CVP-Stadtparlamentarier Reto Gehrig forciert Voranschreiten der Massnahmen gegen Klimawandel

Auf die Ausrufung des Klimanotstands im vergangenen Mai sollen möglichst bald Taten folgen.

Gianni Amstutz
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Klimanotstand jetzt! Diese Forderung des Wiler Klimakollektivs wurde am 16.Mai 2019 vom Parlament erhört. Jetzt sollen auch konkrete Massnahmen folgen, fordert CVP-Stadtparlamentarier Reto Gehrig.

Klimanotstand jetzt! Diese Forderung des Wiler Klimakollektivs wurde am 16.Mai 2019 vom Parlament erhört. Jetzt sollen auch konkrete Massnahmen folgen, fordert CVP-Stadtparlamentarier Reto Gehrig.

Bild: Gianni Amstutz

Am 16.Mai 2019 rief das Wiler Stadtparlament den Klimanotstand aus. Konkrete Massnahmen waren daraufhin vor allem im Budget der Technischen Betrieben zu finden, die insgesamt rund eine Million Franken in Massnahmen zur Energiewende investiert. Teil der Resolution Klimanotstand, die das Parlament verabschiedet hat, war aber auch, dass bis 2030 die Stadtverwaltung und die verbundenen Organisationen klimaneutral werden. Wie das geschehen soll, ist bis jetzt noch nicht geklärt.

CVP-Stadtparlamentarier Reto Gehrig hat deshalb eine Anfrage an den Stadtrat eingereicht. «Es scheint mir wichtig schnell zu Unterlagen und Fakten zu gelangen, damit über allfällige nächste Schritte diskutiert und entschieden werden kann», sagt er. Er spricht in Bezug auf das Ziel einer klimaneutralen Stadtverwaltung von einem wichtigen Mittel, um den Bundesbeschluss über die Genehmigung des Klimaübereinkommens von Paris umzusetzen. Dieser verpflichtet die Schweiz, den Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen.

Gebäudesanierungen ein Kernelement

Vor allem im Bereich von Gebäuden stelle die Klimaresolution eine grosse Herausforderung dar, sagt Gehrig. Neben dem Klimaschutz spielten dabei auch rechtliche und wirtschaftliche Faktoren eine essenzielle Rolle.

Gehrig verdeutlicht dies an einem Rechenbeispiel: Das revidierte CO2-Gesetz, das sich aktuell in der Ausarbeitung befinde, werde CO2-lastige Energiequellen deutlich verteuern. Ohne Verhaltensänderungen kämen jährliche Kosten von 1,4 Milliarden Franken auf Hauseigentümer und Mieter zu. Davon entfallen rund 870 Millionen Franken auf Mietwohnungen. Die Kosten der Mieter würden laut dieser Rechnung im Mittel um etwa 400 Franken pro Jahr steigen.

Als umso wichtiger erachtet es Gehrig deshalb der Ausrufung des Klimanotstands möglichst zeitnah Taten folgen zu lassen. Damit die Stadt dafür gerüstet ist, verlangt Gehrig vom Stadtrat eine Übersicht über die acht bis zehn grössten Energie verbrauchenden städtischen Liegenschaften oder Betriebe. Diese Gebäude sollen gemäss Gehrig zwei bis drei Typologien umfassen, und zwar Wohnen, Schule und Büro. Auch in ihren Herausforderungen sollen sie möglichst verschieden sein bezüglich Denkmalschutz, Grösse und Erstellungszeit.

Die Uhr tickt

Für die entsprechenden Liegenschaften sollen die über drei Jahre gemittelten Energiewerte, der Erneuerungs- bzw. Sanierungsbedarf ermittelt werden und abgeklärt werden, wo unmittelbare oder mittelbare energetische Sanierungen anstehen.

Gehrig will damit eine Gesamtübersicht über die wichtigsten Massnahmen erhalten, «um die Weichen frühzeitig zu stellen». So könnten allfällige politische Prozesse bald angestossen werden. Denn eines ist klar: Will der Stadtrat bis im Jahr 2030 das Ziel einer Verwaltung mit einer Klimabilanz von Netto 0 erreichen, bleibt nicht mehr viel Zeit.