Bischofszell zu ihrem Lieblingstitel. «Samba Brasilena», so der Titel, der bei ihr Feriengefühle weckt. «Ein wunderschönes Lied. Das abwechslungsreiche und spannende Repertoire gefällt mir gut. Mein Schwager, der mitgespielt hat, hat seine Sache auch sehr gut gemacht», lobt sie.

Regimenter und Champions

Was folgt, sind weitere «Dessertstücke» aus dem Hause Akkordeon-Orchester Wil. «Moonlight Shadow», «Four Faces of Jazz» oder «Samorim», um nur einige Titel zu nennen. Zum Abschluss hält das Orchester den gut 100 Besuchern eine Überraschung bereit. Zusammen mit der Buuremusig, einer Bläsergruppe der Sirnacher Musikgesellschaft, spielt es den «Deutschmeister-Regimentsmarsch». Für diesen bedankt sich das Publikum mit anhaltendem Applaus und fordert eine Zugabe. Diese geben die Musikerinnen und Musiker gern. Der Regimentsmarsch bringt das Publikum gleich nochmals zum Mitklatschen, und als weitere Zugabe lobt sich das Orchester mit einem Augenzwinkern gleich selber: «We are the Champions.»

«Da komme ich wieder»

Es gäbe noch viel zu berichten, von einem Abend, der es in sich hat. Doch zurück zu Jakob Niederer und seinen Erwartungen: «Die gingen in Erfüllung. Phantastisch, was wir hier zu hören bekamen. Die Liederauswahl hat gepasst; zum Abend, zu den Instrumenten und zur Stimmung», freut sich ein begeisterter Jakob Niederer. Für Bruno Thomann hat er lobende Worte und verspricht: «Ich komme wieder.» Auch Doris De Soricellis aus Bazenheid hat das Konzert genossen. «Ein perfekter Abend.»

Die Sirnacher Buuremusig Noldi Tobler mit seiner Mundharmonika und Markus Bischof mit seinem Piano runden den Abend ab. Zufriedene Gesichter sieht man bei den Gehenden. Das Orchester hat sein Publikum begeistert – es hätte im Saal durchaus noch Platz für mehr Besucher gehabt.

Christoph Heer