Daniel Wyder tritt zurück

Der Sozialdemokrat macht berufliche Gründe für seine Demission aus dem Uzwiler Gemeinderat geltend. Diese liessen sich nicht weiter mit dem Amt des Gemeinderates vereinbaren. Die SP erhebt weiter Anspruch auf den Sitz.

Philipp Stutz
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Demission während der Amtszeit: Daniel Wyder kann das Amt des Gemeinderats wegen seines gestiegenen beruflichen Engagements nicht länger ausüben. (Bild: zVg.)

Demission während der Amtszeit: Daniel Wyder kann das Amt des Gemeinderats wegen seines gestiegenen beruflichen Engagements nicht länger ausüben. (Bild: zVg.)

UZWIL. Der Rücktritt ist überraschend – auch für die eigene Partei. «Wir haben nicht damit gerechnet, dass es während der Amtsperiode zu einer Demission kommt», sagt Elisabeth Steger Vogt, Co-Präsidentin der SP. Daniel Wyder habe sein Amt als Gemeinderat mit Freude ausgeübt und dabei grosses Engagement bewiesen.

Berufliche Herausforderung

Daniel Wyder gab seinen Rücktritt aus dem Uzwiler Gemeinderat am vergangenen Dienstag an einer Sitzung der Exekutive bekannt. Die Demission erfolgt auf den 30.

Juni 2010. «Neue berufliche Herausforderungen als Abteilungsleiter beim Stadtwerk Winterthur lassen aus zeitlichen Gründen eine gleichzeitige Ausübung der Gemeinderatstätigkeit nicht mehr zu», heisst es in einer Pressemitteilung der Partei.

Daniel Wyder, der von 1995 bis 2003 die SP Uzwil präsidiert hat, gehört dem Gemeinderat seit neun Jahren an.

Als Ressortleiter Kultur, Freizeit und Gesundheitsförderung ist er als Ortskoordinator für die Gesundheitsförderung zuständig und leitete verschiedene Projekte, unter anderem «Einfach mehr Lebensqualität» in den Jahren 2003/2004 oder «Uzwil gesundbewegt» im Jahr 2008.

Gesundheits- und Jugendarbeit

Weiter ist er als Jugendbeauftragter sowie Vorsitzender der Trägerschaftskommission Jugendarbeit Uzwil tätig und wirkte in der Konzeptionierung der Schulsozialarbeit oder im Jugendprojekt «Jugend mit Wirkung» mit.

«Damit prägte Daniel Wyder die Uzwiler Gesundheits- und Jugendarbeit der letzten Jahre bedeutsam», hält die SP fest. Daneben nimmt er als Gemeinderat in verschiedenen Kommissionen Einsitz, wie der Verbandskommission Alters- und Pflegeheim Sonnmatt-Marienfried, der Regionalen Suchtberatungsstelle, der ZAB, der Mütter- und Väterberatung und wirkt als Mitglied im Vorstand des Verkehrsvereins Uzwil und Umgebung und im Vorstand der Freizeitwerkstatt.

In den Jahren 2001 bis 2007 gehörte Daniel Wyder zudem der Baupolizeikommission Uzwil an. Vor der Gemeinderatstätigkeit war Daniel Wyder von 1993 bis 2000 Mitglied der GPK der Gemeinde Uzwil, ab 1995 deren Präsident.

Die SP Uzwil bedauert den Rücktritt ihres Parteikollegen. Die Sozialdemokraten sind gewillt, den freiwerdenden Gemeinderatssitz zu verteidigen. Den Namen des oder der Kandidatin wollte Elisabeth Steger Vogt hingegen noch nicht bekanntgeben. An der Hauptversammlung der SP vom 9. März werde parteiintern über die Nomination entschieden.

Tritt SVP an?

Bisher sind die FDP mit drei und die CVP und SP mit je zwei Sitzen im Gemeinderat vertreten. Diese parteipolitische Zusammensetzung entspricht keineswegs den Wähleranteilen, hätte doch die SVP längst Anspruch auf eine Vertretung. Max Rombach, Präsident der SVP Uzwil, will die Ausgangslage im Vorstand besprechen. Priorität in der Ortspartei habe noch der Aufbau neuer Strukturen, die nach dem Wegzug der ehemaligen Präsidentin geschaffen werden müssen.

Ob jemand gewillt ist, zu kandidieren und ein Exekutivamt zu übernehmen, ist laut Rombach «eher unwahrscheinlich», zumal der Rücktritt des SP-Gemeinderates auch für ihn überraschend gekommen ist. «Wir wollen keinen Schnellschuss», sagt Rombach, der mit seinen Vorstandskollegen nochmals über die Bücher gehen will.

«Sitz nicht streitig machen»

Die Parteileitung der FDP wird sich laut Präsident Ralph Wyss an ihrer nächsten Vorstandssitzung mit der Frage der Nachfolge von Wyder auseinandersetzen.

Zurzeit könnten noch keine verbindlichen Aussagen gemacht werden. Immerhin erscheint es dem FDP-Präsidenten derzeit als höchst unwahrscheinlich, dass die FDP, welche im Gemeinderat gut vertreten ist, einen eigenen Anspruch auf diesen Sitz erheben wird. Noch zu diskutieren sei aber die Frage, wie die FDP auf andere Kandidaturen reagieren soll. «Ein aus Sicht der FDP wählbarer Kandidat der SVP würde sicher ebenfalls ernsthaft geprüft», sagt Wyss

Benno Gmür, Präsident der CVP, erwähnt die gute Zusammenarbeit der in der Exekutive vertretenen Parteien FDP, CVP und SP. Die CVP werde deshalb der SP den Sitz nicht streitig machen. Sollte die SVP eine Kandidatur stellen, werde diese seitens seiner Partei ebenfalls zu prüfen sein.

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Bild: philipp stutz

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