«Dann ist das enttäuschend»

Eschlikons neuer Gemeindepräsident Hans Mäder leitete am Donnerstag zum ersten Mal eine Gemeindeversammlung. Diese fand im beschaulichen Rahmen statt – einzig mit der tiefen Stimmbeteiligung war Mäder nicht zufrieden.

Christoph Heer
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Der im April gewählte Eschliker Gemeindepräsident Hans Mäder leitete seine erste Gemeindeversammlung – ohne Turbulenzen. (Bild: Christoph Heer)

Der im April gewählte Eschliker Gemeindepräsident Hans Mäder leitete seine erste Gemeindeversammlung – ohne Turbulenzen. (Bild: Christoph Heer)

WALLENWIL. «Die Woche hindurch bemerkte ich eine Nervosität in mir», sagte Hans Mäder unumwunden – aber erst nach seiner ersten Gemeindeversammlung als Eschliker Gemeindepräsident. «Am Tag der Versammlung war ich eigentlich überraschend ruhig, bis wenige Minuten vor dem Startschuss, da wurde es schlimm.»

Enttäuscht von Beteiligung

Im April erst im zweiten Wahlgang gewählt, zieht Mäder nun ein durchmischtes Fazit seiner Premiere. «Aktuell haben wir in unserer Gemeinde 4253 Einwohner, davon sind 2981 stimmberechtigt», sagt er. «Und wenn dann lediglich 110 Personen, oder knapp 3,7 Prozent, an eine Budgetversammlung kommen, dann ist das enttäuschend.» Handkehrum sei er froh um diejenigen, welche sich immer wieder einbringen in das Geschehen der Gemeinde.

Grünabfuhr eingeführt

Tatsächlich waren es auch am Donnerstagabend in der Wallenwiler Mehrzweckhalle – wie gehabt – vornehmlich die in der Gemeinde bestens bekannten Personen, welche sich zu den verschiedenen Traktanden zu Wort meldeten und ihre Ideen und Eindrücke einbringen wollten. Ab kommendem März erhält Eschlikon eine alle zwei Wochen stattfindende Grünabfuhr. Das beschloss der Souverän mit grosser Mehrheit bei lediglich 14 Gegenstimmen. Zwar bekundeten einige wenige Stimmbürger ihre Bedenken zum Projekt, welches pro Jahr 45 000 Franken kostet, doch ihre Einwände gegen die Bereitstellung der Grüncontainer fanden kein Gehör. Immer noch seien über 30 Prozent der Eschliker Kehrichtsackinhalte mit Grünabfall zu deklarieren, argumentierten die Befürworter, ein Wert, der so nicht länger Bestand haben dürfe. «Als Alternative besteht die Sammelstelle Rietwies», betonte der Gemeinderat. Dadurch, dass die Spezialfinanzierung Abfallwesen ein Guthaben von rund 200 000 Franken aufweist, muss die Gebühr – Kehrichtgrundgebühr von 48 Franken pro Haushalt – bis ins Jahr 2021 nicht angehoben werden.

Keine Einbürgerungsprobleme

Kürzlich wurde in Balterswil einem tschechischen Ehepaar der Schweizer Pass vorenthalten. Ganz anders in Eschlikon. Da wurden sowohl ein Kanadier wie auch ein Deutscher Antragssteller eingebürgert und dies mit nur wenigen Gegenstimmen. Die Erleichterung und der Stolz waren den beiden nach der Verkündung des klaren Resultates anzusehen.

Zu reden gaben hingegen – innerhalb des Traktandums «Verschiedenes» – die diversen baulichen Massnahmen der Verkehrssituation. Insbesondere die Verlangsamung des motorisierten Verkehrs auf der Südseite des Bahnhofs bewegte die Gemüter. Mäder betonte, dass man an Lösungsvorschlägen arbeite und sich die Bewohner immer noch einbringen könnten, obwohl hierfür 256 000 Franken für Verkehrsberuhigungsmassnahmen – namentlich für Belagserhöhung, Mittelinsel, Beleuchtung und Verschönerung – gesprochen wurden.

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