Da hat die Sonne gut lachen

Auf den Hallendächern des Logistikcenters der Transportfirma Holenstein AG in Schwarzenbach ist eine der grössten Photovoltaikanlagen der Schweiz erstellt worden. Ende September geht sie in Betrieb.

Urs Bänziger
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Auf den Hallendächern des Logistikcenters der Holenstein AG in Schwarzenbach wurden auf einer Fläche von rund 15 000 Quadratmetern Solarzellen montiert. (Bild: pd)

Auf den Hallendächern des Logistikcenters der Holenstein AG in Schwarzenbach wurden auf einer Fläche von rund 15 000 Quadratmetern Solarzellen montiert. (Bild: pd)

SCHWARZENBACH. Die Gemeinde Jonschwil nutzt die Kraft der Sonne mehr als andere Gemeinden im Kanton St. Gallen. Das zeigen die Energiedaten. Nach den erhobenen Zahlen im Jahr 2013 hat die Gemeinde Jonschwil rund 115 Kilowattstunden Solarstrom pro Einwohner produziert. Das ist fast das Doppelte als der kantonale Durchschnitt.

In den vergangenen Jahren waren es vor allem Landwirte, die auf den Dächern ihrer Scheunen, Stallungen und Wohnhäuser Photovoltaikanlagen montieren liessen und sich und der Umwelt etwas Gutes taten.

Denn für sie war die Nutzung der Sonnenenergie nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern durch die kostendeckenden Einspeisevergütungen (KEV) des Bundes auch wirtschaftlich interessant. Die Gemeinde Jonschwil wird in der Nutzung der Sonnenenergie in der kantonalen Statistik bald eine Spitzenposition einnehmen, denn nach den Bauern erstellen jetzt auch Unternehmen Photovoltaikanlagen.

Für Umweltschutz engagieren

Ende September wird auf den Dächern des Logistikcenters der Holenstein AG in Schwarzenbach eine der grössten Photovoltaikanlagen der Schweiz in Betrieb genommen. «Unsere Transportfirma will sich im Bereich Umweltschutz engagieren, indem sie fortlaufend in neue, saubere LKW investiert. Zudem haben wir bereits vor einigen Jahren mit dem Gedanken gespielt, die grossen Dachflächen in Schwarzenbach für die Produktion von Solarstrom zu nutzen», sagt der Leiter Logistik, Peter Holenstein.

Beim Bau der neuen Logistikhallen in den Jahren 2011 bis 2013 seien bereits die nötigen Vorkehrungen getroffen worden für den späteren Bau einer Photovoltaikanlage. So seien der Stahlbau und die Deckenpaneelen verstärkt und Leerrohre für die Weiterleitung der Energie zur Trafostation verlegt worden.

Kleine und grosse Anlage

Nach einer Bauzeit von rund vier Monaten sind auf den Dächern der Lagerhallen zwei Photovoltaikanlagen erstellt worden. Eine kleinere Anlage betreibt die Holenstein AG in eigener Regie. Der produzierte Solarstrom deckt den Eigenbedarf des Logistikcenters. Die wesentlich grössere Photovoltaikanlage betreibt die Firma Energie 360° in Zürich. «Solarstrom zu produzieren ist nicht das Kerngeschäft unseres Unternehmens. Deshalb haben wir uns entschieden, für die Nutzung des grössten Teils der Dachflächen einen kompetenten, seriösen Partner und Investor zu suchen», sagt Peter Holenstein. «Mit dem Bau der eigenen Anlage wollen wir aktiv zum Umweltschutz beitragen.»

Dachflächen gemietet

Energie 360° (vormals Erdgas Zürich) betreibt in der Schweiz bereits ein Dutzend Photovoltaikanlagen. Diese in Schwarzenbach sei aber die grösste, sagt Tobias Meier, Projektleiter Energiedienstleistungen. Energie 360° hat die Dachflächen des Logistikcenters der Holenstein AG für 30 Jahre gemietet. Der von ihr in Schwarzenbach produzierte Solarstrom wird ins Netz eingespeist. «Wir sind noch auf der KEV-Warteliste», sagt Meier. Solange, bis die Swissgrid den Solarstrom abnimmt und vergütet, wird er an die Dorfkorporation Schwarzenbach geliefert.