Cowboy-Look und partnerloses Tanzgefühl

Shania Twain trällert aus den Boxen «I'm holdin' on to love». Rund 50 Frauen stampfen mit den Schuhen auf den Boden: Das Pfarreiheim bebt. Sie klatschen in die Hände, machen eine Vierteldrehung, stampfen wieder. Gehen vorwärts, rückwärts, drehen sich.

Melanie Graf
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Schritt für Schritt im passenden Outfit. (Bild: Melanie Graf)

Schritt für Schritt im passenden Outfit. (Bild: Melanie Graf)

Shania Twain trällert aus den Boxen «I'm holdin' on to love». Rund 50 Frauen stampfen mit den Schuhen auf den Boden: Das Pfarreiheim bebt. Sie klatschen in die Hände, machen eine Vierteldrehung, stampfen wieder. Gehen vorwärts, rückwärts, drehen sich. Das Lied ist zu Ende, die Frauen applaudieren. Endlich hat es geklappt. Die Choreographie, die den Teilnehmerinnen des Abends von der Line-Dance-Gruppe der Bäuerinnen Degersheim gezeigt wurde, ist nahezu perfekt geraten.

Ein Tanz für alle

Die Frauengemeinschaft Degersheim hatte an diesem Montagabend zum Tanz geladen. Die Partner durften die Frauen getrost zu Hause lassen. Denn beim Line Dance, der seinen Ursprung in Amerika hat, kann Frau auch ohne Mann tanzen und ist trotzdem nicht alleine. Und das Bedürfnis nach Tanzen scheint da zu sein. Marion Schenk, Vorstandsmitglied der Frauengemeinschaft, jedenfalls zeigt sich überrascht: Mit so vielen Teilnehmerinnen hatte sie nicht gerechnet. Der Raum ist tatsächlich gut gefüllt, auch weil sich die Frauenriege Degersheim, die eigentlich in der Turnhalle trainiert hätte, dazugesellt hat.

Die Line-Dance-Gruppe, an deren Spitze Vreni Roth steht, zeigt sich in einem einheitlichen Look. Wie es sich für echte Cowgirls gehört, in Bluejeans, Cowboystiefeln, Cowboyhüten und rot-weiss-blau-karierten Hemden. Seit drei Jahren gibt es die Line-Dance-Gruppe. Sie trainiert jeden Montag in der Sonnenscheune in Wolfertswil. Um den Teilnehmerinnen zwischendurch eine Pause zu gönnen, zeigen die Dancerinnen ihr Können und motivieren die Teilnehmerinnen aufs Neue.

Nicht aus der Reihe tanzen

Die Stimmen aus den Reihen der Teilnehmerinnen sind positiv. Eveline Pimenidis gefällt diese Art zu tanzen und die gewählte Country-Musik. Und Anni Rutz ergänzt, dass man dabei ziemlich ins Schwitzen komme und das Tanzen viel Spass mache. «Es ist lässig», bringt es Denise Scherrer auf den Punkt. Nur: «Die Schritte sind etwas schwierig».

Damit niemand aus der Reihe tanzt und über seine eigenen Beine stolpert, geben die acht Bäuerinnen der Line-Dance-Gruppe genaue Instruktionen. Sie rufen dazu auf, sich wieder in Formation zu stellen. Ferse, Schienbein, Ferse, Schienbein, Wechselschritt, Drehung. Alles wird als Trockenübung wiederholt, bis es sitzt. Dann ertönt «Living next door to Alice» von Smokie – und alles bewegt sich wieder.

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