«CVP-Anspruch ist ausgewiesen»

Das Wiler Stadtpräsidium soll in den Händen der CVP bleiben. Das ist für den Parteirat nach den Ergebnissen vom Sonntag unbestritten. Unbeantwortet indes ist die Frage nach dem Wer: Armin Eugster oder Susanne Hartmann?

Hans Suter
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Susanne Hartmann (CVP) kandidiert wild. Im ersten Wahlgang erreichte sie 1989 Stimmen und lag damit auf dem ersten Platz. (Archivbild: Silvan Meile)

Susanne Hartmann (CVP) kandidiert wild. Im ersten Wahlgang erreichte sie 1989 Stimmen und lag damit auf dem ersten Platz. (Archivbild: Silvan Meile)

WIL. Hinter den Kulissen hat der 2. Wahlgang bereits begonnen. Der Parteirat der CVP ist am Montagabend zusammengetreten, die FDP gestern Dienstagabend, und die SVP trifft sich heute Mittwochabend. Es ist zu erwarten, dass bis am Donnerstag alle Kandidaturen um das Wiler Stadtpräsidium bekannt sein werden.

«Die CVP liegt klar vorne»

Der Parteirat der CVP Wil hat den Ausgang des ersten Wahlgangs für das Stadtpräsidium in Wil analysiert. «Nachdem für dieses Amt vier Kandidaten zur Auswahl standen, musste mit einem zweiten Wahlgang gerechnet werden», hält Fraktionspräsident Christoph Hürsch namens der CVP Wil in einem Communiqué fest. Überdies wird sachlich festgestellt: Der offizielle Kandidat der CVP, Armin Eugster, habe beinahe das gleiche Ergebnis (1969 Stimmen) erreicht wie das wild kandidierende CVP-Mitglied Susanne Hartmann (1989 Stimmen). «Beide liegen mit ihrem Ergebnis klar vor den anderen zwei Bewerbern», hält die CVP fest. Daniel Meili (FDP) erzielte 1592 Stimmen, Marianne Mettler (SP) 1099 Stimmen. Marianne Mettler verzichtete noch am Sonntagabend auf den zweiten Wahlgang, Daniel Meili hielt sich noch bedeckt. Die FDP hat für gestern Dienstagabend ein klärendes Gespräch innerhalb der Partei angekündigt. Bis Redaktionsschluss lagen noch keine Resultate vor.

Parteirat tagt nochmals

Die CVP befindet sich nun in einer vorteilhaften und misslichen Lage zugleich. «Bereits anlässlich der Nominationsversammlung hat sich gezeigt, dass die CVP über zwei qualifizierte Kandidaturen verfügte», schreibt Christoph Hürsch. «Mit den erzielten Ergebnissen ist für die CVP der Anspruch auf das Stadtpräsidium weiterhin ausgewiesen.» Aufgrund dieser Ausgangslage tritt der Parteirat am Donnerstagabend erneut zusammen. Und zwar bewusst erst am Donnerstag, weil dann die Fakten bzw. Kandidaturen für das Stadtpräsidium auf dem Tisch liegen. «Heute scheint es als gegeben, dass die beiden Wiler CVP-Mitglieder zur Wahl ins Stadtpräsidium nochmals antreten werden», schreibt Christoph Hürsch. Und ergänzt: «Die Mitgliederversammlung hat am 30. April 2012 an der Nominationsversammlung Armin Eugster mit 50 zu 39 Stimmen als Kandidaten der CVP gewählt. Daran ändert sich nichts.»

Beide Kandidaten bestätigen

Susanne Hartmann hat gestern bereits mit einer Medieninformation reagiert und bestätigt, dass sie auch im zweiten Wahlgang dabei sein wird. «Ausschlaggebend ist das beste Resultat aller Kandidierenden aus dem ersten Wahlgang und die breite Abstützung über alle Parteigrenzen hinweg», schreibt Stefan Grob, Medienverantwortlicher ihres Wahlstabs. Susanne Hartmann habe aber auch bei den Parlamentswahlen überzeugt: «Mit 2520 hat sie auch dort mit rund 500 Stimmen Vorsprung weitaus das beste Resultat erzielt.» Zudem habe sie von allen Kandidierenden nicht nur am meisten CVP-Stimmen geholt, sondern auch am meisten Panaschierstimmen.

Auch Armin Eugster stellt sich für den zweiten Wahlgang zur Verfügung. Dies bestätigte er gestern auf Anfrage erneut. Er sieht sich bestärkt durch das gute Resultat, «das ebenso gut wie jenes von Susanne Hartmann ist», und die breite Unterstützung insbesondere der bürgerlichen und gewerblichen Wählerschaft.

Armin Eugster ist der offizielle Kandidat der CVP. Im ersten Wahlgang erreichte er 1969 Stimmen und lag damit auf dem zweiten Platz. (Archivbild: Monique Stäger)

Armin Eugster ist der offizielle Kandidat der CVP. Im ersten Wahlgang erreichte er 1969 Stimmen und lag damit auf dem zweiten Platz. (Archivbild: Monique Stäger)

Bild: HANS SUTER

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