CVP-Stadtparlamentarier Thomas Abbt will das ungenutzte Potenzial der Stadt Wil besser zur Geltung bringen

Thomas Abbt erreichte von Listenplatz 13 das drittbeste Ergebnis der CVP. Das Vertrauen der Wählerinnen und Wähler sieht er als Verpflichtung, sich für eine lebendigere Stadt einzusetzen.

Gianni Amstutz
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Die Liste der Vereine und Events, für die sich Thomas Abbt engagiert hat und teilweise immer noch tut, ist lang. Jungwacht, St. Nikolausgruppe, Hofchilbi, BBQ WM, Fastnachtszelt in-wyl oder etwa aktuell die Wiler Weinstrasse: Abbt hatte bei vielen Wiler Anlässen die Finger im Spiel oder diese gar mitinitiiert.

Sich für die Gesellschaft zu engagieren, gehöre für ihn halt einfach dazu, sagt er. Bald wird er das nicht mehr nur in Vereinen und Organisationskomitees machen, sondern auch politisch im Wiler Stadtparlament. Denn Abbt ist eines von neun neu gewählten Parlamentsmitgliedern.

Eine Stadt, die ausgestorben wirkt

Zur Motivation für seine Kandidatur sagt Abbt: «Anstatt nur zu jammern und zu klagen, will ich selber einen Beitrag leisten.» Er wünscht sich eine lebendigere Stadt mit mehr Farbe.

Nicht nur im Vergleich mit den grossen Nachbarn St. Gallen und Winterthur wirke Wil manchmal geradezu ausgestorben. Das müsse eigentlich nicht sein.

«Wil hat mit einem Einzugsgebiet mit rund 110'000 Personen ein grosses Potenzial, dieses bleibt aber zu oft bei vielen Themen ungenutzt.»

Die Aufgabe der Stadt sieht Abbt darin, Ideen für neue Konzepte oder Anlässe, die Wil beleben könnten, besser zu unterstützen. Und sei dies nur, indem die Verwaltung Personen, die ein Projekt oder einen Anlass planen, an andere Stellen weiterleitet, die helfen können.

Er habe Verständnis dafür, dass die Ressourcen der Verwaltung beschränkt seien, doch oft bräuchte es wenig, um viel zu bewirken, sagt Abbt. Das habe auch die Coronakrise gezeigt. Dass beispielsweise Gastrobetriebe ihre Aussenflächen unkompliziert hätten vergrössern dürfen, sei ein Beispiel wie die Stadt unbürokratisch Unterstützung leisten könne.

«Die Stadt muss vermehrt in diese Richtung arbeiten. Die Verwaltung muss die Bevölkerung als Kunden sehen.» Heute sei dieser Dienstleistungsgedanken etwas zu selten spürbar. Manche würden das als Zeichen fehlender Wertschätzung auffassen. Dabei wäre es wichtig, dass gesellschaftliches Engagement gewürdigt werde, sagt Abbt.

Auch das Parlament in der Verantwortung

Thomas Abbt sieht die Ursache für den vermeintlichen Stillstand, den einige Bürger in Wil beklagen, nicht nur beim Stadtrat. Das Parlament trage auch eine Verantwortung und dürfe den Stadtrat nicht ausbremsen. Die Parteien seien angehalten, den Stadtrat nicht unnötig zu beschäftigen.

«Oft geht es im Parlament nur darum, sich oder seine Partei zu profilieren.»

Das führe dazu, dass man sich oft mit Kleinigkeiten aufhalte und den Fokus für die wirklich wichtigen Projekte verliere. Das Parlament müsse dem Stadtrat deshalb öfter mal freie Hand lassen, bilanziert Abbt. Sonst disqualifiziere es sich selbst. «Eigentlich sollten wir doch alle das gleiche Ziel haben und nur das Beste für die Stadt Wil wollen.»

Eine ausgewogene Mittepolitik

Thomas Abbt verortet sich selbst in der politischen Mitte. Ihm seien sowohl soziale Themen als auch die Wirtschaft und das Gewerbe wichtig. Auch deshalb sei für ihn keine andere Partei als die CVP in Frage gekommen, da sie eine ausgewogene Politik betreibe.

«Ich habe Mühe mit extremen Positionen, denn sie verhindern, dass man gemeinsam einen Konsens findet.»

Ausserdem schätzt er an der CVP, dass auch innerhalb der Partei verschiedene Meinungen zugelassen werden. Das fördere schliesslich eine Debatte und führe zu besseren, mehrheitsfähigen Lösungen.

Abbt ist denn auch einer von wenigen CVP-Politikern, welche die SVP-Initiative «30 Minuten gratis parkieren» befürworten. Er glaube zwar nicht, dass damit alle Probleme des Detailhandels gelöst werden, aber in der Summe könnten solche Einzelmassnahmen helfen, punktuell Unterstützung zu bieten.

Ein grosser Sprung nach vorne

Die Zustimmung für diese Initiative, die von der CVP mehrheitlich abgelehnt wird, scheint Thomas Abbt nicht geschadet zu haben. Von allen Kandidierenden machte er bei den Wahlen im September den grössten Sprung nach vorne.

Vom Listenplatz 13 aus erreichte er das drittbeste Resultat seiner Partei. Er habe seinen Verwandten- und Bekanntenkreis aktiviert, sagt Abbt zu seinem guten Abschneiden bei den Wahlen. Daraus habe sich eine gewisse Eigendynamik entwickelt, und es hätten sich auch viele Bekannte bei ihm gemeldet, mit denen er nicht mehr regelmässig in Kontakt stand.

Geholfen haben dürfte ihm der Umstand, dass sein Bekanntenkreis in Wil relativ gross ist. Denn Abbt hat sein ganzes Leben auf dem heutigen Gemeindegebiet verbracht. Im Lindenhofquartier aufgewachsen, während der Jugendzeit im Südquartier, zügelte er nach Rossrüti und wieder nach Wil. Seit 14 Jahren lebt der dreifache Vater nun mit seiner Familie am Scheibenberg.

Dass er seiner Heimat immer treu geblieben ist, heisst indes nicht, dass er von der Welt nichts gesehen hat. Besonders in jüngeren Jahren ist er viel gereist. Dabei habe er auch erst richtig bemerkt, wie schön es zu Hause in der Schweiz – und im Speziellen in Wil – sei.

Das Bildungssystem, die funktionierende Wirtschaft sowie die Krisenresistenz finde man andernorts kaum. Auch während der Coronapandemie könne man das beobachten. Nun will Thomas Abbt seinen Teil dazu beitragen, dass die Stadt Wil sich zu einem noch lebenswerteren Ort entwickelt.

Dieser Artikel ist Teil einer Serie, in der alle neun neu gewählten Mitglieder des Stadtparlaments vorgestellt werden.