«Dä Roli» hat jetzt jeden Tag Ferien

Er hat ihn sehr berührt, der Abschied von seinen Schülern und seiner Schule. Ja, sie ist zu seiner Schule geworden, die Niederwiler Primarschule. 41 Jahre hat Roland Lehner dort unterrichtet. Denn nun tritt er in den Ruhestand – in den verfrühten Ruhestand.

Zita Meienhofer
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«Hippie» Roland Lehner und seine Gattin Claudia in der Rikscha auf Abschiedstour. (Bild: Zita Meienhofer)

«Hippie» Roland Lehner und seine Gattin Claudia in der Rikscha auf Abschiedstour. (Bild: Zita Meienhofer)

Er hat ihn sehr berührt, der Abschied von seinen Schülern und seiner Schule. Ja, sie ist zu seiner Schule geworden, die Niederwiler Primarschule. 41 Jahre hat Roland Lehner dort unterrichtet. Denn nun tritt er in den Ruhestand – in den verfrühten Ruhestand. Seine sechste Klasse und seine Lehrerkolleginnen und -kollegen wollten ihn am letzten Schultag beehren, ihn würdig aus dem Schulalltag entlassen. Statt mit dem Velo zum Schulhaus zu fahren, durften er und seine Frau Claudia – sie hat ebenfalls unheimlich viel getan für die Niederwiler Schule – in einer E-Rikscha Platz nehmen und seine Schüler abholen.

Ein Tag voller Emotionen

Vorerst musste er sich jedoch als Hippie verkleiden. Natürlich durfte er nicht einfach von A nach B fahren – nein, da hielten es seine Schüler mit ihm, er musste den Weg via verschiedene Rätselfragen finden. Fragen zu Themen, die ihn all die Jahre an der Schule beschäftigten. «Es war ein schöner Tag, ein Tag voller Emotionen», sagte er am Abend an seinem Abschiedsfest. Denn Roland Lehner wollte den Beginn seines Ruhestandes mit Leuten feiern, die sein Leben auf besondere Art und Weise geprägt haben.

Er schätze sich glücklich, die Schule zu einem Zeitpunkt verlassen zu dürfen, an dem er noch geschätzt werde. Und, mit einem Leuchten in den Augen, erzählte er von den Schülerinnen und Schülern seiner letzten Klasse, vom kürzlich stattgefundenen Lager. «Ich hatte eine super Klasse», sagte Roland Lehner.

Engagiert für Schüler und Dorf

Begriffen habe er noch nicht ganz, dass er nun pensioniert sei. Aber er freue sich darauf, den Tag selber einteilen zu können. Er sieht auch nicht ganz davon ab, wieder einmal – aber nur für kurze Zeit – ins Schulzimmer zurückzukehren, falls Not an einer Lehrkraft herrsche.

Abschied nehmen musste auch das Lehrerteam von Niederwil, Abschied von einer Lehrkraft, welche die Schulhauskultur geprägt hat, die Dorf und Leute kannte und die sich sehr engagierte – im Skilager, am Fasnachtsumzug, in den Klassenlagern, im Schulalltag. Und da waren etliche Stimmen zu hören, die es sich noch nicht vorstellen können, dass «dä Roli» nach den Sommerferien nicht zurückkommen wird.

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